Neues aus dem Ausland am Montag

Herbstlicher Blick durch den Arc de Triomf in Barcelona mit Laubbäumen, Taxis, Rollern und moderner Hochhaus-Silhouette im Hintergrund. Foto: Unsplash/Quick Ps
Herbstlicher Blick durch den Arc de Triomf in Barcelona mit Laubbäumen, Taxis, Rollern und moderner Hochhaus-Silhouette im Hintergrund. Foto: Unsplash/Quick Ps

Drei Tote bei Schusswechsel in Montreal

MONTREAL: In der westkanadischen Metropole Montreal fallen Schüsse. Die Bevölkerung wird angewiesen, eine Gegend zu meiden. Vor seiner Tat soll der Schütze eine Art Manifest verfasst haben.

Bei einem Schusswechsel in der kanadischen Großstadt Montreal sind drei Menschen getötet worden. Neben einem Polizisten und einem Zivilisten sei auch der mutmaßliche Angreifer unter den Toten, teilte die Polizei mit. Außerdem gebe es zwei Verletzte, darunter eine Polizistin. Es sei ein «Alptraum», dessen Hintergründe noch offen seien. Ein terroristisches Motiv schlossen die Ermittler aus. Weitere Verdächtige in dem Fall gebe es nicht.

Die Schüsse fielen nach bisherigen Erkenntnissen am Montagmittag (Ortszeit) an einem Hotel im Viertel Côte-des-Neiges. Die Polizei warnte vor einem «bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen» und rief dazu auf, die Gegend zu meiden. Die Beamten seien bei ihrer Ankunft am Tatort unter Beschuss geraten, sagte der Polizeisprecher. Daraufhin rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten der Polizei an.

Seit 24 Jahren sei kein Polizist mehr im Einsatz getötet worden, sagte der Sprecher. Die bei dem Einsatz angeschossene Polizistin schwebe nicht mehr in Lebensgefahr.

Medienberichten zufolge soll der Täter eine Art Manifest verfasst haben. Das Dokument enthielt demnach hasserfüllte Sprache, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist - eine antifeministische Online-Community, die archaische Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative propagiert. Eine Bestätigung der Sicherheitsbehörden gab es dafür zunächst nicht.


Polizist in Montreal bei Schusswaffenvorfall getötet

MONTREAL: In der westkanadischen Stadt Montreal kommt es zu Schüssen. Die Bevölkerung wird angewiesen, eine Gegend zu meiden.

Bei einem Schusswaffenvorfall im kanadischen Montreal ist ein Polizist getötet worden. «Mit großem Bedauern bestätigen wir den Tod eines unserer Polizeibeamten im Dienst», schrieb die Polizei auf der Plattform X. Die Polizei hatte zuvor vor einem «bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen» gewarnt und Menschen aufgefordert, ein Gebiet im Viertel Côte-des-Neige zu meiden. Später wurde von einem «neutralisierten» Verdächtigen und zwei verletzten Polizisten berichtet.

Der jüdische Rettungsdienst Zaka teilte mit, der Angriff habe sich in der Nähe eines Chabad-Zentrums zugetragen. Es könne sich um einen Anschlag handeln, hieß es. Die kanadische Polizei bestätigte dies zunächst nicht. Die im späten 18. Jahrhundert gegründete Chabad-Lubawitsch-Bewegung war zunächst in Russland verbreitet und dehnte sich dann über die Nachbarländer aus. Ihr Ziel ist es, Juden ihrer Religion und ihren Traditionen näherzubringen. Weltweit hat die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 5000 Institutionen in mehr als 100 Ländern.


Zwei Kinder tot in Auto entdeckt

CARPENTRAS: Ein schockierender Fund: Eine Mutter entdeckt ihre zwei leblosen Kinder im geparkten Auto - bei Temperaturen von fast 40 Grad. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Zwei Kleinkinder im Alter von zwei und vier Jahren sind tot im Auto ihrer Familie im südfranzösischen Carpentras aufgefunden worden. Sie hatten sich ersten Erkenntnissen zufolge darin eingeschlossen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ihre Mutter hatte die beiden Geschwister in dem auf der Einfahrt zum Wohnhaus geparkten Auto entdeckt. Die herbeigerufenen Rettungskräfte versuchten vergeblich, sie zu reanimieren.

