Wiederholungen und Nong-Khai-Rituale

Sonnenblumen an der Goldküste und bald wohl auch in Pattaya und Seebach

Die Chinesischen Oliven wachsen hierzulande rasch und ausgezeichnet. Fotos: hf
Die Chinesischen Oliven wachsen hierzulande rasch und ausgezeichnet. Fotos: hf

Bereits wieder angepflanzt ist das alljährliche Feld mit Sonnenblumen beim Stadthaus unserer Gemeinde Had Kam oder „Goldküs­te“, das über die Jahre zum temporären Wahrzeichen von Nong Khai avanciert ist. Diese Pflanzen wachsen in dieser Jahreszeit rasend schnell.

Prächtige Aussicht auf den Teich.
Prächtige Aussicht auf den Teich.

Dank familiären Beziehungen konnte ich mir eine schöne Menge der eigentlich recht unscheinbaren Samen sichern. Davon nehme ich einige mit nach Pattaya und später auch nach Seebach in die Frühlingsferien. Mal schauen, ob diese Sonnenblumen an diesen beiden Orten auch so prächtig wachsen wie hier.

Bereits endet mein Aufenthalt in Nong Khai wieder: Mitte März muss ich mich in der Schweiz einer Rückenoperation unterziehen, da will ich vorher noch eine Weile in Pattaya verbringen, wo es ja auch sehr angenehm ist, verglichen mit Zürich, wo ja immer noch fast arktische Temperaturen herrschen. Die Schweiz ist ja praktisch drei Monate im Jahr unbewohnbar…

Wieder ein Jahr Aufenthalt gesichert

Der jährliche Gang zur Immigration stand natürlich auch wieder an. Zu den Unterlagen, die eingereicht werden müssen, um ein weiteres Jahr Aufenthalt in Thailand zu sichern, gehören in Nong Khai auch ein paar Bilder des Farangs, die ihn auf dem Bett, am Computer und vor dem Haus zeigen. Der Fotoladen, wo wir auch die geforderten Kopien machen ließen, konnte die Bilder ohne Wartezeiten ausdrucken.

Blüten der Chinesischen Olive.
Blüten der Chinesischen Olive.

Die Bank erstellte die geforderten Unterlagen zügig, so dass wir schon relativ früh auf der Immigration waren, wo wir eine Nummer fassten. Nach anderthalb Stunden war alles (inklusive Re-Entry) erledigt, doch der Chef, der den Vorgang noch unterschreiben muss, war in einer Sitzung, so dass wir den Pass erst am Nachmittag in Empfang nehmen konnten. Später rief uns die sehr freundliche Immigration an, die Sitzung des Chefs daure den ganzen Tag, wir könnten den Pass leider erst am nächsten Morgen abholen. Und das hat dann auch wie am Schnürchen geklappt.

Lustwandeln im sehr schönen Garten

Wir hatten Gäste zum Abendessen, nahmen den Apero auf der Terrasse mit dem fantastischen Ausblick auf den Garten und den riesigen Fischteich. Unsere Gäste nennen unseren Garten meis­tens „paradiesisch“, und sie haben damit recht. Wenn es mir langweilig ist, lustwandle ich durch mein Paradies. Gerade blühen mal wieder die Chinesischen Oliven äußerst heftig. Und sie tragen gleichzeitig die zunächst grünen, später schwarzen Früchte, die auch ein wenig wie richtige Oliven schmecken.

Lippenstift-Bäume ähneln Vogelschnäbeln.
Lippenstift-Bäume ähneln Vogelschnäbeln.

Auch die saisonalen Mango-Pflaumen, die stark wie Aprikosen aussehen und auch so schmecken, blühen noch und gleichzeitig sind schon kleine Früchte zu bestaunen. Diese sehr leckeren Gaben der Natur verpasse ich dieses Jahr, werde mich derweil an Schweizer Aprikosen schadlos halten.

​Prächtig sind auch die Elefantenohr-Feigen, deren riesige Blätter etwa die Ausmaße eines Elefantenohrs annehmen: Wir reden da von einem erwachsenen Elefanten! Die riesigen roten Früchte schmecken hingegen nicht nach gerade viel.

Die Lippenstift-Bäume oder -Büsche erfreuen uns nun bereits zum dritten Mal: Zuerst bringen sie filigrane, rosa Blüten hervor. Dann verwandeln sie die Blüten in knallrote Samenbehälter, die in jedem Garten ein Hingucker sind. Und jetzt – in der finalen Phase – öffnen sich die Samenbehälter und entlassen die reifen Samen in die Natur. Jetzt sehen sie aus wie Vogelschnäbel, sehr reizvoll das Ganze. Ich werde Nong Khai vermissen.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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