MELBOURNE/BANGKOK: Eine 26-jährige Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Thai Airways ist in Australien wegen des mutmaßlichen Schmuggels von mehr als einem Kilogramm Heroin angeklagt worden. Während die Frau in Melbourne in Untersuchungshaft sitzt, haben sowohl Thai Airways als auch der Flughafen Suvarnabhumi Stellung zu dem Fall genommen und die Sicherheitsabläufe erläutert.
Nach Angaben der Australian Federal Police (AFP) und der Australian Border Force (ABF) war die Thailänderin am 25. Juni 2026 als Besatzungsmitglied an Bord des Thai-Airways-Fluges TG465 aus Bangkok in Melbourne eingetroffen. Nach der Landung wurde ihr Gepäck von Beamten der Grenzschutzbehörde für eine Kontrolle ausgewählt.
Röntgenkontrolle deckt Heroin auf
Bei der Röntgenuntersuchung stellten die Beamten Auffälligkeiten in zwölf Stofftaschen fest. Eine anschließende Durchsuchung ergab nach Behördenangaben, dass in den Innenfuttern der Taschen weißes Pulver versteckt gewesen sein soll. Ein Schnelltest habe positiv auf Heroin reagiert. Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen wird auf rund 500.000 australische Dollar (etwa 11,5 Millionen Baht) geschätzt.
Die Frau wurde noch am Flughafen festgenommen und wegen der Einfuhr sowie des Besitzes einer zum Handel bestimmten Menge einer kontrollierten Droge angeklagt. Beide Straftatbestände können nach australischem Recht mit bis zu 25 Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Die Beschuldigte befindet sich seit dem 26. Juni in Untersuchungshaft. Die nächste Anhörung vor dem Melbourne Magistrates’ Court ist für den 14. September angesetzt.

Im Zusammenhang mit dem Fall erklärte der Direktor des Flughafens Suvarnabhumi, Kittipong Kittikachorn, dass das Gepäck der Flugbegleiterin vor dem Abflug in Bangkok ordnungsgemäß kontrolliert worden sei. Die Auswertung der Gepäckdaten habe ergeben, dass das Gepäck die standardmäßige Röntgenkontrolle ohne Auffälligkeiten passiert habe und vom Kontrollsystem als unbedenklich eingestuft worden sei.
Gepäckkontrolle ohne Auffälligkeiten
Kittipong betonte, dass die Sicherheitskontrollen beim Abflug den internationalen Vorgaben der International Civil Aviation Organization (ICAO) entsprechen. Ihr Hauptzweck sei die Erkennung von Sprengstoffen sowie anderen Gegenständen, die die Sicherheit eines Fluges gefährden könnten. Die Systeme seien dagegen nicht speziell für die Aufdeckung von Betäubungsmitteln ausgelegt.
Nach Angaben des Flughafens konzentrieren sich gezielte Drogenkontrollen in der Regel auf die Einreise in ein Land. Dabei kämen neben Röntgensystemen auch andere Methoden wie Spürhunde und nachrichtendienstlich gestützte Kontrollen zum Einsatz. Erst bei der Ankunft in Melbourne seien die Auffälligkeiten im Gepäck festgestellt worden.

Thai Airways bestätigte inzwischen, dass es sich bei der Festgenommenen um eine Mitarbeiterin des Kabinenpersonals handelt. Die Fluggesellschaft teilte mit, eine interne Disziplinaruntersuchung eingeleitet zu haben und mit den Behörden in Thailand und Australien zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen verwies darauf, dass Mitarbeitern der Besitz, Transport oder die Einfuhr illegaler Drogen sowie jede Beteiligung an entsprechenden Straftaten strikt untersagt seien. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würden disziplinarische Maßnahmen ergriffen.
Flugpersonal im Visier der Fahnder
AFP-Interimskommandantin Simone Butcher erklärte, dass die australischen Behörden konsequent gegen Personen vorgingen, die ihre berufliche Vertrauensstellung für den Drogenschmuggel missbrauchten. ABF-Kommandeur Clint Sims ergänzte, dass organisierte kriminelle Gruppen zunehmend versuchten, sogenannte „trusted insiders“, darunter auch Flugpersonal, für den Schmuggel illegaler Drogen nach Australien zu nutzen. Die Grenzschutzbehörde setze deshalb auf nachrichtendienstlich gestützte Kontrollen und moderne Erkennungstechnologien, um Verstöße gegen die Einreise- und Zollbestimmungen aufzudecken.