Neues aus dem Ausland am Montag

Foto: Pixabay/Philipp
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Äthiopien: HRW wirft Behörden in Tigray Zwangsrekrutierungen vor

NAIROBI/ADDIS ABEBA: Auch nach dem blutigen Bürgerkrieg in der nordäthiopischen Region Tigray bleibt die Lage dort angespannt. Menschenrechtler werfen den örtlichen Behörden neue Zwangsrekrutierungen vor.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft den Behörden in der nordäthiopischen Region Tigray eine seit April andauernde Zwangsrekrutierung von Zivilisten vor. Auch Minderjährige seien betroffen, so die stellvertretende Afrikadirektorin der Organisation, Laetitia Bader. Die Kampagne erzeuge «ein Klima der Angst in der gesamten Region.» Potenzielle Rekruten schliefen aus Furcht vor Zwangsrekrutierung im Freien oder flüchteten aus Tigray.

In den vergangenen Monaten ist es erneut zu Spannungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der wichtigsten politischen Partei Tigrays, der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), gekommen. Die beiden Seiten kämpften während eines blutigen Bürgerkriegs von 2020 bis 2022 gegeneinander, der Ende 2022 mit einem Waffenstillstand endete. In dem Konflikt kam es zu zahlreichen Menschenrechtsverbrechen. Nun schüren die Spannungen Sorgen vor einem neuen bewaffneten Konflikt am Horn von Afrika.

Bewohner in Städten und Gemeinden berichteten laut Human Rights Watch, dass Beamte und Streitkräfte in Tigray ehemalige Kämpfer, andere Männer und Jungen auf der Straße, in Büros und bei nächtlichen Hausdurchsuchungen entführten. Es seien auch Razzien und Entführungen aus Goldminen, einer wichtigen Einnahmequelle für junge Männer und Jungen in der Region, gemeldet worden. Von den lokalen Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen.


«ABC»: Nato-Gipfel muss Differenzen überbrücken

MADRID: Beim Nato-Gipfel am Dienstag und Mittwoch in Ankara soll über die Stärkung der Abschreckung und der Verteidigungsfähigkeit sowie über das transatlantische Verhältnis zwischen Europa und den USA beraten werden. Dazu schreibt die spanische Zeitung «ABC» am Montag:

«Die unterschiedlichen Vorstellungen über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses werden in diesen Tagen beim Nato-Gipfel in Ankara aufeinanderprallen. Es dürfte das wohl angespannteste Treffen der vergangenen Jahre werden. (...) Nicht einmal die europäischen Staaten vertreten eine einheitliche Position. (...) Die Vereinigten Staaten wiederum fordern ihre europäischen Partner seit Jahren auf, ihre Investitionen in die Verteidigung deutlich zu erhöhen. (...)

Der Gipfel in Ankara muss dazu beitragen, diese beiden Sichtweisen miteinander in Einklang zu bringen. Weder können die USA ihre Führungsrolle in der westlichen Welt ohne starke und verlässliche Verbündete bewahren, noch kann Europa den Anspruch erheben, eine bedeutende Rolle zu spielen, ohne die Kosten für seine eigene Sicherheit voll zu übernehmen.

In einer zunehmend instabilen Welt wird die Stärke der Nato auch künftig von einer Zusammenarbeit abhängen, die auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und dem Bewusstsein beruht, dass die Verteidigung des Westens weiterhin eine gemeinsame Aufgabe ist.»

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