Neues aus dem Ausland am Freitag

Die untergehende Sonne taucht die Skyline von San Francisco in warmes Licht – mit Salesforce Tower, Bay Bridge und dem Highway im Vordergrund. Foto: Unsplash/Zetong Li
Die untergehende Sonne taucht die Skyline von San Francisco in warmes Licht – mit Salesforce Tower, Bay Bridge und dem Highway im Vordergrund. Foto: Unsplash/Zetong Li

IG Metall und VW-Betriebsrat kritisieren neue Sparpläne

WOLFSBURG: Bis zu 100.000 Jobs bei VW in Gefahr? IG Metall und Betriebsrat schlagen Alarm und sprechen von «unverantwortlichen Drohungen».

IG Metall und VW-Betriebsrat üben scharfe Kritik an Berichten über mögliche verschärfte Sparpläne bei VW. «Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern», heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo.

«Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht», heißt es in der Mitteilung. «Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen.»

Das «Manager Magazin» hatte zuvor berichtet, der Konzern wolle seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung.

Die Pläne sollen dem Bericht zufolge am 9. Juli im Aufsichtsrat beraten werden. Arbeitnehmervertreter stellen dort die Hälfte der Mitglieder, zusammen mit den beiden Vertretern des Landes Niedersachsen sind sie in der Mehrheit. Das Land ist mit 20 Prozent der Stimmrechte an VW beteiligt.


Vor den Augen ihrer Frauen: Männer gehen im Bodensee unter

IMMENSTAAD: Trotz Tauchern, Hubschrauber und Sonar: Von zwei vermissten Senioren im Bodensee fehlt jede Spur.

Vor den Augen ihrer Frauen sind in Deutschland zwei ältere Männer nach einem Sprung in den Bodensee untergegangen und verschwunden.

Auch nach einer mehrstündigen Suche fehlt von den beiden 71 und 76 Jahre alten Männern jede Spur. Die Suche sollte im Laufe des Vormittags fortgesetzt werden, wie die Polizei mitteilte.

Die Männer waren am Donnerstagnachmittag mit ihren Frauen auf einem Mietboot unterwegs, als sie rund 200 Meter vor dem Hafen Kirchberg am deutschen Bodenseeufer ins Wasser sprangen und untergingen. Wasserschutzpolizei und Feuerwehr waren auf dem See unterwegs, auch Taucher der DLRG, Hubschrauber und Spürhunde sowie zwei Sonargeräte wurden eingesetzt - erfolglos.

«Trotz intensiver Suche konnten die beiden verunfallten Männer am selben Tag nicht aufgefunden werden», sagte ein Polizeisprecher.


VW will weitere 50.000 Stellen streichen

WOLFSBURG: Laut einem Medienbericht plant VW drastische Einschnitte: Vier Werke in Deutschland stehen auf der Kippe, insgesamt könnten weltweit bis zu 100.000 Jobs wegfallen.

Der VW-Konzern will einem Medienbericht zufolge seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant, berichtete das «Manager Magazin» unter Berufung auf Insider. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung.

Die Pläne seien Teil des neuen Zielbilds 2030, das der Vorstand am Mittwoch behandelt habe. Das letzte Wort habe nun der Aufsichtsrat, der am 9. Juli darüber beraten solle.

Bei den vier Werken, die dem Bericht zufolge schließen könnten, handelt es sich um die VW-Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie den Audi-Standort Neckarsulm. Ein konkretes Datum für die Maßnahmen nannte das Blatt nicht. Dem Bericht zufolge könnten sie «mittelfristig» geschlossen werden.

Bis mindestens 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen angekündigt, davon 35.000 bei der Kernmarke VW.


Südkoreas Ex-First Lady zu sieben Jahren Haft verurteilt

SEOUL: Ein Gericht sieht es als erwiesen an, dass Kim Keon Hee als ehemalige First Lady Bargeld und Luxusgeschenke in Höhe von mehreren hunderttausend Euro angenommen hat.

Südkoreas ehemalige First Lady Kim Keon Hee ist wegen Bestechlichkeit zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das zentrale Bezirksgericht in Seoul sah es als erwiesen an, dass die 53-Jährige ihren Status als Präsidentengattin ausgenutzt habe, um Luxusgeschenke und Bargeld in Höhe von umgerechnet mehreren hunderttausend Euro anzunehmen. So habe Kim unter anderem ein Gemälde des Malers Lee Ufan erhalten, eine Designertasche sowie umgerechnet rund 170.000 Euro in bar.

Kim ließ über ihren Anwalt mitteilen, dass sie gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung einlegen werde, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Kim Keon Hee ist die Ehefrau des konservativen Ex-Präsidenten Yoon Suk Yeol, der zu Beginn des Jahres wegen Aufruhr zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Im Dezember 2024 rief der ehemalige Staatsanwalt überraschend das Kriegsrecht aus - vorgeblich, um die freiheitliche Ordnung Südkoreas vor einer staatsfeindlich gesinnten Opposition zu schützen.

Das zentrale Bezirksgericht Seoul sah es hingegen als erwiesen an, dass der 65-Jährige gezielt die Verfassung aushebeln wollte, um seine politische Macht zu sichern.


Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

MAGDEBURG: Das Landgericht Magdeburg hat gegen den Todesfahrer vom Weihnachtsmarkt in der deutschen Stadt wegen des Anschlags von 2024 mit sechs Toten die Höchststrafe verhängt.

Es verurteilte den Angeklagten aus Saudi-Arabien unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Eine Anordnung der Sicherungsverwahrung bleibt vorbehalten.


«de Volkskrant»: Beim Nato-Gipfel könnte Streit vermieden werden

AMSTERDAM: Zum Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei US-Präsident Donald Trump heißt es am Freitag in der niederländischen Zeitung «de Volkskrant»:

«Nach einer weiteren Aufführung der Trump-Rutte-Show im Weißen Haus sowie angesichts des erfolgreichen G7-Gipfels in Evian gibt es einen Schimmer der Hoffnung, dass der bevorstehende Nato-Gipfel in Ankara nicht zu einer öffentlichen Darbietung von Streitigkeiten zwischen Bündnispartnern wird. Die Möglichkeit eines Konflikts schien in letzter Zeit als Folge der großen Irritation und Frustration Trumps über die Haltung der Nato-Partner zum Irankrieg zuzunehmen. (...)

Ruttes Reputation als größter «Trump-Flüsterer» wird von vielen europäischen Regierungschefs im Stillen begrüßt, die es sich - auch dank Rutte - leisten können, vor ihren Wählern eine ablehnendere Haltung gegenüber Trump zu demonstrieren. Allerdings gibt es auch viel Kritik seitens jener, die sich ein autonomes Europa wünschen und Ruttes Stil als erniedrigend empfinden.»

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