Ich befinde mich nach einer unvergesslichen Dschungelsafari durch das älteste und größte Tierparadies im Südosten von Thailand, dem Khao-Yai-Nationalpark, in einer Urwaldlodge, um mich von der anstrengenden Wanderung zu erholen.
Ich bin immer noch beeindruckt von den vernebelten Berghängen, den vielen tropischen Pflanzen und Tierarten und den imposanten bis zu 80 Meter hohen Wasserfällen. Seit 2005 ist dieser Park mit seiner imposanten Bergkette zum ersten UNESCO Weltkulturerbe in Thailand anerkannt.
Frühstücksgäste
Beim ersten Frühstück am Morgen habe ich einige Gäste: Kleine, bunte Vögel, die gierig zuschauen, in der Hoffnung, einige Happen zu ergattern. Sie lassen sich nur verscheuchen, indem ich etwas von meiner Müsliportion opfere und weiter entfernt auf den Boden werfe. Auch einige freche Affen beobachten mich neugierig, bis einer sich plötzlich traut und mir eine Banane klaut. Hoch oben in der Baumkrone streiten lautstark zwei Hornvögel, und schließlich taucht sogar eine kleine Herde von wilden Elefanten auf. Natur pur. Für mich das schönste Erlebnis, das dieses Land für mich bereit hält.
Natur pur
Die Natur regiert unsere Welt. Sie kann Leben hervorbringen oder vernichten. Natur erwartet keine Anbetung. Natur ist wie sie ist. Natur passiert. Wenn wir nicht unseren Teil dazu beitragen, sie zu retten, werden wir ihr zum Opfer fallen. Natur hat diese Welt geformt. Alles was wir heute kennen oder wissen hat uns die Natur gelehrt.
Gerne gehe ich allein spazieren. Ich schaue auf den Boden, auf die Vielfalt der Pflanzen, auf die unzähligen Formen der Blüten und Blätter. Und dabei begreife ich meine eigene Begrenztheit. Vor all diesen Wundern der Natur bleibt nur meine grenzenlose Bewunderung, und langsam erkenne ich, welche Urkraft, die alles geschaffen hat.
Die Urgewalt der Natur
Mit all den erfundenen Göttern und Geistern hat das nichts zu tun. Die Urgewalt der Schöpfung ist allein der Natur vorbehalten. Sie ist anbetungswürdig und göttlich. Die Natur hat die Menschen erschaffen. Wir sind Profiteure der Natur. Ohne sie könnten wir nicht leben. Gleichzeitig sind wir ein Teil der Natur und ihr größter Feind.
Korrupt oder ahnungslos ist die Menschheit dabei, die alte Ordnung des Weltalls zu verändern. In unserer Einfalt halten wir uns für grenzenlos, schauen mit Riesenteleskopen ins unendliche Universum, fliegen um den Mond und bereiten die Eroberung des Mars vor, mit der Absicht, dort neue Lebensräume für die Ansiedlung von Menschen zu schaffen. Dabei sind wir nicht mal in der Lage, ein Erdbeben zu verhindern, einen Tsunami oder einen Taifun. Ich sitze immer noch auf der Frühstücksterrasse der Lodge im Khao-Yai-Nationalpark und träume vor mich hin. Der Schrei eines Elefanten weckt mich.
Der Mensch als Feind der Natur
Plötzlich sehe ich, dass ein Bulle nur einen Stoßzahn hat. Ich frage den Wirt, einen alten, naturverbundenen Schweizer Haudegen. Er weiß Bescheid: Wilderer wurden dabei erwischt, als sie diesem Tier, das sie zuvor narkosiert hatten, den Zahn absägten. Ja, dazu sind diese Feiglinge in der Lage, aber sie werden wahrscheinlich niemals begreifen, was sie der Natur antun und sich selbst.
Ich mache mich auf den Heimweg nach Pattaya. Dieser Ausflug hat mich bereichert und darin bestärkt, dem Naturschutz noch größere Aufmerksamkeit zu schenken als zuvor. Ich habe mich entschlossen, meinen freiwilligen Beitrag für die Tierschutz- Organisation PETA zu verdoppeln.