«El Mundo»: Moskau testet Europas Nerven
MADRID: Die spanische Zeitung «El Mundo» kommentiert den Einschlag einer mutmaßlich russischen Drohne in ein Wohnhaus in Rumänien:
«Russland nutzt die Ostgrenze der EU seit geraumer Zeit als Testfeld für seine Strategie des Drucks und der Einschüchterung, ohne dabei die Schwelle zu überschreiten, die eine militärische Reaktion der Nato auslösen würde. Die Bedeutung des Vorfalls in Galati (...) liegt in der Normalisierung des Risikos. (...)
Diese Taktik ist Teil des hybriden Krieges, den der Kreml gegen den Westen führt, um ihn durch Cyberangriffe, Sabotage, Desinformationen, Migrationsdruck oder Wahlbeeinflussung zu verunsichern, ohne dabei einen Casus Belli zu liefern. Drohnen fügen nun eine besonders gefährliche Dimension hinzu: Sie sind billig, schwer abzufangen und ermöglichen eine permanente Bedrohung - bei gleichzeitiger Möglichkeit, jede Verantwortung abzustreiten. (...)
Der Fall Rumäniens zeigt zudem die Verwundbarkeit einer Ostflanke, zu deren Verteidigung der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz gestern aufrief. (...) Es ist ein weiteres Warnsignal für die Notwendigkeit, die Verteidigung Europas durch solide Investitionen in strategische Autonomie zu stärken, damit der Kontinent einer immer realer werdenden russischen Bedrohung standhalten kann.»