Neues aus dem Ausland am Freitag

Foto: Pixabay/12019
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Ein Toter bei Zusammenstoß zweier Züge in England

BEDFORD: Nördlich von London stoßen zwei Züge mitten in der Rush Hour aufeinander. Ein Mensch stirbt, fast 100 weitere werden zum Teil schwer verletzt. Etliche Rettungswagen sind im Einsatz.

Bei einem Zusammenstoß von zwei Zügen nördlich von London ist ein Mensch ums Leben gekommen. 89 Menschen wurden verletzt, 33 davon schwer bis sehr schwer, wie die Rettungsdienste mitteilten. Mehr als 20 Rettungswagen sowie sechs Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Angaben der Gewerkschaft RMT zufolge handelt es sich bei dem Toten um den Zugführer von einem der Züge.

Premierminister Keir Starmer dankte den Rettungskräften. Die Lage sei zutiefst besorgniserregend, schrieb er auf der Plattform X. Zu dem Unglück kam es um 17.15 Ortszeit in Elstow bei Bedford. Auf Bildern in britischen Medien waren die beschädigten Züge zu sehen, die aufeinander aufgefahren zu sein schienen. In sozialen Medien kursierten Berichte, wonach es sich nicht um einen Frontalzusammenstoß handelte.

Fahrgäste berichteten der Nachrichtenagentur PA zufolge, dass Menschen bei dem Aufprall gegen Sitze geschleudert worden seien. Es sei Rauch zu sehen gewesen. Menschen «weinten und schrien», sagte demnach ein Passagier.

Verkehrsministerin Heidi Alexander zeigte sich tief besorgt. Ihrem Post auf X zufolge handelte es sich um zwei Passagierzüge der Gesellschaft East Midlands Railway. Angehörige von Fahrgästen wurden aufgerufen, nicht zur Unfallstelle zu reisen. Laut dem Bahnbetreiber Thameslink wurden alle Strecken zwischen Bedford und Luton gesperrt.


Wildschwein rammt Kinderwagen - Kleinkind verletzt

KRAKAU: Auf einem Spazierweg in einem Stadtteil Krakaus kommen sich Wildschweine und Spaziergänger in die Quere. Ein 13 Monate altes Mädchen wird dabei verletzt.

In der polnischen Stadt Krakau hat ein Wildschwein einen Kinderwagen gerammt. Das 13 Monate alte Mädchen, das im Kinderwagen gelegen hatte, musste danach mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf die Polizei berichtete. Es sei aber nicht in Lebensgefahr, hieß es.

Kein absichtlicher Angriff

Ursprünglich hatten Medien berichtet, ein aggressives Wildschwein habe am Donnerstag ohne Vorwarnung auf einem Spazierweg im Krakauer Stadtteil Kliny den Kinderwagen attackiert. Davor hatte es schon mehrere Beschwerden von Bewohnern des Stadtteils gegeben, die sich durch Wildschweine bedroht fühlten. Deshalb trat am Freitag ein Krisenstab der Stadtverwaltung von Krakau zusammen, um Schutzmaßnahmen zu besprechen.

In der Sitzung stellte sich heraus, dass das Wildschwein den Kinderwagen nicht absichtlich gerammt hatte. Offenbar war ein Wildschweinrudel von einem Hund aufgescheucht worden und auf den Spazierweg geflüchtet. Dort kam es zufällig einer Mutter mit Kinderwagen in die Quere.


Schaeffler baut Kampfdrohnen mit französischem Partner

HERZOGENAURACH: Bisher war Schaeffler vor allem als Zulieferer für die Autoindustrie bekannt. Jetzt baut das fränkische Unternehmen auch Komponenten für die Rüstungsindustrie.

Das bisher vor allem für die Autoindustrie tätige Zulieferunternehmen Schaeffler will gemeinsam mit einem französischen Partner von November an täglich 100 Kampf- und Abfangdrohnen herstellen. Die Drohnen sollen in einem Werk des französischen Partners Delair in Frankreich produziert werden, teilte Schaeffler in Herzogenaurach mit. Zunächst sollen Drohnen des Typs Damocles und Abfangdrohnen des Typs Aspik hergestellt werden. Schaeffler wolle Komponenten liefern und dazu beitragen, die Produktion bei Delair für größere Ausstöße zu ertüchtigen.

