Neues aus der Presse am Donnerstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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«Washington Post»: Nach Preisauftrieb muss Fed Zinsdruck widerstehen

NEW YORK/WASHINGTON: Die Inflation in den USA ist nach Angaben des Arbeitsministeriums im Mai erstmals seit drei Jahren auf mehr als 4 Prozent gestiegen und lag mit 4,2 Prozent deutlich über dem von der Notenbank Federal Reserve (Fed) angestrebtem Ziel von 2 Prozent. Dazu schreibt die «Washington Post»:

««Ich liebe die Inflation», sagte Präsident Donald Trump im Oval Office als Antwort auf eine Frage zu den neuen Daten. Sobald der Krieg im Iran vorbei sei, fügte er hinzu, «wird sie wie ein Stein nach unten fallen». Tatsächlich machten höhere Energiekosten mehr als 60 Prozent des Inflationsanstiegs aus, da der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus die Energiepreise in die Höhe getrieben haben. (...)

Bei einem Preis von (derzeit) rund 90 Dollar pro Barrel könnten die Ölpreise jedoch leicht wieder in die Höhe schnellen. Trump hat die Terminmärkte nach seinem Willen beeinflusst, indem er wiederholt signalisierte, dass ein Abkommen mit dem Iran unmittelbar bevorstehe, auch wenn dies nicht der Fall war.(...)

Laut einer Yougov-Umfrage für den Economist ist die Inflation mittlerweile für 32 Prozent der US-Amerikaner das größte Problem - ein fast rekordverdächtiger Wert. (...) Die Geldpolitik kann hier Abhilfe schaffen. Die US-Notenbank (Fed) hält kommende Woche ihre erste Sitzung unter dem Vorsitz von Kevin Warsh ab. Die Märkte gehen davon aus, dass die Zinsen unverändert bleiben, preisen jedoch mittlerweile eine Anhebung im Laufe dieses Jahres ein. Mit anderen Worten: Die Anleger erwarten, dass Warsh wie versprochen unabhängig agiert und jeglichem Druck von außen durch Trump widersteht.»


«The Times»: Starmer klang wie eine kaputte Schallplatte

LONDON: Die Londoner «Times» kommentiert am Donnerstag die Reaktionen der Politik auf die Ausschreitungen in Nordirland nach einem Messerangriff, für den ein Flüchtling aus dem Sudan angeklagt wurde:

«Premierminister Sir Keir Starmer sprach davon, dass ihm diese Vorfälle Übelkeit bereiten würden. Er sagte, er habe «absolut keine Toleranz» für abscheuliche Gewaltszenen auf den Straßen Großbritanniens. Doch er klang dabei wie eine kaputte Schallplatte.

In letzter Zeit haben Messerstechereien, Übergriffe und Vergewaltigungen, an denen Migranten und Asylsuchende beteiligt waren, allzu oft Gewalt auf den Straßen ausgelöst, einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien und Schuldzuweisungen von Politikern, die versuchen, von ihren Fehlern abzulenken, während sie zugleich die schlechte Stimmung ausnutzen, um Forderungen nach radikalen Maßnahmen im Asylbereich zu untermauern.

Es ist wie immer: Der Premierminister hat die Vorfälle klischeehaft verurteilt, Minister haben zur Ruhe aufgerufen, und eine verwirrte und orientierungslose Regierung hat nichts unternommen, um die tieferen Ursachen anzugehen.»

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