Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Sommerlicher Blick vom Opernhaus auf die Innenstadt von Oslo mit bunten Fassaden, der Sparebank und dem alten Børsen-Gebäude im Hintergrund. Foto: Unsplash/Darya Tryfanava
Sommerlicher Blick vom Opernhaus auf die Innenstadt von Oslo mit bunten Fassaden, der Sparebank und dem alten Børsen-Gebäude im Hintergrund. Foto: Unsplash/Darya Tryfanava

Merz: Einigung mit USA auf Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern

BERLIN: Deutschland hat sich mit den USA beim Nato-Gipfel in Ankara auf den Kauf von Mittelstreckenwaffen des Typs Tomahawk geeinigt.

Das sagte der deutsche Kanzler Friedrich Merz bei einer Regierungserklärung im Bundestag in Berlin.


Nach Krach in Ankara: Trump mit warmen Worten für Spanien

WASHINGTON: US-Präsident Trump polterte beim Nato-Gipfel erneut gegen die spanische Regierung um Pedro Sánchez. Wenig später findet er erstaunlich warme Worte - und spricht von einer Kehrtwende.

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Krach beim Nato-Gipfel in Ankara lobende Worte für Spaniens Regierung gefunden. Es gebe nach wie vor Probleme mit Ländern wie Spanien, sagte Trump auf dem Rückflug nach Washington. «Aber Spanien hat heute ein beeindruckendes Comeback hingelegt.» Nach der Begründung gefragt, sagte Trump, die Regierung sei der Bitte einer größeren Zahlung nachgekommen. «Und hätten sie das nicht getan, würden wir nicht einmal mehr mit ihnen sprechen.»

Trump hatte die Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez beim Nato-Gipfel in Ankara hart attackiert und einen Abbruch der Handelsbeziehungen angekündigt. Er begründete das damit, dass Spanien das Nato-Ziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben ablehne und den USA Stützpunkte im Iran-Krieg verweigert habe.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zum Abschluss des Gipfels bereits gesagt, Sánchez habe versichert, dass seine Regierung «jetzt wirklich größte Kraftanstrengungen unternimmt». Das sei «auch auf große Zustimmung von Trump in der Sitzung gestoßen».


«Nepszava»: Trump bleibt für die Nato ein Problem

BUDAPEST: Zum Nato-Gipfeltreffen in Ankara schreibt die links-liberale ungarische Online-Zeitung «Nepszava» am Donnerstag:

«Mit Trump ist die Nato eigentlich kein Verteidigungsbündnis, sondern Schauplatz eines Nervenkriegs. Europas Antwort darauf ist kein offener Bruch mit Washington, sondern eher eine vorsichtige Anpassung. Die Führer des Kontinents wissen ganz genau, dass es unmöglich ist, die militärische Kraft der USA binnen eines Jahres zu ersetzen. Die amerikanischen Kapazitäten sind tief in die Funktionsweise der Nato eingebaut: Ohne Aufklärung durch Nachrichtendienste und Satelliten, Raketenabwehr, Präzisionsschläge und Befehlssysteme wäre Europa militärisch viel verwundbarer - selbst dann, wenn es auf dem Papier immer mehr Geld für Verteidigung ausgibt. Deswegen versuchen die Europäer gleichzeitig Trump zu beruhigen und die Abhängigkeit von den USA zu verringern.

Das sichtbarste Element dieser Politik ist der Rüstungsdeal. Europa würde sich zunehmend auf seine eigene Industrie für die Waffenproduktion stützen, aber zugleich die US-Rüstungsindustrie nicht ausschließen. Im Gegenteil, sie würden amerikanische Waffensysteme auf europäischem Boden produzieren. (...)

Das größte Ergebnis des Gipfels von Ankara ist, dass es - zumindest vorläufig - keinen spektakulären Bruch zwischen Europa und den USA gegeben hat. So seltsam es auch klingt: Die Nato muss europäischer werden, damit sie überhaupt eine transatlantische Organisation bleiben kann.»


Deutscher Urlauber stürzt in Südtirol zu Tode

BOZEN: Auf einem Höhenweg verliert ein 66 Jahre alter Mann das Gleichgewicht. Die Bergwacht und der Notarzt kommen zu spät. In der Region gab es schon mehrere Unglücke.

Beim Wandern in Südtirol ist ein deutscher Urlauber tödlich verunglückt. Der 66 Jahre alte Mann geriet auf einem Höhenweg in der Nähe des 2243 Meter hohen Pretzkopfs ins Stolpern und stürzte etwa 300 Meter in die Tiefe, wie die italienische Bergwacht mitteilte. Der mit einem Hubschrauber zur Hilfe gerufene Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Zu seiner Herkunft machten die Rettungskräfte keine Angaben.

Der Urlauber war mit einem Begleiter auf dem Pfunderer Höhenweg unterwegs, einer beliebten Route in der norditalienischen Region nahe Sterzing. Die beiden Männer wollten in der Nähe auf einer nahegelegenen Alm übernachten. Von dort aus schlug der Begleiter nach dem Unglück am Mittwoch Alarm. Der Tote wurde mit einem Hubschrauber ins Tal geflogen.

Der genaue Hergang des Unglücks war zunächst unklar. Die Polizei nahm - wie üblich in solchen Fällen - Ermittlungen auf. Auf dem Höhenweg kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Unfällen, auch mit Todesopfern.


Zahl der Toten nach Fluten in Südchina steigt weiter

NANNING/PEKING: In Guangxi sterben nach schweren Überschwemmungen mindestens 39 Menschen. Auch andere Regionen Chinas kämpfen weiter mit den Folgen heftiger Unwetter.

Nach den schweren Überschwemmungen in Südchina ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. In der Region Guangxi kamen nach Behördenangaben 39 Menschen ums Leben, neun weitere wurden vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Zuvor hatten die Behörden sechs Tote und elf Vermisste gemeldet.

Ausgelöst wurden die Fluten durch außergewöhnlich starke Regenfälle, die ein Tropensturm gebracht hatte. Besonders betroffen war die Gegend um Hengzhou, das zur Millionenmetropole Nanning gehört. Dort war es durch die Regenfälle zu einem Dammbruch gekommen. Auch an anderen Flüssen und Stauseen blieb die Lage angespannt.

Nächster Sturm ist schon im Anmarsch

Die Unwetter hatten in den vergangenen Tagen auch andere Teile Chinas getroffen. Im Nordwesten des Landes starben bei einem Erdrutsch nahe der Stadt Longnan in der Provinz Gansu 21 Menschen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei kamen bei schweren Gewittern und einem Tornado mindestens elf Menschen ums Leben. Die Wetterlage blieb weiter angespannt. Chinas Behörden warnten vor zusätzlichen Hochwasserrisiken durch weitere Regenfälle und den herannahenden Taifun «Bavi».

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