Die Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Eine Obduktion zur Klärung der genauen Todesumstände steht demnach noch aus.

Die 33-jährige Mutter wurde den Angaben nach von der Feuerwehr betreut. Aufgrund ihres Zustands sei eine Befragung durch die Ermittler zunächst nicht möglich gewesen, hieß es. Die Ermittlungen dauerten an.

Die Menschen in Frankreich erleben derzeit eine extreme Hitzewelle, mit Temperaturen bis zu 42 Grad. In Carpentras zeigten die Thermometer am Montag laut französischem Wetterdienst bis zu 39 Grad an. Für einen großen Teil des Landes hat Météo France die höchste Hitze-Warnstufe Rot verhängt. Die Werte sollen in den kommenden Tagen noch steigen.


Hügelregion von Salt Lake City in Flammen

SALT LAKE CITY: Im Westen der USA brennen wieder Hügel. In der Nähe befindet sich eine Universität. Feuerwehrleute haben ganz besondere Umstände vor Ort.

Feuerwehrleute kämpfen im US-Bundesstaat Utah gegen einen großen Waldbrand. Betroffen ist nach US-Medienberichten eine Hügelregion in der Nähe einer Universität in der Großstadt Salt Lake City im Westen der USA. Die Feuerwehr von Salt Lake City hat bislang keine Evakuierungen veranlasst, wies aber Bewohner der Region an, auf ein solches mögliches Szenario vorbereitet zu sein.

Das «Bonneville»-Feuer hat laut Feuerwehr eine Größe von rund 200 Hektar und sei zu fünf Prozent eingedämmt. Es wurde befürchtet, dass sich die Flammen mit den steigenden Temperaturen im Verlauf des Montags ausbreiten könnten.

Die Feuerwehrleute haben schwierige Umstände: Es gibt laut Behördenangaben die Gefahr, dass sich in den brennenden Hügeln Geröll lösen könnte. Und es gibt in der Region Klapperschlangen.


Mexikos WM-Ente Merlin zu Besuch bei Präsidentin Sheinbaum

MEXIKO-STADT: Der Vogel im Mexiko-Trikot ist innerhalb von kürzester Zeit zum Liebling der Fußballfans in dem lateinamerikanischen Land geworden. Jetzt bekommt er sogar eine Audienz bei der Staatschefin.

Die WM-Ente Merlin kommt in Mexiko groß heraus. Nachdem das weiße Tier im grünen Mexiko-Trikot bereits im ganzen Land bekannt ist, traf Merlin nun sogar die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum. Der Vogel nahm an der täglichen Pressekonferenz der Staatschefin im Nationalpalast teil und posierte für ein Foto mit seinen Besitzern und der Präsidentin.

«Merlin ist der Patron unseres Geschäfts», sagte seine Besitzerin Karla Ivette Gómez, die in den Straßen des historischen Zentrums von Mexiko-Stadt als Straßenhändlerin Getränke verkauft. «Er passt auf, dass wir ordentlich arbeiten.» Merlin bekomme spezielles Futter für Enten und jeden Sonntag einen Taco mit Fleischfüllung, erzählte die 48-jährige alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen weiter.

Merlin war zu Beginn der Fußballweltmeisterschaft berühmt geworden, als er im mexikanischen Dress mit farblich passenden Söckchen durch die Straßen der Hauptstadt watschelte. Seine Besitzer wollen die Ente Merlin nun als geschützte Marke eintragen lassen.


Großer Waldbrand - Autobahn teils gesperrt

ATHEN: Weil vor lauter Rauch kaum etwas zu sehen ist, dürfen Autos derzeit auf einem Teilstück der zentralen griechischen Autobahn zwischen Athen und Thessaloniki nicht verkehren.

In Griechenland ist ein Großaufgebot von Rettungskräften im Einsatz, um einen großen Wald- und Buschbrand nahe der Autobahn zwischen Athen und Thessaloniki zu bekämpfen. Wegen der starken Rauchentwicklung sei ein Teilstück der zentralen griechischen Autobahn geschlossen werden, berichtete die Zeitung «Kathimerini». Eingesetzt wurden demnach 118 Feuerwehrleute, 27 Fahrzeuge, elf Löschflugzeuge und drei Hubschrauber.

