Vor dieser Operation im Nackenbereich hatte ich große Angst. Aber alle drei konsultierten Neurologen rieten mir eindeutig dazu, und zwar auch noch zu einem „zeitnahen“ (raschen) Eingriff. Ich wollte aber zuerst drei Monate in Thailand verbringen, doch nun war ich ohne Enthusiasmus endlich in die bitterkalte Schweiz zurückgekehrt, um mich unters Messer zu legen.
Mit Ausfällen fing das Ganze an. Ich hatte Krämpfe an beiden Armen und Beinen, Rückenschmerzen, die Kontrolle über meine Arme und Beine schien mir zu entgleiten. Ich hatte große Mühe, die Hemdenknöpfe zu schließen. Auch ein normales Gehen wurde immer schwieriger. Was war bloß los? Hatte ich Parkinson oder was?
Die Röhre bringt es dann an den Tag
Schließlich wurde ich in diese lärmige Röhre geschoben, ein MRI lieferte eindeutige Bilder, die sogar mir dem Laien sofort einleuchteten. Ich litt an einer Stenose, der Begriff war mir damals noch neu. Der Rückenmark-Kanal wies drei Einbuchtungen auf, die den Informationsfluss vom Gehirn in die Glieder beeinträchtigten, störten. Die elektrischen Impulse flossen nicht mehr rund, genau wie das Wasser nicht mehr gut fließt, wenn der Gartenschlauch solche Einbuchtungen aufweist. Daraus erklärt sich die oben beschriebene Symptomatik.
![]() Ein Augenschein in Rheinfelden. | ![]() Ein grässliches Bild nach der OP. |
Die Antwort der Neurologen lautet: Platz schaffen! Das heißt konkret, sie schneiden in meinem Fall am Hals, hinten, auf und fräsen an den Knochen herum. Da meine Mutter bei einem ähnlichen Eingriff im Rollstuhl gelandet ist, war meine Lust auf diesen Eingriff sehr begrenzt. Doch das war vor über zwanzig Jahren…
Einzelzimmer: 3.000 Franken pro Tag
Im Vorfeld der von den befragten Neurologen als „unangenehm“ eingestuften Operation wollte ich vom Zürcher Unispital wissen, wieviel ein Upgrade zu einem Einzelzimmer kosten würde? 3.000 Franken pro Tag, lautete die Antwort, weil es nicht nur ein Upgrade bei der Zimmerkategorie gäbe, sondern zur „Privat“-Behandlung. Das heißt, ich würde von einem Professor meiner Wahl operiert, nicht „nur“ von einem Oberarzt… Ich habe darauf verzichtet.
![]() Es ist Tulpenzeit in der Schweiz. | ![]() |
Als ich am Sonntag vergangener Woche ins Spital eintrat, war ich die erste Nacht ohnehin allein in einem Doppelzimmer, nachher dann zu zweit. Das war sehr auszuhalten.
Da mir mein Hausarzt schon gesagt hatte, dass es bei dieser Operation wahrscheinlich keine von der Krankenversicherung bezahlte Reha gäbe, bin ich vorher nach Rheinfelden gefahren, um mir eine private Reha anzuschauen. Die hätte mich dann etwa 3.000 Franken pro Woche gekostet, mit Viergang-Menü und jenem Schnick-Schnack. Das war dann aber auch nicht notwendig.
Am Montag wurde ich operiert und danach aufs beste im Unispital gepflegt: Wirklich erstklassige, empathische Pflege, auch in der Holzklasse.
Am Donnerstag wurde ich nach Hause entlassen, prima Spitex-Frauen schauen jeden zweiten Tag herein.

Wenn trotz der Schmerzmittel eine deftige Schmerzwelle anrollt, lege ich mich flach auf den Rücken, dann lässt der Schmerz rasch nach.
Das Ganze ist unangenehm, aber auszuhalten. Die Krämpfe in Händen, Armen und Beinen sind schon weniger geworden.
Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!




