Pariser Pont Neuf verhüllt - Installation beschädigt
PARIS: Eine Höhlenlandschaft mitten in Paris: Der französische Künstler JR hat die älteste Brücke der Stadt zeitweise umgestaltet und wollte zum Höhlenbesuch laden. Besucher müssen sich nun aber gedulden.
Die imposante Verhüllung der Pariser Brücke Pont Neuf ist wenige Tage vor der geplanten Publikumsöffnung beschädigt worden. Wie das Team des französischen Künstlers JR mitteilte, arbeiten technische Experten daran, die genauen Gründe herauszufinden. Die begehbare Höhle «La Caverne du Pont Neuf» soll nun nicht wie geplant am 6. Juni öffnen, sondern erst zu einem späteren, bisher nicht festgelegten Zeitpunkt.
Das Kunstwerk «La Caverne du Pont Neuf» ist eine aufblasbare Höhlenlandschaft aus Stoff, 120 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch. Das Projekt ist eine Hommage an Christo und Jeanne-Claude, deren legendäre Verhüllung der ältesten Pariser Brücke - wie die des Berliner Reichstags 1995 - einst weltweit für Aufsehen sorgte. Wie schon Christo geht es auch JR weniger um das Objekt selbst als um die Veränderung des Blicks auf die Stadt.
«La Caverne du Pont Neuf» ist für JR bislang das größte Projekt seiner Laufbahn. Bekannt wurde der französische Künstler mit großformatigen Foto-Installationen im öffentlichen Raum.
EU-Kommission: BASF darf Lacke-Sparte an Carlyle verkaufen
BRÜSSEL: Der Chemie-Riese BASF verkauft seine Lacke-Sparte an US-Finanzinvestor Carlyle. Die europäischen Wettbewerbshüter machen den Weg frei - unter Bedingungen.
Die EU-Kommission hat den Verkauf des Lacke-Geschäfts des Chemiekonzerns BASF an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen genehmigt. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft des Spezialchemieunternehmens Nouryon verkaufen, das zum Portfolio der Investmentgesellschaft Carlyle gehört, wie aus einer Mitteilung der Behörde hervorgeht. Damit soll der Wettbewerb im Bereich der Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt und der Polysulfide als dafür entscheidendem Ausgangsstoff gesichert werden.
Nouryon sei einer von nur zwei globalen Anbietern dieser Polysulfide und habe deshalb erhebliche Marktmacht, begründete die EU-Kommission ihre Entscheidung. Polysulfide seien für die Herstellung von Dichtstoffen in der Luft- und Raumfahrt nötig - einem Markt, in dem auch BASF Coatings tätig ist. Aus Sicht der Brüsseler Wettbewerbshüter hätte das fusionierte Unternehmen wahrscheinlich die Möglichkeit und den Anreiz, den Zugang der Wettbewerber von BASF Coatings zu Polysulfiden für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt zu beschränken, und könnte zudem wirtschaftlich sensible Informationen zum Nachteil der Wettbewerber nutzen.
Der Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen und Carlyle hatten die Transaktion im vergangenen Oktober angekündigt. Für die Sparte wurde demnach ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro angesetzt. Zum Geschäftsbereich gehören etwa Fahrzeugserien- und Autoreparaturlacke sowie Oberflächentechnik. BASF will demnach 40 Prozent an der Sparte behalten. Dem Konzern sollen 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar zufließen.
Merz zu Sicherheitsrat: «Alles in unserer Kraft Stehende getan»
BERLIN: Am Mittwoch kommt es zur Abstimmung über einen nicht ständigen Sitz im mächtigsten UN-Gremium. Ob Deutschland gewählt wird, ist nicht sicher.
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hofft auf eine Zustimmung für die Kandidatur Deutschlands für den UN-Sicherheitsrat.
Merz sagte nach einem Treffen mit Ungarns neuem Ministerpräsidenten Peter Magyar in Berlin: «Wir haben alles in unserer Kraft Stehende getan, auch der Bundesaußenminister, auch ich persönlich, viele Kabinettskollegen, um es möglich zu machen, dass wir die Zustimmung der Generalversammlung der Vereinten Nationen bekommen.»
Deutschland kandidiert für die Jahre 2027 und 2028 für einen Sitz im Sicherheitsrat der Weltorganisation. Dem Land steht eine Kampfabstimmung bevor, weil auch Österreich und Portugal in den Rat wollen, der Gruppe «Westeuropäische und andere Staaten» aber nur zwei freie Sitze zustehen.
«Wir haben die Zustimmung von vielen Staaten der Welt bekommen», sagte Merz. Er sei sehr dankbar, dass Ungarn dazugehöre. «Wir werden auch von vielen europäischen und nichteuropäischen Staaten unterstützt.» Magyar sagte, Ungarn unterstütze die Kandidatur Deutschlands.
