Behörde: Stärkstes Beben seit über 100 Jahren
CARACAS: Gleich zweimal erzittert am Mittwoch die Erde in Venezuela. Das stärkere der beiden Beben ist nach Angaben der US-Erdbebenwarte das schwerste seit mehr als einem Jahrhundert.
Das Erdbeben der Stärke 7,5 in Venezuela ist nach Angaben der geologischen US-Behörde USGS das Heftigste in dem südamerikanischen Land seit mehr als einem Jahrhundert. Ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,7 gab es zuletzt im Jahr 1900 nordöstlich der Hauptstadt Caracas vor der Küste Venezuelas, wie aus Daten der Organisation hervorgeht.
21 Todesopfer wurden den Angaben zufolge damals registriert, zahlreiche Gebäude stürzten ein. In der Folge sei es zu mehr als 250 Nachbeben gekommen, weshalb viele Bewohner der Region monatelang im Freien lebten.
Die beiden kurz aufeinander folgenden Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 am Mittwoch ereigneten sich etwa 170 Kilometer westlich von Caracas. Nach Angaben der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez kamen mindestens 32 Menschen ums Leben. Eine automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für mehr als tausend Todesopfer nahe.
Mann tötet Frau und Sohn in Toskana - Bestürzung über mögliches Motiv
LUCCA: Ein Mann erschießt in Italien Frau und Sohn. Nachbarn berichten von langjährigen familiären Spannungen. Das Motiv ist unklar. Die möglichen Hintergründe sorgen aber schon jetzt für Bestürzung.
Ein 63 Jahre alter Mann hat in Italien seine Ehefrau und seinen Sohn erschossen. Die Tat ereignete sich nach Angaben der Behörden am Mittwoch in der 31.000-Einwohner-Gemeinde Camaiore in der Toskana. Möglicherweise gab es einen homophoben Hintergrund. Der Verdächtige wurde festgenommen und wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes vernommen.
Nach offiziellen Angaben tötete der Mann die 52 Jahre alte Frau und den 24 Jahre alten Sohn mit einem Jagdgewehr im Garten des Familienhauses. Anschließend habe er das Gewehr wieder im Haus verstaut, auf die alarmierten Carabinieri gewartet und sich von ihnen widerstandslos festnehmen lassen.
Das genaue Motiv ist bislang nicht geklärt. Italienische Medien berichteten unter Berufung auf Nachbarn und Verwandte von länger andauernden familiären Spannungen. Mehrere Medien stellten zudem einen möglichen Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung beziehungsweise Geschlechtsidentität des Sohnes her. Der Vater soll diese demnach nicht akzeptiert haben.
Verwiesen wird dabei auf einen älteren Beitrag des Sohnes in den sozialen Medien aus dem Jahr 2022. Darin soll er sich über die schwierige Beziehung zum Vater geäußert und geschrieben haben, dieser sehe ihn lieber tot als homosexuell. Die Behörden haben diese Angaben bislang nicht bestätigt.
Pistorius bietet Venezuela Hilfe der Bundeswehr an
BERLIN: Nach schweren Erdbeben in Venezuela bietet Deutschland Unterstützung an. Die Bundeswehr stelle bis zu sechs Transportflugzeuge bereit, um Rettungskräfte und Material ins Land zu bringen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela Hilfe der Bundeswehr angeboten. «Die Bundeswehr steht bereit und kann kurzfristig bis zu sechs Transportflugzeuge A400 M zur Verfügung stellen, sobald Unterstützung von uns angefordert wird», erklärte der SPD-Politiker über den Whatsapp-Kanal des Ministeriums.
So könnten Personal und Material des Technischen Hilfswerks (THW) nach Venezuela gebracht, aber auch Transportflüge innerhalb Venezuelas ermöglicht werden. Die Transportflüge würden auch den Partnern vor Ort angeboten.
«Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert. Die beiden Erdbeben sollen mit die schwersten des laufenden Jahres gewesen sein. Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten», schrieb Pistorius. Er danke allen Soldaten, die sich jetzt bereits auf diesen Einsatz vorbereiteten.
Zwei weitere oppositionelle Bürgermeister in der Türkei festgenommen
IZMIR: Fast jede Woche führen die Behörden in der Türkei Razzien gegen Oppositionspolitiker durch, der Vorwurf: Korruption. Nun werden erneut zwei Bürgermeister und viele weitere Personen festgenommen.
Die türkischen Behörden sind im Rahmen von Korruptionsermittlungen erneut gegen von der Opposition geführte Gemeinden vorgegangen und haben 24 Personen festgenommen. Darunter seien zwei Bezirksbezirksbürgermeister der Küstenmetropole Izmir, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Sie sind Politiker der größten Oppositionspartei CHP. Anadolu zufolge wurden Razzien in Izmir, Istanbul und den Provinzen Aydin und Adana durchgeführt.
Die CHP steht seit ihrem Erfolg bei den Kommunalwahlen 2024 massiv unter Druck. Inzwischen sitzen mehr als 20 gewählte Bürgermeister der Partei im Gefängnis, sie wurden teils abgesetzt. Prominentestes Beispiel ist der ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Der profilierteste Rivale des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war im März vergangenen Jahres unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Das hatte Massenproteste ausgelöst.
