«Sme»: Dieses lächerliche Memorandum bringt keinen Frieden
BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Sme» schreibt am Freitag zum Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran:
«Wenn sich (US-Präsident Donald) Trump diese Parodie eines Memorandums noch zwei- oder dreimal durchliest, falls er den Text bisher überhaupt einmal gelesen hat, dann widerruft er das wohl selbst. Sollten die bisher bekanntgewordenen Informationen wahr sein, zum Beispiel über einen 300-Milliarden-Fonds zum Wiederaufbau des Irans, den Rückzug amerikanischer Einheiten aus der Region innerhalb von 30 Tagen, die Freigabe eingefrorener Auslandsvermögen, dann ist das eine Kapitulation der USA. (...)
Trump ahnt wohl schon etwas, denn seine Aussagen, falls der Iran sich nicht wohl verhalte, werde man ihn wieder bombardieren, (...) signalisieren vor allem, dass die 60 Tage wirklichen Waffenstillstands zu vergessen sind. Dass also die «Waffenstillstandsvereinbarung» nur für mediale Zwecke und die US-Wählerschaft da ist, während in Wirklichkeit das weitergehen wird, was wir bisher hatten: Luftangriffe, Beschuss von Tankschiffen und die Blockade (der Straße von Hormus).»
«Hospodarske noviny»: USA stehen als Verlierer da
PRAG: Zum Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran schreibt die liberale Zeitung «Hospodarske noviny» aus Tschechien am Freitag:
«Der schwer erklärliche Dilettantismus der US-amerikanischen Regierung hat dafür gesorgt, dass Teheran als Sieger dasteht. Washington fehlte bei seinem Feldzug gegen den Iran nicht nur ein Plan, sondern auch ein Ziel. Und da reden wir noch gar nicht von dem Chaos, das US-Präsident Donald Trump mit seinem erratischen Verhalten verursacht hat - nicht nur während des Krieges, sondern auch während der Verhandlungen über einen künftigen Frieden.
Die elektronisch unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran ist auf gewisse Weise eine amerikanische Kapitulation. Zwar ist es immer noch möglich, dass sie am Ende nicht gelten wird. Dennoch wird man beim Lesen einiger Punkte des Rahmenabkommens ein Gefühl nicht unterdrücken können, das einer Mischung aus Entsetzen und Schadenfreude entspricht.»
«Sydsvenskan»: Trumps Deal nützt nur der iranischen Führung
MALMÖ: Die liberale schwedische Tageszeitung «Sydsvenskan» (Malmö) meint am Freitag zum Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran:
«Der größte Fehler, den man bei Verhandlungen machen kann, ist, offensichtlich verzweifelt nach einem Abschluss zu streben. Das meinte US-Präsident Donald Trump in seinem Buch «The Art of the Deal» aus dem Jahr 1987. Nun begeht er genau diesen Fehler selbst. Es besteht kein Zweifel daran, dass der große Gewinner bei Trumps Deal das iranische Regime ist.
Als der Krieg im Februar eingeleitet wurde, versprach Trump, das iranische Volk zu befreien und den Stellvertreterkrieg gegen Israel durch Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah zu beenden. Und er wollte sicherstellen, dass der Iran keine Raketen besitzen darf und dessen Atomprogramm ausgeschaltet wird.
Für das iranische Volk ist das Abkommen nun jedoch eine Enttäuschung. Das Abkommen adressiert auch nicht die iranische Unterstützung für Israels Feinde. Und nun hat es das iranische Regime schwarz auf weiß, dass die Strategie der Blockade der Straße von Hormus und der Destabilisierung der Weltwirtschaft funktioniert. Der US-Präsident, der eigentlich die freie Welt anführen sollte, hat ein Abkommen geschlossen, das für alle schlecht ist - außer für das iranische Regime.»
«Pravda»: Trump und KI machen die Welt unberechenbarer
BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Pravda» schreibt am Freitag über Zukunftsperspektiven für die Welt:
«Die Welt versinkt im Chaos, und das vor allem deshalb, weil die Vereinigten Staaten von Amerika als weiterhin dominierende Weltmacht zu einem unberechenbaren Akteur geworden sind. Präsident Donald Trump zerschlägt aktiv die internationale Ordnung, die die USA aufgebaut und in den letzten 80 Jahren geführt haben. Die Finanzmärkte wachsen dennoch nicht nur in den USA, sondern auch in Ostasien, Südamerika und einem Großteil Europas. Ein Widerspruch? (...)
Es gibt praktisch keine politischen Beschränkungen mehr für die beschleunigte Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI), die zur treibenden Kraft des Wachstums der Märkte geworden ist. Ob zum Guten oder zum Schlechten, wird diese Entwicklung unkontrolliert weitergehen. (...)
Der rasche Abbau der Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Regierungen bewirkt, dass es keine wirksame Regulierung der KI geben wird. Jene Firmen, die extreme Modelle entwickeln, agieren als souveräne geopolitische Player (...). Es herrscht das Gesetz des Dschungels, aufgebaut auf rücksichtsloser und außerordentlich stark finanzierter technologischer Konkurrenz. (...)
Die unzureichende Regulierung der KI und moderner Waffensysteme bewirkt, dass künftige Konflikte weniger vorhersehbar und dadurch umso gefährlicher werden. (...) Kurz und klar gesagt: Die technologischen Neuentwicklungen, die jetzt das kräftige Marktwachstum bewirken, werden wohl weitergehen, zugleich aber auch mehr Risiken mit sich bringen.»