Ich baue eine neue Garage mit Zufahrt direkt an der Straße. So spare ich eine großflächige Betonpiste ein und beseitige sie – wo der Boden versiegelt ist – die momentan noch hin führt zur bestehenden „Garage“: Die wird neu zum überdeckten, aber luftigen Gym und Liegeterrasse direkt neben dem neuen 12-Meter-Swimmingpool. Synergieeffekte nennt man das.

Bevor wir die neue Garage bauen können, müssen wir die Mauer zur Straße hin entfernen. Am einfachsten geht das mit einem kleinen Löffelbagger. Im Nu ist die 25-jährige Mauer gefallen, die Betonteile auf der Deponie verschwunden. Die gute Erde wird – 2 Lastwagen voll – in den hinteren Teil des Grundstücks verfrachtet. Hier haben wir 20 große Betonringe – immer zwei aufeinander – aufgestellt, die wie gigantische Blumentöpfe wirken. Nun können unsere alten Baobabs das Laufen lernen.
Alte Bäume kann man verpflanzen
In Nong Khai haben wir 10 afrikanische Baobabs (Adansonia digitata), die ihren ursprünglichen Pflanzsäcken oder Töpfen längst entwachsen sind. Zwischen 10 und 15 Jahre sind sie alt und um die 10 Meter hoch, gefährlich nahe an den Stromkabeln… Aus Sicherheitsgründen müssÂten wir die eigentlich bald fällen, was jammerschade wäre! Wir wollen sie da doch lieber verpflanzen…

Wir schneiden sie zuerst einmal brutal in der Höhe zurück. Das überstehen die Baobabs nicht nur, in einem bis zwei Jahren sind sie wieder gleich groß wie vorher und von Auge sieht man keinen Unterschied mehr. Dann kommt der Löffelbagger zum Einsatz – Synergie! – und gräbt die Stumpfe mit den gigantischen Wurzeln aus und verfrachtet die immer noch extrem schweren Restbäume in die neuen „Betontöpfe“. Die 2 Lastwagen mit guter Erde reichen gerade zur Befüllung aus, anderthalb Tage benötigen wir für dieses gigantische Umtopfen.
Baobabs überleben typischerweise einen Waldbrand oder extrem lange Trockenzeiten, da sie gigantische Mengen an Wasser in ihren Stämmen und Wurzeln speichern können. Was sie hingegen ganz schlecht vertragen ist stehende Nässe, da kippen sie gewissermaßen aus den Schuhen: Mit unseren großen Topf-Betonringen verhindern wir genau das.
Nahrung für Dschungel-Schweine

Tapereba heißt ein Baumgigant aus dem Amazonasgebiet, der im Garten zu Nong Khai gleich zweimal Fuß gefasst hat. Spondias mombin heißt der Baum auf Lateinisch, der ein enger Verwandter der hiesigen Makok-Bäume ist, der sogenannten Thai-Olive, die im beliebten Som Tam verwendet wird. Die gelbe, saure Frucht um einen relativ großen, holzigen Kern der Tapereba wird im Englischen auch als „Schweine-pflaume“ gehandelt, weil die Wildschweine im Amazonas-Gebiet sich sehr gerne von den zahllosen Früchten ernähren, die somit eine ähnliche Funktion haben wie die Eicheln in den Wäldern des Mittelmeergebiets.
Beim geplanten Schwimmbecken aus Fiberglas sind wir in Udon Thani – also ganz in der Nähe von Nong Khai – fündig geworden. Bereits am 25. Juli soll der Aufbau beginnen, die Kinder freuen sich bereits riesig! Bis dann ist auch die neue Garage sicher bereit.
Das Dach ist bereits fertig geflickt und total gereinigt, wirkt wie neu. Die Solaranlage könnte insofern eigentlich installiert werden, aber da PEA ja den überschüssigen Strom nicht abnehmen kann, weil die Quote in Nong Khai schon ausgeschöpft ist, scheint wieder offen zu sein, wer den Zuschlag schlussendlich bekommt. Das Thema ist sicher nicht vom Tisch, ich berichte dann wieder.
Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!
