Renk baut Marinegeschäft mit Übernahme aus
AUGSBURG: Mit dem Zukauf von David Brown Defence will Renk bei Marineprojekten in Großbritannien, Kanada und Australien mitmischen.
Der Getriebehersteller Renk verstärkt sich im Marinegeschäft. Dazu übernimmt das Unternehmen den britischen Hersteller David Brown Defence, wie Renk am Freitag in Augsburg mitteilte. Finanzielle Details nannte der Konzern nicht. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Bewertung bei 200 bis 250 Millionen US-Dollar liegen könnte.
David Brown Defence ist den Angaben zufolge auf Getriebe für die Marine- und Landverteidigung spezialisiert. Renk verspricht sich durch den Zukauf den Zugang zu Marineprojekten sowie zu einem langfristigen Auftragsbestand im Rahmen der wichtigsten Marineprogramme in Großbritannien, Kanada und Australien. Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden. Den Abschluss erwartet Renk im vierten Quartal.
Mindestens 40 Tote bei Busunglück
ISLAMABAD: Bei einem Busunglück in Pakistan sterben mindestens 40 Menschen. In dem Land kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen.
In Pakistan sind bei einem Busunglück mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen und acht weitere verletzt worden. Wie ein Polizeibeamter der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, kam der Bus in der Provinz Balochistan im Südwesten des Landes von der Straße ab und stürzte in eine tiefe Schlucht.
Unter den Toten seien auch Kinder und Frauen, berichtete ein weiterer Polizeibeamter. Die Verletzten würden in einem lokalen Krankenhaus versorgt. Nach Polizeiangaben kam der Bus vermutlich wegen erhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab. Eine Untersuchung stehe noch aus.
Schlechte Straßen, schlecht gewartete Fahrzeuge und unzureichende Verkehrssicherheitsvorkehrungen führen laut Regierungsstatistiken jedes Jahr zu zahlreichen Unfällen in Pakistan, bei denen Tausende Menschen ums Leben kommen.
Vor Trauerfeier: Irans Streitkräfte warnen ihre Feinde
TEHERAN: Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Irans Streitkräfte sprechen eine Warnung aus.
Irans Streitkräfte haben kurz vor Beginn der Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer ihre Feinde vor Angriffen gewarnt. «Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird», hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten.
An diesem Samstag beginnen in Teheran die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den Ende Februar getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei. Erwartet werden mehrere Millionen Menschen. Zu den Zeremonien werden zudem hochrangige Vertreter der iranischen Regierung und des Militärs erwartet. Zehntausende Sicherheitskräfte sind in den Metropolen im Einsatz. Ab Montag soll außerdem der Luftraum für mehrere Tage gesperrt werden. Chameneis Beisetzung ist für Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad geplant.
Es werden noch immer Einweg-Plastikstrohhalme verkauft
BRÜSSEL/BERLIN: Fünf Jahre ist es her, dass die EU Einweg-Plastikstrohhalme und andere Wegwerfartikel aus Kunststoff vom Markt verbannte. Doch das Verbot scheint Löcher zu haben.
Fünf Jahre nach einem europaweiten Verbot von Einweg-Plastikartikeln fordern Umweltschützer eine härtere Gangart, damit solche Produkte endlich komplett vom Markt verschwinden. «Ob Gabeln oder Strohhalme - solche Einweg-Plastikartikel werden im Internet noch immer auf diversen Webseiten zum Kauf angeboten, das ist ein politisches Armutszeugnis», sagt Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Staat solle hart gegen Online-Händler vorgehen und diese sanktionieren, wenn sie solche Wegwerfprodukte trotz Verbots verkaufen.
Seit dem 3. Juli 2021 sind Einweg-Besteck, Trinkhalme, Rührstäbchen, Einwegteller und weitere Wegwerfartikel verboten, wenn sie aus Kunststoff sind. Damit sollte der Plastikmüll reduziert und die Umwelt geschützt werden. Einige Hersteller sattelten um und verkauften Einweg-Artikel aus Holz, Bambus oder Papier, Letzteres etwa bei Strohhalmen für Trinkpäckchen.
