Neues aus der Presse am Sonntag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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«NZZ am Sonntag»: Khan schadet der internationalen Justiz

ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung am Sonntag» kommentiert die Entlassung des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs:

«Seit zwei Jahren belasten die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen den Chefankläger Karim Khan den Internationalen Strafgerichtshof (ICC). Nun muss Khan gehen. Die Vertragsstaaten des ICC haben ihn abgesetzt. Khan war das öffentliche Gesicht des ICC, besonders seit er im Frühling 2024 ankündigte, Haftbefehle gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, den damaligen israelischen Verteidigungsminister Joav Galant sowie drei mittlerweile getötete Hamas-Chefs zu beantragen.

Aber als wäre der ICC deswegen nicht schon genug politischem Druck ausgesetzt - etwa seitens der USA oder Israels -, wurden im Herbst 2024 die Anschuldigungen einer früheren Mitarbeiterin publik, Khan habe sexuelle Übergriffe begangen. Plötzlich fand sich der Chefankläger selbst in den Negativschlagzeilen wieder. Er bestritt die Vorwürfe stets und behauptete, sie seien Teil einer politischen Kampagne gegen ihn, hinter der möglicherweise Israel stecke.

Seine Glaubwürdigkeit als Chefankläger hat Khan während der vergangenen zwei Jahre verloren. Doch das sieht er offenbar nicht ein. Er will seine Absetzung gar anfechten. Mit seinem Verhalten schadet er dem, was er eigentlich hätte stärken sollen: dem ICC und dem Vertrauen in die internationale Justiz.»

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