Die CHP sieht hinter dem Verfahren eine politische Motivation und wirft der Regierung vor, eine Präsidentschaftskandidatur Imamoglus im Jahr 2028 verhindern zu wollen. Die Regierung weist das zurück.
Bundesstaat La Guaira - Venezuelas Tor zur Welt
CARACAS: La Guaira verbindet Venezuela mit der Welt: Der Bundesstaat hat den wichtigsten Hafen und Flughafen des Landes. Vor mehr als 25 Jahren gab es schon einmal eine Naturkatastrophe.
Der venezolanische Bundesstaat La Guaira erstreckt sich als schmaler Küstenstreifen entlang der zentralen Karibikküste etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt. Unmittelbar südlich der Küstenzone der früher Vargas genannten Region erhebt sich ein mehr als 2.000 Meter aufragendes Küstengebirge.
Die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates beherbergt den bedeutendsten Seehafen Venezuelas. Er ist die primäre maritime Drehscheibe für den Import von Konsumgütern und wegen der geografischen Nähe zu Caracas die zentrale Versorgungsader der Hauptstadtregion und benachbarter Bundesstaaten.
Mit dem Internationalen Flughafen Simón Bolívar in Maiquetía liegt auch der wichtigste Airport des Landes in La Guaira. Der Bundesstaat sichert damit die internationale Anbindung Venezuelas.
Im Dezember 1999 traf eine der schwersten Naturkatastrophen der modernen lateinamerikanischen Geschichte den Bundesstaat. Innerhalb von zwei bis drei Tagen fiel am Flughafen so viel Regen wie sonst im gesamten Jahr in der Region. Die dadurch ausgelösten Schlamm- und Schuttlawinen töteten nach Schätzungen der US-Geologiebehörde USGS bis zu 30.000 Menschen in dem Bundesstaat.
Präsidentin: Dutzende Gebäude eingestürzt
CARACAS: Die Regierung spricht von Erdbeben noch nie dagewesenen Ausmaßes. Wie groß die Folgen tatsächlich sind, ist bislang nicht absehbar.
Bei den zwei schweren Erdbeben in Venezuela mit mindestens 32 Toten und 700 Verletzten sind nach Angaben der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez zahlreiche Häuser eingestürzt. Am stärksten betroffen sei der Bundesstaat La Guaira, wo auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas und ein wichtiger Seehafen liegen. «Dort sind Dutzende Gebäude kollabiert, und es sind intensive Rettungsarbeiten zugange, um die Leben zu retten, die Gott uns retten lässt», sagte sie in der Nacht zum Donnerstag.
Rodríguez sprach von einer Tragödie und einem Erdbeben «noch nie dagewesenen Ausmaßes» in dem südamerikanischen Land. La Guaira sei zu einem Katastrophengebiet geworden. Die bislang 32 gemeldeten Toten beinhalteten nicht die Opfer in dem Bundesstaat. Die Region hatte 1999 nach heftigen Regenfällen eine Flutkatastrophe erlebt, die laut damaligen amtlichen Zahlen Tausende Menschen das Leben kostete.
Der internationale Flughafen Simón Bolívar wurde nach Angaben der Regierung angesichts der Schäden nach den Beben geschlossen. Er liegt an der Küste, etwa 30 Kilometer von der in rund 900 Metern Höhe gelegenen Hauptstadt Caracas entfernt. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Eine Modellrechnung der Behörde legte nahe, dass eine sehr hohe Opferzahl zu befürchten ist.
Ifo: Bessere Aussichten für den Export
MÜNCHEN: Die deutschen Unternehmen sehen nicht mehr ganz so negativ in die Zukunft. Eine wichtige Branche rutscht allerdings noch tiefer ins Minus.
Die Exportaussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich etwas aufgehellt. Nach drei Rückgängen in Folge stieg der Indikator des Münchner Ifo-Instituts im Juni von minus 5,6 auf minus 3,7 Punkte. Experte Klaus Wohlrabe bewertet die Entwicklung zurückhaltend: «Die Exporteure sind noch skeptisch, ob die geopolitische Unsicherheit nachhaltig abnimmt», sagte er. «Zudem ist die internationale Konkurrenz weiterhin stark.»
Je nach Branche gibt es derzeit sehr große Unterschiede. So ist die Elektroindustrie optimistisch und rechnet mit einem deutlichen Anstieg ihrer Exporte. Bei den Getränkeherstellern ist der Blick aufs Auslandsgeschäft mit plus 18,1 Punkten am optimistischsten, die Branche ist allerdings keines der Schwergewichte der deutschen Exportwirtschaft.
Der Maschinenbau zählt zu dieser Gruppe, liegt mit minus 3,4 Punkten aber nur minimal über dem Durchschnitt. Die Chemische Industrie ist mit minus 4,8 Punkten zwar unterdurchschnittlich, hat sich aber im Vergleich zum Mai um mehr als 10 Punkte verbessert und den Einbruch im Vormonat weitgehend ausgeglichen.
Besonders schlecht sind die Aussichten für die wichtige Autoindustrie mit minus 17,9 Punkten. Hier hat sich die Stimmung zudem um 2,8 Punkte verschlechtert. Nur im Papiergewerbe sind die Aussichten mit minus 21,5 Punkten noch schlechter.