BANGKOK: Thailand entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Standort für ausländische Langzeitaufenthalte – mit spürbaren Auswirkungen auf den Einzelhandel. Nach einer aktuellen Analyse von „The 1 Insight“ geben ausländische Verbraucher im Durchschnitt rund 1,5-mal mehr aus als thailändische Kunden.
Als treibende Kraft gilt dabei die sogenannte „Expat Economy“, bei der nicht mehr nur Touristen, sondern vor allem dauerhaft oder regelmäßig im Land lebende Ausländer die Nachfrage in zahlreichen Handelssegmenten prägen.
Thailand gewinnt mehr Langzeitgäste
Die Entwicklung steht im Einklang mit dem „Expat Insider Report 2024“, der Thailand zu den zehn attraktivsten Ländern weltweit für Auswanderer zählt. Immer mehr Menschen entscheiden sich demnach dafür, in Thailand zu leben, zu arbeiten, eine Familie zu gründen oder über längere Zeiträume im Land zu verbringen.
Nach Angaben von „The 1 Insight“ verlagert sich das Konsumverhalten ausländischer Kunden zunehmend von klassischen Urlaubsausgaben hin zu regelmäßigen Einkäufen des täglichen Bedarfs. Statt einmaliger Souvenirkäufe stehen bei Expats Lebensmittel, Mode, Kosmetik, Haushaltswaren, Kinderartikel sowie Gesundheits- und Freizeitprodukte im Mittelpunkt. Dadurch entstehen für den Einzelhandel stabilere und langfristigere Umsätze.
Zwei Gruppen prägen den Einzelhandel
Die Analyse unterscheidet zwei Hauptgruppen ausländischer Verbraucher. Den größten Wachstumstreiber bilden sogenannte Langzeitaufenthalter, die dauerhaft in Thailand leben oder arbeiten und kontinuierlich einkaufen. Hinzu kommen regelmäßige Besucher, die sich mehrmals im Jahr jeweils über längere Zeit im Land aufhalten und ebenfalls hohe Ausgaben tätigen, deren Wachstum sich inzwischen jedoch stabilisiert.
Grundlage der Untersuchung sind die Daten von „The 1 Insight“, der Analyse- und Marktforschungseinheit der Kundenbindungsplattform „The 1“ des Central-Konzerns. Die Plattform verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 20 Millionen Mitglieder und wertet Transaktionsdaten sowie künstliche Intelligenz aus, um Konsumtrends zu analysieren.
Chinesen kaufen verstärkt Kosmetik
Dabei zeigen sich je nach Herkunftsland deutliche Unterschiede im Einkaufsverhalten. Chinesische Verbraucher geben besonders viel für Heimwerker- und Einrichtungsartikel sowie Kosmetik aus. Nach Einschätzung von „The 1 Insight“ hängt dies zunehmend mit langfristigen Aufenthalten und Immobilienbesitz in Thailand zusammen.
Gleichzeitig tragen auch individuell reisende Touristen aus China zu höheren Pro-Kopf-Ausgaben bei. Russische Verbraucher investieren überdurchschnittlich in Kinderprodukte und Lebensmittel. Vor allem in Phuket konzentrieren sich ihre Einkäufe auf den täglichen Familienbedarf, was auf die wachsende Zahl russischer Langzeitaufenthalte zurückgeführt wird.
Japaner setzen auf Alltagsbedarf
Japanische Kunden weisen besonders hohe Ausgaben für Lebensmittel, Gesundheits- und Kosmetikprodukte sowie Bücher und Schreibwaren auf. Ein Großteil dieser Einkäufe entfällt auf den Bangkoker Stadtteil Sukhumvit, der als wichtiges Wohn- und Geschäftsviertel der japanischen Expat-Gemeinschaft gilt.
Auch Verbraucher aus Myanmar und Laos tragen erheblich zum Einzelhandel bei. Kunden aus Myanmar kaufen überdurchschnittlich häufig Kosmetik- und Modeartikel. Die Einkäufe erfolgen sowohl in der Grenzstadt Mae Sot als auch in großen Einkaufszentren Bangkoks und dienen neben dem Eigenbedarf teilweise auch als Geschenke oder für den Weiterverkauf in Myanmar. Kunden aus Laos geben ebenfalls deutlich mehr für Kosmetik sowie für Kinder- und Sportartikel aus und nutzen vor allem Einkaufszentren im Nordosten Thailands für grenzüberschreitende Familieneinkäufe.
Malaysier kaufen vor allem Mode
Malaysische Verbraucher konzentrieren ihre Ausgaben vor allem auf Mode. Beliebte Einkaufsziele sind Hat Yai sowie große Einkaufszentren in Bangkok. Obwohl die Ausgaben pro Reise bereits auf einem hohen Niveau liegen, sehen die Analysten weiteres Wachstumspotenzial, wenn mehr Malaysier häufiger nach Thailand reisen.
Nach Einschätzung von „The 1 Insight“ entwickelt sich Thailand damit zunehmend von einem klassischen Urlaubsziel zu einem regionalen „Global Lifestyle Hub“. Der Einzelhandel profitiere immer stärker von Ausländern, die dauerhaft oder regelmäßig im Land leben und deren Ausgaben fest in den Alltag integriert seien. Dadurch werde der ausländische Konsum zu einer immer wichtigeren und stabileren Säule der thailändischen Wirtschaft.
Und wir? Die Farangs aus Europa und US werden gar nicht aufgeführt. Woran liegt das? Das wir nichts mit der Kundenbindungsplattform des Central Konzerns zu tun haben oder geben wir 3x mehr aus thailändische Kunden und würden somit die ganze Analyse durcheinander bringen?