Schaeffler gehört zu den weltweit zehn größten Zulieferunternehmen der Autoindustrie. Zuletzt hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die traditionellen Tätigkeitsfelder, etwa die Herstellung von Komponenten für klassische Autoantriebe, derzeit kein Wachstum generieren. Schaeffler will deshalb neue Geschäftsfelder erschließen - unter anderem bei der Herstellung von Komponenten für humanoide Roboter, in der Raumfahrt sowie in der Rüstungsindustrie.


WM im Urlaub: Public Viewing bei fast 40 Grad auf Mallorca

MADRID: Spanien stehen heiße Tage bevor. Auf Mallorca könnte das Thermometer kurz vor Deutschlands WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste in Richtung 40 Grad klettern. Fast doppelt so viel wie in Toronto.

Luftmassen aus Afrika bescheren Spanien die ersten richtig heißen Tage des Jahres. Auf der den Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca könnten es am Samstag knapp 40 Grad werden. Der staatliche spanische Wetterdienst Aemet gab für die Nachmittagsstunden die zweithöchste Warnstufe Orange wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos heraus.

Deutsche Fans, die das Spiel am Abend gegen die Elfenbeinküste bei einer der öffentlichen Übertragungen in Palma verfolgen wollen, sollten sich deshalb mit viel Wasser eindecken. Aber zum Anpfiff im fernen Kanada um 22.00 Uhr dürfte die Hitze schon etwas erträglicher sein. In Toronto wird es mit gut 20 Grad deutlich kühler sein als am Ballermann.

Auf dem spanischen Festland vor allem weiter südlich in Andalusien könnten die Temperaturen am Wochenende erstmals auch wieder über die 40 Gradmarke klettern. Vor allem in Städten wie Andújar im Flusstal des Guadalquivir im Süden sowie im Nordosten des Landes um Saragossa am Ebro-Fluss wird es besonders heiß. Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit dort viel geringer als auf Mallorca und damit nicht so drückend. Viel Wasser muss man auf jeden Fall trinken, auch wenn man gerade keinen Durst verspürt, raten Mediziner.


Festnahmen und Forderung nach Wahlwiederholung

ERIWAN: Die kleine Kaukasusrepublik Armenien kommt auch nach der Parlamentswahl nicht zur Ruhe. Die Opposition fordert eine Wiederholung der Abstimmung. Behörden gehen gegen Oppositionelle vor.

Vor dem Hintergrund der Festnahme mehrerer Oppositioneller in der Südkaukasusrepublik Armenien haben die unterlegenen prorussischen Kräfte eine Wiederholung der Parlamentswahl gefordert. Der Block Starkes Armenien um den russischen Milliardär Samwel Karapetjan hat vor dem Verfassungsgericht auf die Annullierung der Wahlergebnisse geklagt, wie örtliche Medien berichten. Die Oppositionspartei spricht von massiven und organisierten Verstößen während des Wahlkampfs.

Die Parlamentswahl am 7. Juni hatte die Partei Zivilvertrag von Regierungschef Nikol Paschinjan gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission erhielt Zivilvertrag knapp 50 Prozent der Stimmen und damit 64 der insgesamt 105 Sitze im Parlament. Daneben schafften es nur Starkes Armenien mit 23 Prozent (29 Sitze) und der Block Armenien mit zehn Prozent (zwölf Sitzen) noch ins Abgeordnetenhaus.

Rund um den Wahltag waren mehrere Mitglieder prorussischer Parteien unter dem Vorwurf des versuchten Stimmenkaufs festgenommen worden. Am Freitag wurde die Festnahme von drei weiteren Oppositionellen bekannt. Die Staatsanwaltschaft strebt zudem ein Verfahren gegen den Chef des Wahlblocks Armenien, Ex-Präsident Robert Kotscharjan, an. Paschinjan drohte der Opposition mit einem Verbot wegen versuchten Stimmenkaufs.

Der Konflikt dreht sich sehr stark um die außenpolitische Ausrichtung des Landes. Während Paschinjan auf eine Annäherung an den Westen und einen möglichen EU-Beitritt setzt, wird die Opposition von Moskau unterstützt. Russland hatte während des Wahlkampfs mithilfe von Embargos für armenische Blumen und Lebensmittel massiven Druck auf das kleine Land im Südkaukasus ausgeübt.


