BANGKOK: Die thailändische Übergangsregierung prüft eine mögliche Verkürzung der derzeitigen visafreien Aufenthaltsdauer von 60 Tagen. Hintergrund sind laut Außenminister Sihasak Phuangketkeow zahlreiche Beschwerden, wonach einige Ausländer die Regelung missbrauchen, um illegalen Aktivitäten nachzugehen oder lokale Bewohner auszunutzen.
Der Minister äußerte sich dazu am Mittwoch (18. Februar 2026) während eines Besuchs auf Phuket, wo Vertreter der Tourismusbranche besonders deutlich auf problematische Auswirkungen des Systems hingewiesen hatten.
Kritik an 3-Millionen-Baht-Investmentregel
Auch die bereits geltende Mindestinvestition von drei Millionen Baht in Immobilien für bestimmte Langzeitvisa sorgt in Phuket für Kritik. Branchenvertreter argumentieren, dass der Betrag zu niedrig sei und Besucher anziehen könne, die nicht den gewünschten Qualitätsansprüchen entsprechen. Gleichzeitig werde befürchtet, dass steigende Nachfrage die Immobilienpreise in die Höhe treibe und Wohnraum für Einheimische verteuere.
Dauer der visumfreien Einreise wird überprüft
Nach Angaben von Sihasak bereitet die Regierung eine Überprüfung der bestehenden Visamaßnahmen vor, insbesondere der visafreien Einreise. Das Programm gilt seit Mitte 2024 und erlaubt Staatsangehörigen aus 93 Ländern einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen. Es wurde ursprünglich unter der damaligen Regierung von Premierminister Srettha Thavisin eingeführt, um den Tourismussektor anzukurbeln. Nach Einschätzung des Außenministers könnte die aktuelle Dauer zu lang sein, da die meisten Besucher im Durchschnitt nur zwischen 15 und 30 Tagen im Land bleiben.
Balance zwischen Tourismus und Sicherheit
Vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über grenzüberschreitende Kriminalität betonte der Minister, dass mögliche Anpassungen stets von umfassenden Sicherheitsmaßnahmen begleitet werden müssten, um eine missbräuchliche Nutzung Thailands als Ausgangspunkt für illegale Aktivitäten zu verhindern. Ziel sei es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Förderung des Tourismus und der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit zu schaffen.
Übergangsregierung kann Visa-Regeln anpassen
Nach Angaben des Ministeriums für Tourismus und Sport hatten Branchenvertreter bereits im vergangenen Jahr eine Änderung der Regeln vorgeschlagen. Das Ministerium vertritt die Auffassung, dass eine Verkürzung der Aufenthaltsdauer den Tourismus nicht beeinträchtigen würde. Die derzeitige Übergangsregierung unter Premierminister Anutin Charnvirakul von der Bhumjaithai-Partei, die die Wahl am 8. Februar 2026 gewonnen hat, kann eine entsprechende Anpassung beschließen, da eine neue Regierung bislang noch nicht gebildet wurde.
wieso fällt das eigentlich keinem auf?