Die Normalität kehrt nun langsam zurück

Physio- und Ergotherapie, Rhabarberwähe und leckere Käseschnitte, Aperol

Aperol Spritz schmeckt immer. Fotos: hf
Aperol Spritz schmeckt immer. Fotos: hf

Eine derartige Hals- oder Rückenoperation zur Behebung oder mindestens Milderung einer Stenose ist natürlich ein ziemlicher Einschnitt, nur langsam kämpft man sich danach einsam zurück ins „normale“ Leben.

Auch wenn es keine verordnete Reha gibt, die Unterstützung durch bezahlte Spitex, Physio- und Ergotherapie im vorbildlichen Schweizer Gesundheitssystem ist doch recht umfassend und sehr hilfreich. Dennoch versucht der genesende Patient so rasch als möglich wieder auf eigenen Beinen zu stehen, was einmal leichter, ein anderes Mal schwerer fällt…

Die grässlich Wunde am Nacken verheilt rasch.
Die grässlich Wunde am Nacken verheilt rasch.

Ich hatte bis jetzt (zum großen Glück) noch nie mit Spitex zu tun, und diese Organisation, die Kranke zu Hause – in ihrer natürlichen Umgebung – unterstützt, damit sie möglichst lange selbständig funktionieren können, wurde mir von den Spitalärzten verordnet. Das spart dem Gesundheitswesen erhebliche Kosten und hilft dem Wohlbefinden des Patienten in ganz großem Maß. Diese so nützliche Organisation hatte in meinen Augen allerdings ein sehr behäbiges Image, bestand in meiner Einschätzung vor allem aus Frauen – Mutterfiguren – von 50 Jahren und mehr.

Lauter moderne und sehr sexy Frauen

Doch die Realität sah völlig anders aus. Der Erstkontakt war eine kompetente, elegante, sexy junge Schwarze mit Nidwaldner Dialekt. Hätte ich sie zuerst im Tram getroffen, würde ich sie wohl auf Englisch angesprochen haben, weil in meiner Jugend solche Leute sicher kein Schweizerdeutsch sprachen und praktisch nie hier sozialisiert waren, heute hingegen wirke ich aus der Zeit gefallen, irgendwie peinlich.

Alle drei weiteren Spitex-Frauen waren allesamt jung, kompetent, selbst bewusst, keine Heimchen am Herd, nicht wie in meinem Stereotyp erwartet.

Eine prima Rhabarber Wähe…
Eine prima Rhabarber Wähe…
Käseschnitten passen zum Wetter.
Käseschnitten passen zum Wetter.

Auch Physiotherapie wurde verordnet, sie ist an der nächs­ten Tramstation gelegen, leicht zu Fuß zu erreichen von meiner Wohnung aus. Hier hat mich Sarah, eine fesche Italienerin, unter ihre Fittiche genommen, sehr nett. Und auch eine Ergotherapie habe ich – nach einigen Anfangsschwierigkeiten – schließlich ausfindig gemacht. Ich verzeichne auch ständig Fortschritte und werde von den allesamt jungen Frauen sehr gelobt… Mir geht das Ganze aber natürlich viel zu lange.

Kochen schmeckt und ist Therapie

Da ich noch keine großen Gewichte heben soll, bin ich beim Einkaufen erheblich eingeschränkt. Doch ich habe bereits wieder zu kochen angefangen, ein gutes Zeichen. Bereits habe ich eine sehr leckere Rhabarber-Wähe produziert, mit Teig ohne Gluten von der Migros und tiefgefrorenen Rhabarber-Stücken – in etwa einem Monat gibt es dann bereits frischen Rhabarber.

Osterglocken blühen nun wieder.
Osterglocken blühen nun wieder.

Auch sehr schmackhafte Käseschnitten gingen mir leicht von der Hand und Nüss­lisalat (Feldsalat) passt auch zu Pouletflügeln aus der Heißluft-Fritteuse, Schnitzeln oder dem sehr saisonalen Bärlauch-Cervelat...

Im Odeon habe ich erste, post-operative Aperol Spritz reingezogen, grauenhaft teuer zwar, aber das ist mir schnurz­egal.

Einen Rückflug nach Thailand habe ich noch nicht, denke aber, dass es Ende Mai so weit sein wird. Ich schaue mich dann nach dem Kriegsende darum um, wenn die Preise wieder normaler geworden sind, momentan sind sie ja gerade mondsüchtig.

Heute hatten wir gerade wieder einmal einen Kälteeinbruch mit Schnee, der sogar in Zürich ein paar Stunden liegen blieb, aber so wird es ja wahrscheinlich nicht ewig bleiben. Und in Thailand soll es – so wird mir gerade berichtet – grauenhaft heiß sein…


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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