Sehnsuchtsland Thailand?

Sehnsuchtsland Thailand?

Ja, das Königreich Thailand ist für viele Millionen Menschen überall auf der Welt ein Sehnsuchtsland. In Scharen fallen die Touris­ten Jahr für Jahr in dieses Land ein, obwohl es einige warnende Stimmen gibt, die dazu raten, die Gründe für einen Urlaub in Thailand zu überdenken. Ich spitze die Ohren und lausche:

Es heißt, die steigenden Lebenshaltungskosten und der Klimawandel machen sich auch hier inzwischen bemerkbar, und die Wasserqualität an den Stränden der Andamanen-See und am Golf von Siam lässt zu wünschen übrig. Momentan verunsichere der Grenzkrieg zwischen Kambodscha und Thailand internationale Touris­ten. Der ungewisse Ausgang der Verhandlungen über die Erlaubnis zum Cannabishandel und -Verbrauch sei angeblich ebenfalls für viele bedenklich. Andere zeigten sich entsetzt über die gerade bekanntgewordenen Missstände in thailändischen Tempeln. Nicht zuletzt, so sagt man, haben Berichte über die ausufernde Korruption - auch unter Polizisten – manchen Urlauber nachdenklich gestimmt. Zunehmende Kriminalität, der teure Baht, Verkehrssicherheit, Wasserknappheit und die Entsorgung von Brauchwasser, das Müllproblem, unterschiedliche Eintrittspreise für Thais und Farangs sowie die ständig sich verändernden Visa- und Einreisebestimmungen und die endlose Diskussion über Einreisegebühren trügen zur Verunsicherung bei.

Das ist doch alles kalter Kaffee.

Der Touristenorganisation sind diese Einwände hinreichend bekannt. Natürlich befürchtet sie, dass der Touristenstrom sich in Richtung Vietnam verändern könnte durch solche Meldungen und entwickelt deshalb immer neue Ideen, um noch mehr Touris­ten ins Land zu locken. Die 30-Millionen-Quote ist angeblich schon geknackt. Aber die Frage bleibt: Warum nach Thailand? Meine eindeutige Antwort ist: Es gibt mehr Argumente dafür als dagegen.

Im Laufe der Jahre habe ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses Landes besichtigt, und ich weiß, dass Nachtschwärmer, Naturliebhaber und Seeratten hier auf ihre Kosten kommen und die angeführten Probleme getrost ausblenden können. Im Preisvergleich mit den Herkunftsländern der meis­ten Touristen schließt Thailand immer noch am besten ab. Der Klimawandel macht sich nicht nur in Thailand bemerkbar und der Grenzkrieg kümmert die meisten Touristen ebenso wenig wie Kriege in anderen Gegenden der Welt. Und das gilt auch für all die anderen vorgebrachten Argumente. Für Singles, Paare oder Familien, hält Thailand Abenteuer, Erlebnisse oder Erholungsoasen bereit, die nur hier so erfahrbar sind.

Nachdem ich die thailändischen Hotspots Bangkok, Phuket, Pattaya und Chiang Mai erkundet hatte, die natürlich jeder Besucher kennen lernen sollte, weckten andere Highlights meine Aufmerksamkeit. Interessant für einen Kurzurlaub oder auch für einen längeren Aufenthalt sind die Inseln Samet und Chang oder auch die kleine Koh Larn, die in Sichtweite von Pattaya liegt. Die Nationalparks, die über das ganze Land zerstreut sind, gehören ebenfalls zum unverzichtbaren Urlaubsprogramm, insbesondere der Historical Park, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Hier kann man wilde Elefanten und andere exotische Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, teilweise sogar von der Frühstücksterrasse einer Lodge aus. In der Nähe von Chiang Mai bestieg ich mit Freunden ein Floß, auf dem wir uns gemächlich den Mae Nam Ping hinuntertreiben ließen. Andere benutzten Kajaks oder bevorzugten die kleinen Ausflugsboote für eine gemütliche Schiffsreise. Nicht weit entfernt von Chiang Mai und Chiang Rai lebt eine Untergruppe des Bergvolks der Karen, die Padaung, eine ethnische Minderheit, deren Frauen bekannt sind für ihre Giraffenhälse, bedingt durch ihre um den Hals getragenen Messingringe. Jahr für Jahr kommt ein Ring hinzu.

Diese Tradition beginnt schon für Mädchen im Alter von fünf Jahren und soll der Sage nach an ihre mythische „Drachenmutter“ erinnern. Ich gebe zu, mich erinnerte diese Vorführung eher an eine peinliche Touristen-Veranstaltung. Zu meinen ersten Reisen in Thailand gehörte eine Fahrt nach Kanchanaburi, wo ich mit der historischen Eisenbahn über den River Kwai fuhr, weltbekannt durch den Film „Die Brücke am Kwai.“ Im Anschluss daran besuchte ich das Museum, das an die Qualen der Zwangsarbeiter erinnert, die diese Brücke für die japanischen Invasoren bauen mussten. Interessant war für mich auch ein Besuch in Lopburi, eine der ältesten Städte des Landes mit antiken Tempelanlagen und bekannt für ihre unzähligen neugierigen Affen. Gäste haben zumeist ihre Freude an diesen frechen, aufdringlichen Geschöpfen, aber für die Ladenbesitzer sind sie eine Plage, denn sie klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Natürlich durfte auf meiner Liste auch Ayutthaya nicht fehlen, die alte Hauptstadt des Königreichs Siam mit ihren eindrucksvollen Ruinen und Buddha-Statuen. In Krabi und auf den Phi-Phi-Islands finden Wasserratten ihr Paradies. Ein Badeurlaub für Schwimmer und Schnorchler an den weißen Sandstränden und dem kristallklaren Wasser der Lagunen, den bunten Korallenriffen und den mythischen Meereshöhlen ist ein unvergessliches Erlebnis. Hier höre ich einfach auf, aber es gibt in diesem Land noch viel mehr zu bestaunen, und ein Urlaub reicht dafür nicht aus. Lassen Sie sich von Alarmmeldungen nicht beirren und genießen Sie auch die wunderbare Thai-Küche mit ihrem köstlichen exotischen Flair. Wir sehen uns – hoffentlich bald.

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