Nach Wahlsieg von Burnham: Starmer lehnt Rücktritt ab

LONDON: Andy Burnham gewinnt die Nachwahl im Bezirk Makerfield und dürfte sehr bald Premierminister Starmer herausfordern. Dieser zeigt sich jedoch weiter kämpferisch.

Der unter Druck geratene britische Premier Keir Starmer lehnt nach dem Einzug seines innerparteilichen Rivalen Andy Burnham ins Parlament einen Rücktritt weiter ab.

Sollte es zu einer Wahl um den Parteivorsitz kommen, werde er sich dieser stellen und sich nicht einfach zurückziehen, sagte der Regierungschef wenige Stunden nach der Nachwahl im Bezirk Makerfield. Es sei wichtig, dass die Labour-Partei «an einem Strang ziehe». Er habe im Sommer 2024 ein Mandat erhalten, «um Veränderungen herbeizuführen».

Burnham hat in der Nacht den vakanten Parlamentssitz des Bezirks Makerfield gewonnen. Er holte in dem kleinen Wahlkreis 24.927 Stimmen und damit knapp 10.000 Stimmen mehr als der Kandidat der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Robert Kenyon (15.696). Als «MP» (Member of Parliament) kann er nun den Premierminister in eine Führungswahl zwingen - und mit dem Rückhalt der Regierungspartei Labour ablösen.

Starmer steht nun stark unter Druck. Am Morgen gratulierte er seinem Rivalen in einem X-Beitrag mit nur knappen Worten. Mit Burnham habe er noch nicht direkt gesprochen, werde dies aber demnächst tun, sagte er.


Zwischen Fuchs und Ritter: Auch das ist die britische Wahl

WIGAN: Der britische Humor ist weltberühmt - und hat immer mal wieder offensichtliche Auswirkungen auf die Politik. Bei der bedeutenden Wahl in Makerfield stehen skurrile Figuren auf der Bühne.

Die britische Politik ist durchaus bekannt für schräge Eigenarten - und doch kommt es immer wieder zu Überraschungen. Als Labour-Politiker Andy Burnham in den frühen Morgenstunden zum Sieger der Nachwahl im Bezirk Makerfield erklärt wurde, stand der 56 Jahre alte potenzielle Herausforderer von Premierminister Keir Starmer zwischen zwei Kostümierten: einem Fuchs und einer Art Mülleimerritter.

Die beiden, Robert Pownall im Tierkostüm und der Comedian Jonathan David Harvey als «Count Binface», waren ebenfalls angetreten, um den Sitz im britischen Parlament zu ergattern. Pownall störte sogar kurz die Siegerrede von Burnham, um für Tierschutz zu demonstrieren.

Die beiden Kandidaten hatten bei der Wahl allerdings auch etwas Zuspruch bekommen - der Fuchs erhielt 18 Stimmen, der Mülleimerritter 95. Zum Vergleich: Burnham gewann die Wahl mit 24.927 Stimmen.


Premier Starmer gratuliert Parteirivalen Burnham zu Wahlsieg

LONDON: Andy Burnham gewinnt die Nachwahl im Bezirk Makerfield und dürfte sehr bald Premierminister Starmer herausfordern. Dieser wendet sich indes mit nur wenigen Worten an seinen Rivalen.

Mit erst einmal nur knappen Worten hat der britische Premierminister Keir Starmer seinem innerparteilichen Rivalen Andy Burnham zum Wahlsieg gratuliert. Die Wähler hätten sich für «Hoffnung und Optimismus» und nicht für «Spaltung und Hass» entschieden, schrieb der kriselnde Premier in einem Beitrag auf der Plattform X.

Burnham hat in der Nacht den vakanten Parlamentssitz des Bezirks Makerfield gewonnen. Als «MP» (Member of Parliament) kann er nun den Premierminister in eine Führungswahl zwingen - und mit dem Rückhalt der Regierungspartei Labour ablösen. Starmer steht damit nun massiv unter Druck.

Burnham holte in dem kleinen Wahlkreis, der normalerweise wenig mit der großen Politik in Westminster zu tun hat, 24.927 Stimmen und damit knapp 10.000 Stimmen mehr als der Kandidat der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Robert Kenyon (15.696). Sein Sieg könnte der «Wendepunkt» sein, sagte Burnham in seiner Rede am frühen Morgen.

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