Pattaya – die Stadt, die nie schläft

Pattaya – die Stadt, die nie schläft

Einiges was für New York gilt, lässt sich leicht auf Pattaya übertragen, und es ist an der Zeit, ein Loblied auf Pattaya zu singen, auf die Stadt, die ich seit über 25 Jahren meine zweite Heimat, meine Wahlheimat nenne. Auch Pattaya schläft nie. Wenn die hartgesottenen Nachtschwärmer im Morgengrauen endlich heimwärts schwanken, kommen ihnen schon die ersten Gäste auf dem Weg zum Frühschoppen entgegen.

Pattaya ist ein internationaler Hotspot, einerseits bekannt für sein ausschweifendes Nachtleben, andererseits für seine familienfreundlichen Hotels und Strände. Hier ist alles vorbereitet für einen erfüllten Urlaub. Millionen strömen Jahr für Jahr hierher, und Farangs aus aller Welt haben sich hier angesiedelt. Und all diese Menschen wissen auch warum. Die meisten nennen zuerst das Wetter, die Sonne, das Meer und die Palmenstrände. Danach folgt meistens schon das Thai-Food, das nicht nur äußerst preiswert, sondern durch seine exotischen Gewürze auch besonders schmackhaft ist. Die Hotelpreise sind niedrig, wenn man nicht gerade auf Luxusherbergen schielt. Viele Touristen sind von der Tatsache überrascht, dass sie hier sieben Tage in der Woche, auch mitten in der Nacht noch einkaufen können. Und das Lächeln der Thais gibt es gratis dazu. Ich hatte das Glück, während der Wirtschaftskrise im Jahr 1999 sehr günstig eine Wohnung an der Jomtien Beach erwerben zu können, in der ich mich immer noch sehr wohl fühle.

Aber so wie nicht alles Gold ist was glänzt, so wenig ist das Urlaubsparadies frei von schwarzen Schafen, um es mal harmlos auszudrücken. Drogen und Drogenhandel sind unübersehbar, und eine Stadt wie Pattaya zieht natürlich besonders Kriminelle aus aller Welt an. Störend wird oft auch der nächtliche Lärm aus den Bars empfunden. Noch mehr durch angetörnte Motorradfahrer, die mit ihren hochgetunten Bikes durch die Straßen brausen und den Bewohnern ihren Schlaf rauben.

Meine Kritik an den Thailändern galt ihrer Unpünktlichkeit. Wie oft hatte ich mich schon mit thailändischen Freunden verabredet. Mal kamen sie eine halbe Stunde, dann wieder eine ganze Stunde oder noch länger zu spät und begrüßten mich strahlend, als sei das alles ganz normal. Für sie mag es auch so sein, aber für mich, der noch nach alten preußischen Regeln erzogen wurde, war es mehr als unhöflich. Ich betrachtete es als Diebstahl an meiner Lebenszeit, bis ich dahinterkam, dass ich noch einiges von den Thais über die Entschleunigung des Lebens lernen konnte, bis ich bemerkte, dass es gerade dieser Lebensstil ist, der Thailand so anziehend macht. Ihre Lockerheit und Gelassenheit, auch im Umgang mit der Zeit, sind das Gegenteil unserer westlichen Lebensart und gehören heute für mich zur Attraktion dieses Landes.

Über viele Jahre hinweg galt Thailand als beliebtestes Urlaubs- und Einwanderungsland in Südostasien. Seit der Covid-Pandemie ist der alljährliche Touristenanstieg jedoch ins Stottern geraten. Die Angst geht um, dass andere Länder Thailand den Rang ablaufen könnten. Diese Furcht ist nicht ganz unbegründet, denn Vietnam wirbt mit günstigen Preisen ebenfalls um Touristen aus aller Welt. Auch ich habe dieses Land schon mehrmals besucht. Es ist ein interessantes Land, das die schweren Kriegsjahre und seine Folgen längst hinter sich gelassen hat und alles besitzt, was Urlauber zu schätzen wissen. Und wenn ab Mitte 2026 endlich die endlose Karawane der stinkenden Motorräder und Roller aus dem Verkehr gezogen ist, wird auch die Luft in den großen Städten Vietnams wieder erträglich und Spaziergänge ohne Maske werden wieder möglich sein.

Aber es gibt für mich einen grundlegenden Unterschied:

In Vietnam bleibt man immer ein Fremder.

In Thailand ist man zuhause. Und in Pattaya bin ich daheim.

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