Die misslungene Verzwergung der Papayas

Das Dach flicken, eine seltene Frucht, „Schinken“ im Brotteig und Allerlei

Zuerst Löcher im Dach beseitigen und reinigen. Fotos: hf
Zuerst Löcher im Dach beseitigen und reinigen. Fotos: hf

Auch in Nong Khai will ich nun eine Solaranlage installieren lassen, da die Vorzüge dieser Art von Energieherstellung einfach völlig klar sind. Doch hier – weit weg von Bangkok – wähle ich einen etwas anderen Ansatz als in Pattaya: Ein lokaler Anbieter soll berücksichtigt werden, der dann (hoffentlich) auch rasch aufzutreiben ist, wenn es einmal ein akutes Problem geben sollte.

Wir haben an einem Montagmorgen bei der lokalen PEA vorgesprochen, nicht zuletzt mit der Hoffnung, denen den überflüssigen Strom auch verkaufen zu können, wenn sie die Anlage auch bauen. Wir wurden sehr freundlich und kompetent empfangen und gut beraten. Auf den kommenden Freitag wurde uns ein Besuch der Techniker angekündigt. Gegen 9 Uhr riefen sie an und um 10 Uhr standen drei Leute da: Alle Thai-Firmen sind bekanntlich „overstaffed“, die staatlichen noch mehr als die privaten.

Warum flickst Du das Dach nun?

Das Ziegeldach ist bereits 25 Jahre alt wie das Haus in Nong Khai insgesamt. Da haben sich ein paar Löcher ergeben, durch die das Wasser bei Starkregen eindringen kann und auf die vor zwei Jahren ausgewechselte Gipsdecke tropft. Nur schon deshalb war eine Reparatur geboten. Und: Bevor die Solarpanelen angebracht werden, wollte ich die darunter liegenden Löcher gestopft wissen. Mir kommt ein solch voraufschauendes Tun nur logisch vor, die Thais hingegen würden wohl mehrheitlich zuerst die Sonnenkollektoren montieren, in der Hoffnung, dass diese auch die Löcher stopfen, was leider nicht funktioniert.

Die dümmsten Bauern haben die größten Bana…
Die dümmsten Bauern haben die größten Bana…
„Spanish Lime“ ist hier weitgehend unbekannt.
„Spanish Lime“ ist hier weitgehend unbekannt.

Chiang Noi, der bereits die Hausrennovation als Handwerksmeister betreut hat, ist offenbar zwischen zwei Baustellen und nahm bereits am nächsten Tag mit seinen Leuten die Arbeit auf. Mit einer genialen Foto-App machte sein Sohn bei vollem Sonnenschein Aufnahmen aus dem Dachstock, wo jedes einzelne Löchlein im Ziegeldach darüber als leuchtender, weißer Punkt zu sehen war.

Momentan sind alle Löcher gestopft, nun wird noch das ganze Dach gereinigt. Die Frage, ob ich das Dach auch gestrichen haben wollte, habe ich vehement verneint. Ich halte das für eine ausgesprochene Thai-Schnapsidee, für völligen Unfug! Die Ziegel sind nämlich glasiert und halten fast „ewig“, während jede Farbe bei den extremen Temperaturen auf dem Dach in wenig Zeit abblättert.

Die PEA-Leute kamen mit einer Drohne an und machten insgesamt vernünftige Vorschläge. Den überschüssigen Strom könnten sie hingegen leider nicht abkaufen, weil die entsprechende Quote schon erfüllt sei. Jetzt holen wir noch andere Offerten ein, und dann geht das mit dem Stromverkaufen vielleicht dann doch…

Gigantischer Betrug in Nong Khai!

Ich bin so gerne wieder in Nong Khai, die Leute hier sind einfach super nett. Beim Einkaufen im Lotus oder Big C treffe ich immer wieder auf lokale Senioren, die ganz stolz auf ihre Englischkenntnisse sind und mit dem alten Farang plaudern wollen. Sie sind dann jeweils ganz überrascht, wenn ich meine Brocken des „Isaanischen“ von mir gebe und auch sage, dass ich schon 35 Jahre im Land der Freien bin.

Echte Zwergbananen vor Pseudo-Zwergpapayas.
Echte Zwergbananen vor Pseudo-Zwergpapayas.

So wie mir der Schnabel gewachsen ist kann ich im Laden von Franky Lechnauer ausdrücken, wo ich drei geräucherte Schweinshälse gekauft habe: Einfach köstlich! Einen habe ich in einen glutenfreien Brotteig eingebacken: Noch köstlicher!

Im Garten tragen die „Spanish Limes“ (Melicoccus bijugatus) bereits zum zweiten Mal ihre süß-sauren Früchte, die Samen dazu hatte ich seinerzeit aus Kolumbien mitgebracht.

Nun, es gibt aber auch im idyllischen Nong Khai Schattenseiten, einen gigantischen Betrug: Ich hatte vor fast zwei Jahren 100 Zwergpapayas als Setzlinge für 5 Baht das Stück gekauft und auch gepflanzt. Die sind aber inzwischen allesamt auf 3 bis 5 Meter emporgeschossen, der Verzwergung horizontal und eindeutig entwachsen!

Ich fürchte, ich kann mein Geld nicht zurückfordern und trage den Verlust deshalb mit Fassung…


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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