Wir sind noch einmal davongekommen!

Gartensitzplatz eröffnet, Zürcher Kirschblüte, Volkshaus, ich liebe dich sehr!

Bereits mehrmals konnten wir den Gartensitzplatz wieder nutzen. Fotos: hf
Bereits mehrmals konnten wir den Gartensitzplatz wieder nutzen. Fotos: hf

Trump zieht immer den Schwanz ein: Zum großen Glück! Die Drohung des gegenwärtigen Präsidenten im Weißen Haus, den Iran in die Steinzeit zurückzubomben, war für mich glaubhaft und hätte wohl wirklich zum Dritten Weltkrieg führen können. Deshalb war ich heilfroh, dass der zivilisationsvernichtende Angriff schließlich ausblieb. Das war – mit ganz großem Abstand – natürlich das wichtigste Ereignis der letzten zwei Wochen. Daneben sind meine Erlebnisse, meine Erfahrungen, meine gärtnerischen Beobachtungen natürlich Kinkerlitzchen, kaum der Rede wert.

Am Ostermontag – in Thailand, im Gegensatz zur Schweiz, kein Feiertag – hatte ich Gäste hier im Zürcher Vorort Seebach. Und das Wetter war erstmals so angenehm, dass ich den Gartensitzplatz eröffnen konnte. Es gab panierte Schweinekoteletts – und für unsere jüdische Freundin Mazal – Pouletflügel aus dem Air-Fryer – plus Pommes Allumettes und Nüsslisalat für alle. Auf dem Markt in Oerlikon habe ich ein paar Setzlinge der Kapuziner Kresse gekauft, werde sie demnächst pflanzen und so die Schäden beheben, die der in diesen Bereitengraden leider übliche Frost in den so grauenhaften Wintermonaten angerichtet hat.

Kirschblüte gibt es auch in Zürich

Bonn ist offenbar berühmt für die dortige Kirschblüte. Das wusste ich nicht, habe es in einem Tagesschau-Beitrag der ARD gelernt. Doch nun – derart sensibilisiert – sind mir auch in meinem Zürcher Seebach Quartier die blühenden Kirschen ins Auge gestochen: Phänomenal! Überhaupt, dieses Seebach ist ein außerordentlich angenehmes Quartier, sehr zentral und überaus urban. Ich jedenfalls schätze es mittlerweile sehr und werde meine zweieinhalb Zimmer-Wohnung hier jeweils von anfangs März bis Ende Mai behalten und nutzen, wenn es in Thailand immer heißer wird. Für die anderen neun Monate ist diese voll möblierte und ausgestattete Wohnung zu vermieten, aber leider nur für die vollen neun Monate. Falls jemand Interesse hat, bitte bei mir melden.

Nicht weit von meinem hiesigen Wohnort befindet sich der Flughafen (mit Bus und Tram erreichbar) und dort habe ich über Ostern einkaufen können. Die haben nämlich hier in Zürich völlig bekloppte und sehr eingeschränkte Einkaufszeiten, Ladenöffnungszeiten. Doch am Flughafen gelten solche Restriktionen nicht.

Auch der bunte Markt in Oerlikon ist unglaublich attraktiv und nicht weit davon befindet sich noch eine alte, traditionelle Buchhandlung, der „Nievergelt“, ein Relikt, zweifellos! Wenn ich zu früh bin für meine Ergotherapie im Ochsnerhaus schräg gegenüber, lümmle ich dort ein wenig herum. Und an der Außenfassade ist doch tatsächlich eine Figur des „Sprayers von Zürich“ (Harald Naegeli) erhalten geblieben, fast ein Wunder, in der Tat!

Blütenpracht an jeder Ecke…
Blütenpracht an jeder Ecke…
Kapuzinerkresse neu gepflanzt.
Kapuzinerkresse neu gepflanzt.

Das Volkshaus ist ein geiler Ort

Von meiner Wohnung in Seebach bin ich in einer halben Stunde mit den Bussen 40 und 32 am Helvetiaplatz, und da fahre ich jetzt fast täglich hin. Ich bin ein großer Fan des Volkshaus Restaurants und der angegliederten, großzügigen Bar geworden. Es gibt hier zum Morgenkaffee nicht nur den Tages-Anzeiger (leider ein ziemliches Käseblatt geworden und wohl nicht mehr zu retten) und die Neue Zürcher Zeitung (heute gerade mit saublödem Kommentar von Eric Gujer), sondern auch Die Zeit und die Süddeutsche. Der Kaffee ist ausgezeichnet, das Personal freundlich und sehr effizient. Man wird hier nicht vom Personal bedrängt zum Konsumieren, und man hat einen fantastischen Ausblick auf den Helvetiaplatz.

Komme ich erst am Nachmittag, genieße ich hier einen oder mehrere Apéros.

Das Restaurant ist übrigens ausgezeichnet. Ich habe vor 35 Jahren, als ich nach Thailand, abgehauen bin, gleich hier ums Eck an der Hohlstrasse gewohnt. Mein täglicher Aufenthalt im Volkshaus ist also so etwas wie eine Heimkehr, ich liebe es!


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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