Das Feuer tobt seit den Mittagsstunden auf der Höhe der Ortschaft Akrefnio rund 130 Kilometer nordöstlich von Athen. Es ist der zweite große Waldbrand in diesem Jahr - erst am Samstag musste ein Brand auf der Insel Euböa bekämpft werden. Meteorologen warnen in griechischen Medien vor den teils starken, für die Jahreszeit typischen Winden in den kommenden Tagen und mahnen die Menschen zur Vorsicht beim Umgang mit Feuer. Die stürmischen Böen können aus wenigen Funken einen Flächenbrand machen.


Vier Kinder bei Minenexplosion im Jemen getötet

SANAA: Mehr als zwei Millionen Minen sollen die Huthi im Jemen im Zuge des Bürgerkriegs im Land verlegt haben. Erneut sterben bei Explosionen Kinder.

Bei der Explosion einer Mine im Süden des Jemen sind vier Kinder getötet und neun weitere verletzt worden. Das teilten örtliche Behörden in der Provinz Dhale mit. Nach Angaben der Behörden ereignete sich der Vorfall im Dorf al-Raibi, als eine Landmine detonierte, die mutmaßlich von den mit dem Iran verbündeten Huthi stammte. Die Explosion wurde als eine der «schrecklichsten humanitären Katastrophen» bezeichnet, die die Provinz je erlebt habe.

Der Gouverneur der Provinz Dhale rief internationale und humanitäre Organisationen sowie Minenräumdienste dazu auf, ihre Anstrengungen zur Beseitigung von Kriegsresten und Sprengsätzen zu verstärken. Diese stellten weiterhin eine erhebliche Gefahr für die Zivilbevölkerung dar.

Nach Schätzungen der jemenitischen Regierung sollen Huthi-Kämpfer seit Beginn des Konflikts im Jahr 2014 rund zwei Millionen Sprengkörper verlegt haben. Die Miliz hatte damals weite Teile des Nordens des Landes unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch die Hauptstadt Sanaa, woraufhin die international anerkannte Regierung in den Süden verdrängt wurde.


Mindestens 14 Tote bei Gebäudebrand im Norden Indiens

NEU-DELHI: Panik im Animationsstudio: Jugendliche springen aus dem Fenster, um dem Feuer zu entkommen. Was hinter dem tödlichen Brand im indischen Lucknow steckt, ist noch unklar.

Beim Brand eines dreistöckigen Gebäudes in der indischen Millionenstadt Lucknow sind nach Medienberichten mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer seien zumeist jüngere Menschen gewesen, berichteten die Zeitung «The Indian Express» und andere indische Medien unter Berufung auf die Behörden im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh. Im ersten Stock soll sich demnach unter anderem ein Animationsstudio befunden haben, wo sich zahlreiche Jugendliche aufgehalten hätten.

Mehrere Personen in dem als Gewerbegebäude benutzten Haus wurden den Berichten zufolge verletzt. Im Erdgeschoss sei unter anderem eine Tierhandlung betrieben worden.

Es werde vermutet, dass zahlreiche Personen eingeschlossen gewesen seien, da sich das Feuer rasch ausgebreitet habe, berichtete der Sender NDTV. Mehrere Menschen seien aus dem ersten Stock gesprungen, um sich zu retten. Das Feuer sei nach mehr als einer Stunde unter Kontrolle gebracht worden. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Die Behörden kündigten eine gründliche Untersuchung an.


EU kündigt nach Starmer-Rücktritt Verschiebung von Gipfel an

BRÜSSEL: Wer wird nach dem Rücktritt von Keir Starmer nächster Regierungschef in London? Für die EU ist das eine zentrale Frage. Ein geplantes Spitzentreffen wird nun vorerst vertagt.

Die EU hat nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Keir Starmer die Verschiebung eines für Juli geplanten EU-Großbritannien-Gipfels angekündigt. Man habe intensiv und mit großer Zuversicht auf das Treffen hingearbeitet, sagte EU-Ratspräsident António Costa in Brüssel. Nun müsse man es aber natürlich vertagen und es würden neue Möglichkeiten geprüft.

