BANGKOK: Nach der Festnahme einer Flugbegleiterin wegen eines mutmaßlichen Heroinschmuggels in Australien hat der Verwaltungsratsvorsitzende der Thai Airways International (THAI), Lavaron Sangsnit, eine umfassende Überprüfung der Vorschriften für das Kabinenpersonal angeordnet. Der Vorfall habe nicht nur das Ansehen der Fluggesellschaft, sondern auch den internationalen Ruf Thailands beschädigt.
Lavaron, der zugleich Staatssekretär im thailändischen Finanzministerium ist, erklärte, dass die Fluggesellschaft den Fall mit hoher Priorität untersuche. Dabei solle geklärt werden, was sich bei dem Vorfall am 25. Juni 2026 am Flughafen Melbourne tatsächlich ereignet habe und ob die betroffene Flugbegleiterin möglicherweise unwissentlich illegale Gegenstände transportiert habe. Die Frau befindet sich weiterhin in Australien in Untersuchungshaft und muss sich dort vor Gericht verantworten.
Anklage nach Heroinfund in Melbourne
Nach Angaben der australischen Behörden wurde die 26-jährige THAI-Mitarbeiterin am Flughafen Melbourne festgenommen, nachdem mehr als ein Kilogramm Heroin in den Innenfuttern mehrerer Tragetaschen entdeckt worden war. Gegen sie wurden Anklagen wegen der Einfuhr und des Besitzes von Heroin erhoben. Das Verfahren wird vor einem australischen Gericht fortgesetzt.
Lavaron wies die Unternehmensführung an, die bestehenden Dienstvorschriften für das Kabinenpersonal unverzüglich zu überprüfen. Zwar verbieten die geltenden Regelungen den Besitz, die Einfuhr, den Transport oder jede Beteiligung an Betäubungsmitteln und anderen illegalen Gegenständen ausdrücklich. Dennoch solle geprüft werden, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichend und zeitgemäß seien.
Kontrollen sollen verschärft werden
Nach seinen Angaben sollen die Kontrollen verschärft und die internen Abläufe überarbeitet werden, um mögliche Schwachstellen zu schließen. Ziel sei es, das Vertrauen der Öffentlichkeit rasch wiederherzustellen und sicherzustellen, dass sich ein derart schwerwiegender Vorfall nicht wiederhole.
Der Verwaltungsratsvorsitzende räumte ein, dass der Fall erhebliche Auswirkungen auf das Ansehen der nationalen Fluggesellschaft und Thailands insgesamt habe. Zudem sei damit zu rechnen, dass die australischen Behörden die Kontrollen von Besatzungsmitgliedern auf Flügen aus Thailand verschärfen. Dies könne sich auch auf reguläre thailändische Passagiere auswirken, die nach Australien reisen.
Thai Airways hatte bereits zuvor erklärt, uneingeschränkt mit den australischen Behörden zusammenzuarbeiten und parallel eine eigene interne Untersuchung des Vorfalls einzuleiten.