Neues aus der Presse am Donnerstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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«Wall Street Journal»: US-Deal mit Riad weckt Begehrlichkeiten

NEW YORK: Mitten im Iran-Krieg schürt ein neues Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien Befürchtungen vor einem atomaren Wettrüsten im Nahen Osten. Dazu schreibt das «Wall Street Journal»:

«Warum muss Saudi-Arabien Uran auf eigenem Boden anreichern? Die Antwort ist nicht kompliziert: Muss es nicht - es sei denn, es möchte für den Fall der Fälle die Grundlagen für ein Atomwaffenprogramm schaffen. Die schwierigere Frage ist, warum die Regierung von (US-Präsident Donald) Trump das mitmacht. (...) Es steht viel auf dem Spiel. Das Risiko einer nuklearen Katastrophe steigt jedes Mal, wenn sich die Fähigkeit zur Urananreicherung weiter verbreitet. (...)

Es ist davon auszugehen, dass die Türkei und Ägypten ebenfalls anklopfen werden (...). Und warum sollten die Vereinigten Arabischen Emirate (...) sich nun damit zufriedengeben, als Einzige die Regeln einzuhalten? Es wird wesentlich schwieriger werden, die Verbreitung von Fähigkeiten zur Urananreicherung in dieser instabilen Region zu verhindern. (...)

Die USA brauchen arabische Verbündete, und sie haben dem ölreichen Saudi-Arabien bei der Diversifizierung seiner Wirtschaft viel zu bieten. Aber die Saudis benötigen keinen Weg zur Atombombe, um mit dem Iran gleichzuziehen. Trump und das US-Militär haben genau dafür gesorgt. Warum sollte man diesen Erfolg jetzt aufs Spiel setzen?»


«Corriere della Sera»: Eltern sollten Vorbild sein

MAILAND: Die italienische Zeitung «Corriere della Sera» meint am Donnerstag zum Beschluss des französischen Parlaments für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren:

«Was derzeit überall im Westen geschieht, ist nicht die übliche Krise des Erwachsenwerdens: Die Ängste, Depressionen, Unsicherheiten und toxischen Obsessionen einer Generation herunterzuspielen, ist, als würde man angesichts des Klimanotstands sagen: «Es war schon immer heiß.» Doch während die Rettung der Welt vor der globalen Erwärmung über unsere individuellen Möglichkeiten hinausgeht, ist der Schutz unserer Kinder eine Pflicht, der wir uns sofort widmen können und müssen.

Eines Tages werden wir vielleicht soziale Netzwerke haben, die frei sind von Algorithmen, die um jeden Preis den Ausstoß von Dopamin fördern. Keine Unterhaltungsinstrumente mehr, die die schlimmsten Inhalte belohnen, um mehr Geld zu verdienen. Bis dahin wäre es gut, wenn auch wir etwas änderten: Zumindest vor unseren Kindern sollten wir das Smartphone weniger nutzen. Seien wir ihnen ein Vorbild - das ist manchmal mehr wert als Vorschriften.»


«Tages-Anzeiger»: Ein Bekenntnis für eine modernere Armee

ZÜRICH: Zu den Umbesetzungen in der Armeeführung der Ukraine heißt es am Donnerstag im Schweizer «Tages-Anzeiger»:

«Eines ist Wolodymyr Selenskyjs Entscheidung: ein Bekenntnis für eine modernere Armee für die Ukraine und gegen die alten sowjetischen Strukturen innerhalb der Streitkräfte. (...) Der mit 43 Jahren vergleichsweise junge Michajlo Drapatyj rückt an die Armeespitze, Olexander Syrskyj (60) muss Platz machen. Verkürzt gesagt steht Drapatyj für den modernen Kampf, Syrskyj dagegen ist noch sowjetisch geprägt. (...)

Doch die Armeespitze so überstürzt auszutauschen wie jetzt, erschüttert nicht nur das Militär. Es schadet der Ukraine insgesamt. Selenskyj nämlich beendet mit der Neubesetzung nur einen Teil einer politischen Krise, die er selbst heraufbeschworen hat. Zuvor hatte er den überaus beliebten Verteidigungsminister Michajlo Fedorow entlassen - und ausgerechnet den jetzt geschassten Syrskyj im Amt gelassen, der sich bestärkt sah.

Selenskyj beförderte die Ukraine damit in einen Monat der Unsicherheit. So lange dauert es noch, bis das Parlament nach der Sommerpause wieder zusammenkommt und final über den neuen Verteidigungsminister entscheidet.(...) Designierter Verteidigungsminister ist nun Jewhenij Chmara. Sollte er vom Parlament bestätigt werden, bleibt anschließend abzuwarten, ob er an dieser entscheidenden Schnittstelle vermitteln kann.»

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