Schaffhausen ist (fast) gleich neben Zürich

Brombeeren reifen heran, Katastrophe im Garten, Grauer-Star-OP ist sehr fällig

Die tolle Altstadt von Schaffhausen zieht sich runter an den mächtigen Rhein. Fotos: hf
Die tolle Altstadt von Schaffhausen zieht sich runter an den mächtigen Rhein. Fotos: hf

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Schauen Sie mal von Thailand (von Pattaya, Nong Khai oder Surat Thani aus geschaut ist unwesentlich) in Richtung Schweiz: Da sehen Sie, Zürich liegt gleich neben Schaffhausen. Beide Orte haben absolute Vorteile: Zürich hat den See, Schaffhausen den Rhein, den Rheinfall gleich daneben und eine einzigartige mittelalterliche Altstadt. Und die Immobilienpreise – Miete oder Kauf – unterscheiden sich erheblich. Zahlt man für eine Immobilie 1 Million Franken in Zürich, bezahlt man für die vergleichbare Immobilie in Schaffhausen höchstens die Hälfte.

In der malerischen Altstadt stehen viele Prachtbauten.
In der malerischen Altstadt stehen viele Prachtbauten.

Von Oerlikon aus – das ist gleich neben Seebach, wo ich wohne – braucht der Bummelzug nach Schaffhausen eine knappe Stunde. Ich besteige ihn mit meinem 9-Uhr-Pass und fahre damit ohne Zusatzkosten in die Kantonshauptstadt des Kantons Schaffhausen. Und gleich unterhalb des Bahnhofs zieht sich die mittelalterliche Altstadt hinunter an die Ufer des Rheins. Die ist alleweil einen Spaziergang wert.

Wunderschöne antike Altstadt vorhanden

Hinunter an den Rhein. Unzählige Erker markieren den Weg hinunter durch die antiken Häuserzeilen an den majes­tätischen Fluss, der sich durch halb Europa ergießt. Von hier gäbe es Schiffe nach Stein am Rhein und Kreuzlingen oder den Fußweg an den weltberühmten Rheinfall weiter fluss­abwärts. Und viele einladende Restaurants sind in der Schaffhauser Altstadt vorhanden.

Jede Menge Brombeeren reifen nun.
Jede Menge Brombeeren reifen nun.

Es gibt hier einen Walter Bringolf Platz, der an den bekannten linken Politiker erinnert, der es nie in den Bundesrat geschafft hat, obwohl er für dieses hohe Amt durchaus geeignet war. Ein Thai-Restaurant sehe ich auch, aber dazu bin ich in der Schweiz immer noch zu neu, zu wenig homesick.

In Zürich herrscht bekanntlich aktive Wohnungsnot, in Schaffhausen ist das völlig anders. Sowohl Mietwohnungen als auch Eigentumswohnungen gibt es in großer Zahl und etwa zur Hälfte der Preise, die in Zürich zu bezahlen sind.

Ich könnte also meine Wohnung in Zürich verkaufen und hier eine doppelt so große dafür bekommen: Zum Flughafen Kloten dauert es mit dem Zug auch nur etwa 40 Minuten. Das sind so Gedankenspiele.

Ich sehe offenbar nicht mehr so gut

Die Sonnenblumen sehen leider lausig aus.
Die Sonnenblumen sehen leider lausig aus.

Ein negatives Ergebnis haben meine diversen medizinischen Checkups bisher erbracht: Ich sehe offenbar nicht mehr so gut. Erst seit ich die Diagnose Grauer Star oder Linsentrübung habe, merke ich – sehe ich – das überhaupt. Im Bahnhof Stadelhofen muss ich so nah wie möglich an die Anzeigentafel heran, um überhaupt noch irgendeine Abfahrt erkennen zu können. In etwa drei Wochen findet die genaue Vermessung statt, danach werden dann die zwei Linsen an verschiedenen Tagen ausgewechselt. In meiner Altersgruppe lässt sich der Effekt bei der Hälfte der Leute feststellen, ein 15-minütiger Routineeingriff und bezahlt von meiner Schweizer Krankenkasse, sehr nett in der Tat.

Ich gehe allerdings nicht alleine zum Eingriff. Beim Erstbesuch wurden Augentropfen appliziert, die die Augen erweitert haben: Beim Verlassen der Klinik war ich fast blind, was außerordentlich unangenehm war. Beim nächsten Mal nehme ich deshalb einen menschlichen „Blindenhund“ mit.

In den Gärten um mich herum in Seebach wachsen die Brombeeren mit aller Macht heran, enorm viele Früchte. Das steht im argen Kontrast mit meinen eigenen Pflanzversuchen, die eine einzige Katastrophe waren. Alle fünf Basilikumsorten sind längst von den Schnecken verspeist. Die Sonnenblumen serbeln ebenso wie die Passionsblumen und die Artischocke. Nur der Gewürzlorbeer gedeiht. Insofern ist es durchaus Zeit, nach Thailand zurückzukehren, wo diese grässlichen Waldschne­cken völlig unbekannt sind.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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