Italien feiert 80 Jahre Republik - Militärparade in Rom
ROM: Mit einer großen Parade erinnert Italien an die Einführung der Republik vor 80 Jahren. Präsident Mattarella und Regierungschefin Meloni nehmen an den Feierlichkeiten in Rom teil.
Italien hat mit einer großen Parade in Rom den 80. Jahrestag der Republik-Gründung gefeiert. Am Vormittag legte Präsident Sergio Mattarella an der zentralen Piazza Venezia in der italienischen Hauptstadt einen Kranz am Altar des Vaterlandes nieder, während Flugzeuge darüber hinweg rauschten und die drei Farben der italienischen Flagge Grün, Weiß und Rot versprühten.
Vor genau 80 Jahren - am 2. Juni 1946 - schafften die Italiener in einem Referendum die Monarchie ab und entschieden sich für die Republik. Es war die erste freie Wahl nach der mehr als 20-jährigen Diktatur des Faschisten Benito Mussolini (1883-1945). Bei der Wahl durften erstmals Frauen wählen.
Parade durch die Fori Imperiali
Der großen Militärparade über die einst unter Mussolini angelegte Straße Via dei Fori Imperiali, die vom Kolosseum vorbei am Forum Romanum zur Piazza Venezia führt, wohnten neben Mattarella auch Regierungschefin Giorgia Meloni sowie mehrere Minister ihres Kabinetts bei. Verschiedene Militär- und Polizeieinheiten sowie gepanzerte Fahrzeuge zogen an der Tribüne vorbei.
Zwei Festnahmen nach Fund verkohlter Leichen
COSENZA: Vier Leichen werden im Süden Italiens in einem ausgebrannten Auto entdeckt. Die Behörden melden nun die Festnahme von Tatverdächtigen.
Nach dem Fund von vier verkohlten Leichen in einem ausgebrannten Auto an einer italienischen Tankstelle sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Die beiden Männer wurden nach einem mehrstündigen Verhör bei der Polizei in Gewahrsam genommen, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft meldete.
Demnach steht der Verdacht des Vierfachmordes im Raum. Die Opfer, pakistanische Erntearbeiter, waren am Montag in einem Minivan entdeckt worden, der an einer Tankstelle in der Gemeinde Amendolara in der süditalienischen Region Kalabrien in Flammen aufgegangen war.
Bei den Tatverdächtigen soll es sich laut Ansa ebenfalls um Pakistaner handeln. Die Behörden kamen ihnen nach der Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras auf die Spur. Darin soll zu sehen sein, wie sie die Autotüren blockieren und offenbar eine brennbare Flüssigkeit ins Fahrzeug werfen. Die vier Opfer seien bei lebendigem Leib verbrannt worden, meldete Ansa.
In der Region an der Spitze des italienischen Stiefels werden viele Menschen aus dem asiatischen Raum zu Billigstlöhnen in der Landwirtschaft beschäftigt. An den Arbeitsbedingungen und auch an der Behandlung von ausländischen Erntehelfern außerhalb der Felder gibt es in Italien immer wieder viel Kritik.
Militärpiloten sterben bei Absturz während Training
KAOHSIUNG: In Taiwan brechen Piloten zu einem Trainingsflug auf. Beide Soldaten gelten als erfahren. Doch die Übung endet tödlich.
Zwei Piloten der taiwanischen Luftwaffe sind bei einem Trainingsflug ums Leben gekommen. Die beiden Männer waren in einem propellergetriebenem Trainingsflugzeug vom Typ T-34 unterwegs, wie die staatliche Nachrichtenagentur CNA berichtete. Demnach stürzte das T-34-Trainingsflugzeug am Morgen (Ortszeit) nördlich des Luftwaffenstützpunkts Gangshan nahe der südtaiwanischen Stadt Kaohsiung ab.
Die Piloten, die beide über umfangreiche Erfahrung im Fliegen des T-34-Trainingsflugzeugs verfügten, hätten zum Zeitpunkt des Unfalls an einer Trainingsübung zum Umgang mit Triebwerksausfällen im Flug teilgenommen, erklärte ein Luftwaffen-Sprecher des taiwanischen Verteidigungsministeriums. Die Luftwaffe habe eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Ursachen des Absturzes zu untersuchen, berichtete CNA.
Ministerpräsident Cho Jung-tai drückte den Familien der beiden Piloten im Namen der Nation sein Bedauern und sein Beileid aus. Präsident Lai Ching-te sagte Reportern auf der Messe Computex 2026 in Taipeh, er habe das Ministerium für nationale Angelegenheiten angewiesen, den Familien umfassende Unterstützung zukommen zu lassen.