Mit Blick auf die EU-freundliche Politik von Starmer sagte Costa: «Ich hoffe, dass sein Nachfolger den eingeschlagenen positiven Kurs bei der Neugestaltung unserer Beziehungen zum Vereinigten Königreich fortsetzt.» Ähnlich äußerte sich auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie sagte, Starmer habe sich stets für eine starke und stabile Beziehung zur Europäischen Union eingesetzt und habe einen echten Neustart in den Beziehungen ermöglicht, der auf Vertrauen aufgebaut gewesen sei. Sie setze auf die Fortsetzung einer starken und stabilen Beziehung mit den Menschen des Vereinigten Königreichs.

Von der Leyen und Costa äußerten sich bei einer Pressekonferenz mit der Präsidentin des EU-Beitrittskandidatenlandes Moldau, Maia Sandu. Diese begrüßte Umfragen, nach denen die Mehrheit der Menschen im Vereinigten Königreich mittlerweile wieder Teil der EU sein möchte. «Ich bin überzeugt, dass die EU stärker sein wird, wenn das Vereinigte Königreich, Moldau, die Ukraine und die Staaten des westlichen Balkans beitreten», sagte sie.

Der EU-Großbritannien-Gipfel war erst vor wenigen Tagen angekündigt worden. Er hätte eigentlich am 22. Juli in Brüssel stattfinden sollen.


Briten brauchen neuen Premierminister: So geht es weiter

LONDON: Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Ein Nachfolger steht bereit. Noch sind aber viele Details und Formalien offen.

Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Keir Starmer braucht Großbritannien einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Zwar steht in dem früheren Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, bereits ein Kandidat bereit - noch sind aber mehrere Details zu klären. So geht es in Westminster weiter:

* Laut Starmer soll die Nominierungsphase für den Vorsitz der Labour-Partei am 9. Juli beginnen und bis zur Sommerpause des Parlamentes am 16. Juli abgeschlossen sein. * Bewerberinnen und Bewerber für die vakante Position des Parteivorsitzes benötigen die Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten (81 Parlamentsmitglieder) sowie die Nominierung aus einzelnen Ortsverbänden und angeschlossenen Gewerkschaften, um antreten zu können. * Sollte Burnham der einzige Kandidat bleiben, würde er ohne Urabstimmung der Labour-Mitglieder zum Vorsitzenden erklärt. Formal könnte er von König Charles III. dann auch schnell zum Premierminister ernannt werden - der Nachrichtenagentur PA zufolge bereits am 17. oder 18. Juli. * Sollte es weitere Bewerbungen geben, die die Voraussetzungen erfüllen, gäbe es eine Abstimmung unter den Labour-Mitgliedern. Der gesamte Prozess soll bis zum Ende der Sommerpause am 1. September abgeschlossen sein. * König Charles III. wird in beiden Fällen die neue Parteichefin oder den neuen Parteichef formell mit der Regierungsbildung beauftragen. Wer auch immer es wird - der Monarch nimmt diese Aufgabe nach Liz Truss, Rishi Sunak und Starmer zum vierten Mal in seiner Regentschaft wahr. * In die Zeit des Umbruchs fallen wichtige internationale Termine: Beim Nato-Gipfel am 7. Juli wird britischen Medien zufolge noch Starmer als Vertreter Großbritanniens erwartet. Auch das für diesen Mittwoch geplante Treffen in Berlin von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien als Teil der Vorbereitung wird nicht infrage gestellt. Das ursprünglich für den 22. Juli geplante britisch-europäische Gipfeltreffen in Brüssel wurde indes wegen der Lage in London verschoben.


Großschlag gegen mutmaßlichen europaweiten Drogenring

KÖLN: Mit Haftbefehlen und Razzien sind Ermittler in NRW, Spanien und Österreich gegen mutmaßliche Drogenhändler vorgegangen. Es geht unter anderem um tonnenweise Cannabis.

Mehr als vier Tonnen Cannabis, dazu kiloweise Kokain und Crack: Ermittler sind in Nordrhein-Westfalen, Spanien und Österreich gegen eine Gruppe mutmaßlicher Drogenhändler vorgegangen. Im Auftrag der Kölner Staatsanwaltschaft wurden 31 Privatwohnungen, Geschäftsräume und Verstecke durchsucht, wie die Behörde mitteilte. Zudem wurden neun Haftbefehle gegen Tatverdächtige im Alter von 24 bis 31 Jahren vollstreckt.

