Hurra! Ich habe meinen nächsten Flug nach Thailand gebucht und das sogar zu einem sehr günstigen Preis. Ich weiß nicht mehr der wievielte Besuch das sein wird, aber ich weiß, es wird wieder ein großartiger Urlaub werden.
Alle früheren Reisen, ob in die Türkei, nach Spanien, Sri Lanka oder Griechenland, verblassen gegen mein Urlaubsparadies Thailand. Hier begegne ich den sanftmütigen Bewohnern, deren Lächeln mich umgehend in gute Laune versetzt. Hier genieße ich die Sonne und das Meer. Hier lasse ich mich im Schatten der Palmen massieren und füttere die zahmen Hörnchen mit Nüssen und Kokosstückchen. Hier schmecken mir die exotischen Speisen besser als deutsche Hausmannskost, und das alles zu Preisen, von denen man in der Heimat nur träumen kann.
Die vielen Abende, an denen ich im „Poseidon“, im „Dick's Cafe“ oder in der „Momo-Bar“ Freunde getroffen habe, zählen wie immer zu den unvergesslichen Stunden, die den Alltag vergessen lassen.
Ich zähle die Tage bis zu meiner Abreise. Sie ziehen sich in die Länge, erinnern mich an meine Kinderzeit, als ich darauf wartete, dass es endlich Weihnachten wird. Das dauerte und dauerte...
Diesmal werde ich rechtzeitig zum Loy-Krathong-Fest in Thailand sein. Für mich ist es das schönste thailändische Fest: Die Thais lassen kleine aus Bananenblättern gebastelte Schiffchen ins Wasser und bedanken sich bei der Wassergöttin, die mit ihren Schiffchen auch alle Sorgen und Sünden davonträgt. Gleichzeitig fliegen tausende kleiner Himmelslaternen in die Nacht hinaus und erzeugen einen prächtigen Sternenhimmel. Am Strand sind Tische und Bänke aufgebaut. Hier versammelt man sich in froher Runde, isst, trinkt und musiziert bis ein neuer Tag anbricht.
Was wird der bringen? Ich werde es auf mich zukommen lassen. Die Auswahl ist riesig. Vielleicht werde ich mit Peter eine Spritztour nach Sattahip unternehmen oder einen Shopping-Tag im „Terminal 21“ oder im „Central“ einlegen. Wenn ich alle Sehenswürdigkeiten besuchen wollte, die hier in und um Pattaya versammelt sind, müsste ich meinen Urlaub verlängern.
Das riesige hölzerne von Hand geschnitzte „Heiligtum der Wahrheit“ gehört dazu, das wirklich unglaubliche Museum „Believe it or not“ im Royal Garden Plaza oder der Orchideen-Park Nong Nooch Tropical Garden, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Ich war auch schon lange nicht mehr im buddhistischen „Höllen-Tempel“ bei Bang Saen, wo alle Folterqualen zu besichtigen sind, die nach dem Tod als Strafen für ein sündiges Leben drohen. Auch der schwimmende Markt wäre mal wieder einen Besuch wert oder eine der spektakulären Cabaret-Shows im „Alcazar“, im „Venue“ oder im „Tiffany's“. Eine andere Option wäre, einfach mal einen Tag am Pool zu faulenzen. Nein, ich überlege mir etwas anderes:
Ich werde mit Heiko das vom verstorbenen Father Ray Brennon gegründete Waisenhaus besuchen, wo auch taubstumme und blinde Kinder Aufnahme finden sowie Straßenkinder, die von der Hilfsorganisation Human Help Network Foundation Thailand betreut werden. Das dankbare glückliche Lächeln der Kinder, ihr Spaß und ihre Freude über unseren Besuch gibt uns ein Vielfaches zurück von dem, was wir ihnen mitbringen.
Und so vergehen die Tage in Thailand wie im Flug. Für den nächsten Urlaub nehme ich mir vor, die der Stadt vorgelagerte Insel Larn aufzusuchen, wo ich schon so viele schöne Tage verbracht habe.
Aber ich träume schon wieder viel zu weit im Voraus. Noch bin ich in der kühlen, verregneten Heimat und weiß es zu schätzen, dass hier kaum Männer in kurzen Hosen herumlaufen.
Ein schwacher, aber immerhin ein Trost.