Neues aus dem Ausland am Sonntag

Foto: Pixabay/Felix Dilly
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Konservative gewinnen Parlamentswahl auf Zypern

NIKOSIA: Die Konservativen gewinnen die Parlamentswahl in Zypern - doch die eigentliche Regierungsgewalt bleibt beim Staatsoberhaupt.

Bei den Parlamentswahlen in der EU-Inselrepublik Zypern sind die Konservativen der Demokratischen Gesamtbewegung (DISY) als Sieger herausgekommen. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen kommen sie auf rund 27 Prozent. Zweitstärkste Kraft wird die linke AKEL-Partei mit 23,8 Prozent. Dies teilte am Sonntagabend das zyprische Innenministerium mit. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,6 Prozent. Das amtliche Endergebnis und die genaue Sitzverteilung im Parlament mit 56 Sitzen sollte am Montag vorliegen, berichtete der zyprische Rundfunk RIK.

Drittstärkste Kraft wird die ultranationalistische Nationale Volksfront (ELAM) mit etwa elf Prozent. Die Partei der politischen Mitte DIKO kommt auf zehn Prozent. Zwei kleinere Parteien - darunter die eines YouTubers dürften, ebenfalls ins Parlament einziehen. Alle relevanten Parteien gelten als grundsätzlich proeuropäisch.

Direkte Auswirkungen auf die Regierung hat die Wahl jedoch nicht: Die politische Macht liegt laut Verfassung beim Staatsoberhaupt, das direkt vom Volk gewählt wird. Der konservative Präsident Nikos Christodoulidis, seit 2023 im Amt, bildet und führt die Regierung. Das Parlament übernimmt vor allem eine Kontrollfunktion. Die Wahl gilt deshalb als wichtiges Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahl 2028.


Krawalle bei Räumung von Straßenblockaden

LA PAZ: Seit Wochen halten Demonstranten die Zufahrtsstraßen zum Regierungssitz La Paz besetzt. Polizei und Militär greifen nun ein, um den Weg für Lebensmittel- und Treibstofflieferungen freizumachen.

Bei der Räumung von Straßensperren durch die Polizei und das Militär ist es in Bolivien zu Ausschreitungen gekommen. Beamte feuerten Tränengas auf Demonstranten, die rund um den Regierungssitz La Paz Straßen blockierten, wie die Zeitung «El Deber» berichtete. Demonstranten schleuderten demnach Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten und Soldaten.

Seit über drei Wochen halten protestierende Minenarbeiter, Landwirte und Anhänger des ehemaligen Staatschefs Evo Morales die Zufahrtsstraßen nach La Paz besetzt. Dadurch kommt es dort zu Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Dingen des täglichen Bedarfs. Einsatzkräfte räumten nun die Straßensperren, um Last- und Tankwagen die Durchfahrt zu ermöglichen. Kurz darauf errichteten Medienberichten zufolge die Demonstranten wieder neue Straßensperren.

Die Proteste richten sich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftspolitik von Präsident Rodrigo Paz, der seit November im Amt ist und damit fast zwei Jahrzehnten linker Regierungen in Bolivien ein Ende setzte. Das südamerikanische Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst. Er bemühe sich um einen Dialog mit den Protestgruppen, sagte Paz in einem Fernsehinterview. «Aber alles hat seine Grenzen.»


Enges Rennen bei Wahl - YouTuber zieht ins Parlament ein

NIKOSIA: Bei der Wahl in Zypern liefern sich Konservative und Linke ein enges Rennen. Doch ein YouTuber sorgt für die eigentliche Sensation im neuen Parlament.

Bei den Parlamentswahlen in der EU-Inselrepublik Zypern zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die Konservativen der Demokratischen Gesamtbewegung (DISY) kommen ersten Prognosen auf Basis von Wählerbefragungen zufolge auf 22,5 bis 25,5 Prozent, wie der staatliche Rundfunk RIK nach Schließung der Wahllokale am Sonntag berichtete. Die linke AKEL-Partei erreicht demnach 21,0 bis 24,0 Prozent.

Drittstärkste Kraft wird voraussichtlich die ultranationalistische Nationale Volksfront (ELAM) mit etwa elf Prozent. Auch die erstmals antretende Bewegung für direkte Demokratie eines populistischen YouTubers und politischen Quereinsteigers schafft mit rund sechs Prozent den Einzug ins Parlament. Mindestens vier weitere kleinere Parteien dürften ebenfalls ins Parlament einziehen. Alle relevanten Parteien gelten als grundsätzlich proeuropäisch.

Mit aussagekräftigen Hochrechnungen auf Grundlage ausgezählter Stimmen wird gegen 20.30 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ) gerechnet.

Direkte Auswirkungen auf die Regierung hat die Wahl nicht: Die politische Macht liegt laut Verfassung beim Staatsoberhaupt, das direkt vom Volk gewählt wird. Der konservative Präsident Nikos Christodoulidis, seit 2023 im Amt, bildet und führt die Regierung. Das Parlament übernimmt vor allem eine Kontrollfunktion. Die Wahl gilt deshalb als wichtiges Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahl 2028.


«Handelsblatt» zur Brandmauer-Debatte in der SPD

Natürlich darf es keine Koalition mit Rechtsextremen geben.

Natürlich muss die SPD der AfD inhaltlich hart widersprechen. Aber es ist etwas anderes, ob man eine Partei bekämpft oder ob man ihre Wähler abschreibt. Genau diese Unterscheidung ist verloren gegangen. Die AfD ist stark geworden, weil andere Parteien Themen liegenließen: Migration, innere Sicherheit, überforderte Kommunen, Abstiegsangst, Kontrollverlust. Wer diese Themen erst ignoriert und dann jede Korrektur als Rechtsruck verdächtigt, überlässt der AfD das Feld. (.) Torsten Albig hat der SPD keine bequeme Antwort geliefert. Aber er hat die richtige Frage gestellt: Was, wenn die Brandmauer nicht mehr schützt, sondern die AfD größer macht? Genau darüber muss jetzt geredet werden.