Insgesamt seien bislang 31 Beschuldigte im Fokus der Ermittler, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Führende Mitglieder der Gruppe sollen - so der Vorwurf - über Jahre hinweg einen über Ländergrenzen hinweg laufenden Drogenhandel orchestriert haben. Der Gesamtwert der Geschäfte liege nach bisherigem Ermittlungsstand bei mehr als elf Millionen Euro.

Die bisher nachgewiesenen Mengen der gehandelten Drogen sind ebenfalls beträchtlich: mehr als vier Tonnen Cannabis, mehr als 27 Kilogramm Kokain, etwa 1,5 Kilogramm Crack und rund 800 Liter Amphetaminöl. «Diese Menge Amphetaminöl reicht zur Herstellung von über drei Tonnen Amphetamin aus», erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen führte die Polizei Köln. Involviert waren aber auch zum Beispiel Europol sowie Ermittlungsbehörden in Spanien und Österreich.


Nach Starmer-Rücktritt: Nigel Farage fordert Neuwahl

LONDON: Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Chef der britischen Rechtspopulisten sieht damit die Chance gekommen, um die Karten neu zu mischen.

Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Keir Starmer fordert Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage eine Neuwahl. Seine rechtspopulistische Partei Reform UK sei bereit, «radikale Veränderungen herbeizuführen», schrieb er in einem X-Beitrag.

Wenn die Labour-Partei glaube, sie könne den Premier einfach austauschen, «wird sie eine böse Überraschung erleben», drohte er. In Umfragen liegen die Rechtspopulisten seit Monaten vor den einstigen Volksparteien Labour und den Konservativen. Regulär steht jedoch erst 2029 wieder eine Parlamentswahl an.

Keir Starmer kündigte am Morgen seinen Rücktritt an. Er gebe den Posten als Chef der Labour-Partei ab, sagte er in einer Ansprache vor dem Regierungssitz 10 Downing Street. Bis ein Nachfolger gewählt sei, werde er als Regierungschef noch im Amt bleiben.

Der Rücktritt eines Premiers läuft in Großbritannien nicht zwingend auf eine Neuwahl hinaus. Die Labour-Partei entscheidet sich nach Starmers Ankündigung nun für einen neuen Parteichef, der dann auch Premierminister wird. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der populäre Andy Burnham. Ob sich ein weiterer Kandidat für die Nachfolge aus der Deckung wagt, ist noch offen.


Berlin und Paris einigen sich zu Einstieg des Bunds bei KNDS

BERLIN/PARIS: Die Bundesregierung will beim Rüstungskonzern KNDS einsteigen. Mit Frankreich ist sie sich nun einig geworden. Welche Anteile wollen beide Länder?

Deutschland und Frankreich haben eine Vereinbarung zum Einstieg der Bundesregierung beim Panzerbauer KNDS getroffen. Beide Staaten sollen künftig den gleichen Anteil an dem Unternehmen halten, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Die Bundesregierung strebe eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent an, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Später wolle man den Anteil wieder verringern. Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss dem Vorhaben noch zustimmen.

KNDS ist Hersteller von Waffensystemen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staates.

Die Bundesregierung und der französische Élysée-Palast wollen KNDS zu einem führenden europäischen und globalen Verteidigungsunternehmen ausbauen, das die französischen und deutschen Streitkräfte beliefert. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte: «Mit der 40-prozentigen Beteiligung des Bundes an KNDS sichern wir Schlüsseltechnologien, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland.» Deutschland und Frankreich würden künftig auf Augenhöhe über die Entwicklung eines Unternehmens entscheiden, das für die europäische Verteidigungsfähigkeit von zentraler Bedeutung sei. KNDS begrüßte die Einigung zwischen Berlin und Paris.


Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt auf mehr als 1000

KINSHASA/BUNIA: Gesundheitsexperten sind besorgt über die rasante Ausbreitung von Ebola im Kongo. Nun gibt es bereits mehr als 1.000 bestätigte Fälle. Viele Kontakte bleiben unbekannt.

Gut einen Monat nach Beginn des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 1000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den 1003 bestätigten Ebola-Erkrankten in drei Provinzen des Landes insgesamt 254 gestorben. Wie das Ministerium weiter mitteilte, gelten 100 Menschen als genesen. Derzeit werden 365 Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt, hieß es. Die Todesfallquote betrage derzeit rund 25 Prozent.

Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai waren zudem im Nachbarland Uganda 19 Menschen an Ebola erkrankt und zwei von ihnen an der hochgefährlichen Krankheit gestorben. Die Fälle standen im Zusammenhang mit dem Ausbruch im Kongo.

Derzeit werden den Angaben zufolge 58 Prozent der Kontakte von bestätigten Fällen nachverfolgt. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte sich bereits mehrfach besorgt über die hohe Zahl der nicht bekannten und nachverfolgten Kontakte geäußert.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.


Neues aus dem Ausland am Montag

Zum Thema «250 Jahre USA» plant die Deutsche Presse-Agentur folgende Berichterstattung

Am 4. Juli feiern die USA 250 Jahre Unabhängigkeit. Die Deutsche Presse-Agentur plant neben der aktuellen Berichterstattung Folgendes im Ressort Politik (jeweils Arbeitstitel):

* 24. Juni KORR «Was ist aus dem amerikanischen Traum geworden?» * 24. Juni Listicle «Smalltalk-Fakten zum 4. Juli» * 24. Juni Hintergrund «Diese 5 US-Präsidenten sollten sie kennen - und warum» * 24. Juni Grafik «Chronologie 250 Jahre USA» * 01. Juli KORR «Die Deutschen und Amerika - eine erkaltete Liebe?»

BEREITS GESENDET IM THEMENDIENST

* 03. Juni KORR «250 Jahre USA: 25 Orte aus 25 Jahrzehnten» * 14. Juni KORR «Auf den Spuren George Washingtons zu den Anfängen der USA»


Mann stirbt bei Klettertour in Österreich

Der Mann ist alleine unterwegs und auf dem Rückweg seiner Kletterroute. Er rutscht ab und fällt in die Tiefe. Er ist nicht der einzige Klettertote an diesem Wochenende gewesen.

Mittelberg (dpa/lby) - Ein Deutscher ist auf einer Bergtour im österreichischen Mittelberg tödlich verunglückt. Nach Polizeiangaben rutschte der 59-Jährige am Sonntag aus und stürzte knapp 50 Meter steil bergab. Demnach war der Mann allein unterwegs. Er sei beim Abstieg ohne Fremdverschulden abgerutscht. Zeugen des Unfalls eilten ihm zu Hilfe, konnten aber nichts tun. Laut Polizei starb der Mann noch an der Unfallstelle.

Erst am Samstagabend war ein 19-Jähriger auf einer Klettertour in Bayern tödlich verunglückt. Nach Polizeiangaben löste sich im Wettersteingebirge bei Grainau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) ein Haltegriff, der den Teenager sichern sollte. Der junge Mann stürzte daraufhin knapp 100 Meter steil bergab durch felsiges Gelände. Er war bereits tot, als die gerufenen Einsatzkräfte eintrafen.


«NZZ»: Diese Linkspartei ist kein Partner für die CDU

ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung» kommentiert am Montag den Faschismus-Vorwurf des Co-Vorsitzenden der Linken gegen die CDU:

«Die CDU mache «faschistische Politik», meint der Linken-Co-Parteichef Luigi Pantisano. Damit mag er unter Neumitgliedern Applaus ernten. Seinen Parteifreunden in Sachsen-Anhalt hat er keinen Gefallen getan. (.)

Schon im Herbst könnte die CDU im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt vor einer schweren Entscheidung stehen. Sollte die AfD die absolute Mehrheit der Sitze bei der Wahl zum Landesparlament verfehlen, dann würde der christlichdemokratische Ministerpräsident Sven Schulze für seine Wiederwahl wahrscheinlich auch die Stimmen der Linkspartei brauchen. Doch von der Linkspartei trennt die CDU mehr als nur ein Unvereinbarkeitsbeschluss. (..)

In den vergangenen Jahren gab es einige christlichdemokratische Avancen in Richtung der Linkspartei. Schleswig-Holsteins christlichdemokratischer Ministerpräsident Daniel Günther hatte sich einmal sogar dafür ausgesprochen, dass die CDU in den östlichen Bundesländern mit der Linkspartei koalieren solle. Pantisano hat einem solchen Szenario nun einen Riegel vorgeschoben. Seine Äußerungen zeigen: Diese Linkspartei ist kein Partner für die CDU.»

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