Thailand rüstet sich für Dürre

Weniger Regen zwingt Behörden zum Handeln

Thailand bereitet sich auf mögliche Trockenphasen vor und will die Wasserreserven in den Stauseen gezielt sichern. Im Bild der Khun Dan Prakarn Chon Dam in Nakhon Nayok. Foto: Noppon Meenuch/Unsplash
Thailand bereitet sich auf mögliche Trockenphasen vor und will die Wasserreserven in den Stauseen gezielt sichern. Im Bild der Khun Dan Prakarn Chon Dam in Nakhon Nayok. Foto: Noppon Meenuch/Unsplash

BANGKOK: Die thailändische Behörde für nationale Wasserressourcen (ONWR) hat nach einer Dringlichkeitssitzung mit den zuständigen Behörden eine landesweite Anpassung des Wassermanagements angeordnet.

Hintergrund sind erste Anzeichen einer möglichen Trockenperiode, nachdem die seit Jahresbeginn gemessenen Niederschläge landesweit um zwölf Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt lagen. Eine Ausnahme bildet lediglich die Westküste Südthailands, wo 18 Prozent mehr Regen als üblich registriert wurden.

Neuer Wasserplan gegen Trockenphasen

Nach Angaben des ONWR-Generalsekretärs Chayan Muangsong bestätigten Prognosen des Thailändischen Meteorologischen Amts (TMD) sowie der National Science and Technology Development Agency (NSTDA), dass ab der zweiten Juliwoche 2026 in einigen Regionen Trockenphasen einsetzen könnten. Deshalb sollen alle zuständigen Behörden ihre Wasserbewirtschaftung nach dem sogenannten „Dynamic Operation Curve“-Modell ausrichten. Ziel ist es, möglichst viel Regenwasser zu speichern und die Wasserreserven in den Stauseen als zusätzliche Reserve für mögliche Dürreperioden zu erhalten.

Zum Stichtag am 23. Juni 2026 verfügte Thailand über Wasserreserven von insgesamt 44,794 Milliarden Kubikmetern, was 55 Prozent der landesweiten Speicherkapazität entspricht. Damit lagen die Reserven um 293 Millionen Kubikmeter unter dem Vorjahreswert.

Stauseen stehen unter Beobachtung

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit 15 großen und 79 mittelgroßen Stauseen mit niedrigen Wasserständen. Gleichzeitig müssen 60 Stauseen mit hohen Füllständen weiter überwacht werden, darunter die vier großen Stauseen Mae Ngat Somboon Chon, Kiu Lom, Mae Chang und Lam Pao. Hinzu kommen 35 mittelgroße sowie 21 kleinere Speicheranlagen, für die die Wasserabgabe je nach Entwicklung angepasst werden soll.

Die Sitzung beschloss außerdem, dass das Royal Irrigation Department und die Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) die Wasserbewirtschaftung der großen Stauseen künftig nach den Vorgaben der Dynamic Operation Curve steuern. Wasserstände und Wetterentwicklung sollen kontinuierlich bewertet werden, damit Speicher-, Abgabe- und Verteilungspläne jederzeit an die verfügbaren Reserven angepasst werden können.

Wasserknappheit frühzeitig bekämpfen

Parallel dazu bereitet das ONWR gemeinsam mit den zuständigen Behörden Maßnahmen für Regionen vor, in denen während der Regenzeit Wasserknappheit drohen könnte. Nach aktuellen Prognosen sind innerhalb des Versorgungsgebiets der Provincial Waterworks Authority (PWA) insgesamt 21 Wasserwerke in 18 Provinzen gefährdet. Außerhalb des PWA-Netzes gelten weitere 48 Bezirke und 60 Unterbezirke in 24 Provinzen als potenziell betroffen.

Die PWA hat bereits Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören der Bau zusätzlicher Wasserleitungen, das Abpumpen von Wasser aus Reserven, der Bau provisorischer Wehre, Ausbaggerungen sowie die Beschaffung von Rohwasser aus privaten Quellen.

Landwirtschaft wird eng überwacht

Im Agrarsektor beobachten die Behörden weiterhin die Wasserversorgung von Reisfeldern, Feldfrüchten und Gemüse. Nach derzeitiger Einschätzung reichen die vorhandenen Wassermengen bis zur Ernte aus. Für Obstplantagen und Dauerkulturen arbeiten die Provinzlandwirtschaftsämter mit dem Royal Irrigation Department zusammen, um Landwirte in Gebieten mit knappen Wasserreserven frühzeitig zu informieren. Gleichzeitig wird empfohlen, Bewässerungskanäle in den Obstplantagen auszubaggern, um Regenwasser besser speichern zu können.

Auch die Wasserqualität wird überwacht. Sechs Wasserwerke in vier Provinzen gelten als besonders gefährdet. Dort bereitet die PWA Ausweichmaßnahmen vor, darunter die Versorgung über benachbarte Wasserwerke sowie den Zukauf von aufbereitetem Trink- und Rohwasser von privaten Anbietern.

Flexible Reaktion auf Wetterlage

Nach Angaben des ONWR sollen die Wasserbewirtschaftung und alle Vorsorgemaßnahmen fortlaufend an die regionale Lage und die weitere Wetterentwicklung angepasst werden, um die Auswirkungen möglicher Trockenperioden für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

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