«Sme»: Reichtum eines Billionärs ist schwer vorstellbar
BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Sme» schreibt am Dienstag zur Nachricht, dass Elon Musk zum ersten Billionär geworden ist:
«Nun haben wir also unseren ersten Billionär. (...) Ein Problem mit Milliardären und jetzt auch Billionären ist, dass (...) sich ein gewöhnlicher Mensch schon eine Million kaum vorstellen kann. Schon gar nicht eine Milliarde oder Billion. Eine ausgezeichnete Hilfe bietet der Vergleich mit Zeit. Tausend Sekunden sind 16 Minuten. Eine Million Sekunden sind elfeinhalb Tage. Eine Milliarde ist mehr als 31einhalb Jahre. Wenn Sie ab jetzt die Sekunden zählen würden, würden Sie bis zu einer Billion nicht ganz 317 Jahrhunderte brauchen. (...)
Wenn Sie reich sind, können Sie sich nicht nur alles kaufen, Sie müssen Ihr Geld gar nicht wirklich ausgeben. Der Glanz des neuen Adels beruht auch darauf, auf Pump zu leben. Wenn sich Elon (Musk) zum Beispiel ein Haus kaufen will, verwendet er von seinem Geld keinen Cent. Er einigt sich mit einer Bank, verpfändet seine Aktien und leiht sich das Geld für absurd niedrige Zinsen. Damit kauft er sich das Haus und zahlt keine Steuern, weil Kredite ja nicht versteuert werden. Zwar wachsen seine Schulden, aber sein Vermögen wächst noch schneller.
Und wenn schlimmstenfalls die Bank zusammenbrechen würde? Dann rettet sie der Staat, also wir alle. Damit sind die modernen Untertanen gemeint, die sich nicht gegen Elon und andere seiner Art wenden, weil sie gar keine Vorstellung von solchen Übermenschen haben. Lieber kämpfen sie gegen das, was sie glauben, sich vorstellen zu können und wovor sie sich deshalb fürchten: Immigranten, LGBT oder Braunbären.»
«Wall Street Journal»: Wohlkalkulierter Rückzug der USA
NEW YORK: Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran in der Nacht auf Montag auf ein Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt. Dazu schreibt das «Wall Street Journal»:
«Die Presse stand dem Ganzen von Anfang an größtenteils ablehnend gegenüber, doch wir haben die Iran-Politik des (US-)Präsidenten unterstützt. (...) (Donald) Trumps Entschluss, militärische Gewalt einzusetzen, als sonst niemand dazu bereit war, hat das iranische Atomprogramm zurückgeworfen und Irans militärische und industrielle Infrastruktur geschwächt. (...) Die wichtigsten iranischen Atomanlagen liegen in Trümmern, und die Urananreicherung wurde zum ersten Mal seit 20 Jahren eingestellt. (...)
Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass Trump von seinen Hauptzielen abrückt, da der politische Druck im eigenen Land zugenommen hat und die Vollendung der Aufgabe ein größeres militärisches Risiko erfordern würde. Trotz Israels Drängen hat er nie eine Mission zur Beschlagnahmung von Irans angereichertem Uran genehmigt. Er hat nie versucht, die Straße von Hormus mit Gewalt wieder zu öffnen.
Diejenigen, die behaupten, Trump habe keine Alternative zu diesem Rückzug gehabt, bedenken nicht, dass die US-Blockade (iranischer Häfen) den Iran von Tag zu Tag stärker unter Druck setzte, während Irans Blockade (der Straße von Hormus) undicht wurde. Trump wollte einfach nicht länger höhere Ölpreise hinnehmen. Das ist seine Entscheidung, kein strategischer Zwang.»
«de Volkskrant»: Amerikaner haben amateurhaft verhandelt
AMSTERDAM: Zum Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran meint die niederländische Zeitung «de Volkskrant» am Dienstag:
«Fast vier Monate Krieg gegen den Iran haben nichts gebracht. Die Straße von Hormus wird - hoffentlich - wieder geöffnet, aber sie war nur deshalb gesperrt, weil die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen haben. Genau wie das «Friedensabkommen» in Gaza ist auch das Abkommen mit dem Iran kein Abkommen, sondern die Verlängerung eines Waffenstillstands, wobei die Klärung der wichtigsten Fragen auf später verschoben wurden.
So muss über das Atomprogramm des Iran erneut verhandelt werden. Nach all den Bombardements der vergangenen Monate sind die Amerikaner wieder bei den Gesprächen angelangt, die bereits vor Kriegsbeginn liefen.
Theoretisch könnten diese Gespräche zu einer Vereinbarung führen, wonach der Iran sein hochangereichertes Uran - das für die Herstellung von Atomwaffen geeignet ist - aufgibt und im Gegenzug die US-Sanktionen schrittweise aufgehoben werden. Ob es dazu kommt, ist jedoch fraglich. Unter Trump haben sich die Amerikaner als amateurhafte Verhandler erwiesen, während der Iran sehr geschickt darin ist, substanzielle Fortschritte zu verzögern und zu blockieren.»
«Nepszava»: Trumps Nahost-Friedensschlüsse lösen gar nichts
BUDAPEST: Über das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des monatelangen Krieges schreibt die Budapester Internet-Zeitung «nepszava.hu» in einem Kommentar:
«Der Iran geht aus dem Konflikt gestärkt hervor. Trumps Krieg führte ihm sein eigenes Erpressungspotenzial vor Augen. Der Krieg bewies den Iranern, dass sie dazu in der Lage sind, der globalen Wirtschaft enorme Schäden zuzufügen, wogegen selbst die stärkste Armee der Welt machtlos ist.
Es ist zu befürchten, dass Trumps neuester Nahost-Frieden ähnlich wirkungslos bleiben wird wie seine beiden vorangegangenen Friedensschlüsse. Den Libanon hält weiter die Hisbollah in Schach, der Norden Israels lebt weiter im Schatten ihrer Raketen. Den Gazastreifen beherrscht erneut die Hamas, die nicht im Geringsten daran denkt, ihre Waffen abzugeben. (...) Es sind dies Gefahren «bloß» für Israel, von der Bedrohung, die vom Iran ausgeht, hat indes die ganze Welt eine Geschmacksprobe erhalten.»
«New York Times»: USA gehen geschwächt aus dem Krieg hervor
NEW YORK: Die USA und der Iran haben sich nach langen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Die «New York Times» zieht eine bittere Bilanz für US-Präsident Donald Trump:
«Sein größter Erfolg beim Rahmenabkommen für die Waffenruhe ist die erwartete Wiederöffnung der Straße von Hormus für den weltweiten Schiffsverkehr, was langfristig die Preise für Energie und andere Güter senken wird. Freilich stellt dies lediglich eine Rückkehr zum Status quo der Vorkriegszeit dar. Der Iran hatte die Meerenge als Vergeltungsmaßnahme gesperrt, um der Weltwirtschaft zu schaden und den politischen Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen. Das hat funktioniert, und die iranische Führung ist sich nun bewusst, dass sie über eine mächtige wirtschaftliche Waffe verfügt.
Unterm Strich geht der Iran als der strategische Sieger aus dem viermonatigen Krieg hervor. Zwar musste das Land schwere Verluste hinnehmen - darunter ein Großteil seiner Marine und Luftwaffe, seiner Militärindustrie-Kapazitäten sowie seiner politischen Führer (...), doch mit dem Ende des Krieges kann die iranische Führung damit beginnen, sich wieder aufzurichten. Die Vereinigten Staaten hingegen erscheinen in den Augen der Welt geschwächt.»