Hitze : «Vergesst nicht die Sonnencreme»

LONDON: Auch in Großbritannien scheint die Sonne - und wie. In England werden rekordverdächtige Temperaturen gemessen, die Menschen zieht es in die Parks und Gärten.

Von wegen regnerische Insel: Großbritannien verzeichnet über das Pfingstwochenende rekordverdächtige Temperaturen. «Vergesst nicht die Sonnencreme», schrieb der Wetterdienst Met Office auf der Plattform X. Der Samstag sei der bislang heißeste Tag des Jahres gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur PA: Im Dorf Frittenden im Südosten Englands wurden 30,5 Grad Celsius gemessen.

Für Sonntagnachmittag und Montag wurde noch höhere Werte vorhergesagt. Letztmals hatten die Temperaturen im Jahr 2012 bereits im Mai die 30-Grad-Marke überschritten. In der Hauptstadt London erfreuten sich Tausende Touristen am Sonnenschein in den zahlreichen Parks und Gärten.

«Für diese Jahreszeit ist das wirklich außergewöhnliche Hitze», sagte der Meteorologe Jonathan Vautrey vom Met Office der PA. Die Gesundheitsbehörde (UKHSA) hatte bereits am Freitagmorgen Hitzewarnungen veröffentlicht - am Wochenende des sogenannten «Spring bank holiday» sind viele Britinnen und Briten unterwegs.


Deutsche Teams holen EM-Titel im Bogenschießen

ANTALYA: Die deutschen Bogenschützen haben bei der EM beide Team-Titel gewonnen. Bei den Männern ging es sogar ins Stechen.

Die deutschen Teams haben bei der Europameisterschaft im Bogenschießen im türkischen Antalya jeweils Gold mit dem olympischen Recurvebogen gewonnen. Die Frauen setzten sich in der Besetzung Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (Berlin) und Charline Schwarz (Feucht) als Favoriten im Finale gegen Belarus mit 6:2 durch. «Der EM-Titel bedeutet mir sehr viel. Und dass wir unsere Leistung so abrufen konnten, war unfassbar gut und erfüllt mich mit sehr viel Stolz. Wir arbeiten allgemein sehr hart, suchen immer weiter, wo wir etwas rausholen können», sagte Schwarz.

Männer müssen ins Stechen

Auch die Männer holten mit Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen) und Moritz Wieser (Trostberg) Gold. Im Finale wurden die Spanier um Einzel- und Mixed-Weltmeister Andres Temino Mediel jedoch erst im Stechen bezwungen, nachdem das deutsche Team einen 0:4-Rückstand aufgeholt hatte. «Wir freuen uns enorm, die harte Arbeit hat sich ausgezahlt, und wir fahren mit einem Titel hein, es war ein super Tag», meinte Wieser.


Türkische Polizei dringt in Oppositionszentrale in Ankara ein

ANKARA: Der abgesetzte Chef der größten Oppositionspartei CHP in der Türkei hat sich mit Unterstützern in der Parteizentrale verschanzt. Nun wird sie geräumt.

Die türkische Polizei ist unter dem Einsatz von Tränengas in die Zentrale der größten Oppositionspartei CHP der Türkei eingedrungen, wo sich der abgesetzte Vorsitzende Özgür Özel verschanzt hat. Sie durchbrach dabei Barrikaden, wie auf Bildern des Senders Halk TV zu sehen war. Auch Gummigeschosse seien verschossen worden. Die Situation war zunächst unübersichtlich. Özel kündigte an, das Gebäude weiter nicht zu verlassen.

Das Gouverneursamt von Ankara hatte zuvor die Räumung angeordnet und erklärt, damit werde das Gerichtsurteil umgesetzt, das den ehemaligen Parteichef Kemal Kilicdaroglu vorläufig als Parteichef reinstallierte.

Ein Gericht in Ankara hatte den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kilicdaroglu ein.


Nach Schüssen bei Weißem Haus: Trump dankt Einsatzkräften

WASHINGTON: Der Secret Service schießt vor dem Weißen Haus auf einen mutmaßlichen Angreifer, während Trump im Gebäude ist. Der US-Präsident bedankt sich für den Einsatz der Sicherheitskräfte.

US-Präsident Donald Trump hat sich nach Schüssen in der unmittelbaren Nähe des Weißen Hauses bei seinen Sicherheitskräften für ihren Einsatz bedankt. «Vielen Dank an unseren großartigen Secret Service und die Strafverfolgung für ihr schnelles und professionelles Eingreifen heute Abend», schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Der Angreifer habe eine gewalttätige Vergangenheit gehabt und sei «möglicherweise von dem meist geschätzten Bauwerk unseres Landes besessen» gewesen, führte der Präsident aus.

Sicherheitskräfte hatten am Samstag (Ortszeit) in der Nähe des Weißen Hauses Schüsse eines mutmaßlichen Angreifers erwidert und diesen dabei tödlich verletzt. Auch ein unbeteiligter Passant wurde den Angaben des für die Sicherheit des Präsidenten zuständigen Secret Service währenddessen verletzt. Es blieb zunächst unklar, ob der Verdächtige oder Agenten des Secret Service dafür verantwortlich waren.

Trump hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls den Angaben zufolge im Weißen Haus auf. Über das genaue Vorhaben sowie das Motiv des mutmaßlichen Angreifers war zunächst nichts bekannt. Der Secret Service leitete eine Untersuchung ein.

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