Das Bundesumweltministerium verweist darauf, dass der Abverkauf von Lagerbeständen dieser Plastikartikel ohne zeitliche Befristung zulässig sei. Das schaffe «Umgehungstatbestände, die die Kontrollen erschweren». Umweltschützerin Wohlgemuth bezweifelt, dass alle heute verkaufte Plastik-Wegwerfartikel tatsächlich aus Lagerbeständen kommen, die von 2021 sind. Vielmehr befürchtet sie, dass Firmen sich Nachschub besorgen und die Ware unter dem Deckmantel des alten Lagerbestandes verkaufen könnten.
Südkoreas Präsident kommt zum Nato-Gipfel - Thema Rüstung
SEOUL: Erstmals reist Südkoreas Präsident Lee Jae Myung persönlich zu einem Nato-Gipfel. Dort möchte er die Zusammenarbeit in der Rüstungsbranche ausbauen.
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat seine Teilnahme am Nato-Gipfel nächste Woche im türkischen Ankara bestätigt. Lee wolle dort die Kooperation mit den Mitgliedsstaaten der Militärallianz in der Rüstungsindustrie ausbauen, teilte sein nationaler Sicherheitsberater Wi Sung Lac während einer Pressekonferenz mit.
Wi sagte weiter, dass die Sicherheit in Europas und Asiens zusammenhänge und führte das Beispiel Nordkorea an, dessen Staatsführung rund 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands in dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine geschickt hat. Seit der russischen Invasion hat sich die südkoreanische Rüstungsbranche zu einem der wichtigsten alternativen Waffenlieferanten für europäische Staaten entwickelt. Größter Abnehmer südkoreanischer Waffen ist Polen.
Südkorea ist zwar kein vollwertiges Nato-Mitglied, doch zählt neben Japan, Australien und Neuseeland zu den wichtigsten Nato-Partnerstaaten im indopazifischen Raum. Für Präsident Lee Jae Myung ist das am Dienstag beginnende Treffen in Ankara die erste persönliche Teilnahme an einem Nato-Gipfel. Beim letztjährigen Nato-Gipfel in den Niederlanden ließ sich Lee kurzfristig vertreten.
Venezuela plant Millionen-Fonds für den Wiederaufbau
CARACAS: Die Beben vom 24. Juni haben nicht nur Tausende Menschen das Leben gekostet, sondern auch die Infrastruktur des Landes schwer in Mitleidenschaft gezogen. Für den Wiederaufbau braucht es viel Geld.
Nach dem tödlichen Doppel-Erdbeben in Venezuela will die Regierung einen ersten Fonds von 200 Millionen Dollar (knapp 175 Millionen Euro) für den Wiederaufbau einrichten. Die Gelder dafür werde der Internationale Währungsfonds (IWF) freigeben, teilte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez am Donnerstagabend (Ortszeit) vor Journalisten mit. Für internationale Geldspenden sei zudem ein Konto bei der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank eingerichtet worden. Auch dieses Geld solle vor allem in den Wiederaufbau fließen.
Nach Angaben der Präsidentin wurden bei den Beben vom 24. Juni nach bisherigen Erkenntnissen 189 Gebäude komplett zerstört und mindestens 855 weitere beschädigt. Auch Krankenhäuser seien darunter. Zudem seien Brücken und Straßen betroffen. Nach den jüngsten Behördenangaben kamen bei den Erdbeben in dem südamerikanischen Land mindestens 2.295 Menschen ums Leben, mehr als 11.000 wurden verletzt. Tausende Menschen werden noch vermisst.
In dem am meisten getroffenen Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste seien auch fast alle örtlichen Regierungsvertreter ums Leben gekommen. «Die Lage ist dramatisch», sagte Rodríguez. Zugleich wies sie Kritik zurück, staatliche Stellen hätten bei der Katastrophenhilfe versagt. Tausende Militärs und zivile Helfer hätten sich an den Rettungsarbeiten beteiligt. Vielmehr seien absichtlich Falschinformationen gestreut worden, um zusätzlich Chaos zu säen, etwa mit fingierten Tsunami-Warnungen. Die Urheber dieser Falschmeldungen seien bereits identifiziert worden, sagte die Präsidentin, ohne Details zu nennen.
Seit dem Doppelbeben der Stärke 7,2 und 7,5 gab es nach offiziellen Angaben 862 Nachbeben. Deren Häufigkeit und Stärke nehme zwar ab, die Gefahr eines weiteren starken Bebens sei jedoch nicht vollständig gebannt.
«Tages-Anzeiger»: AfD könnte von Gewalt politisch profitieren
ZÜRICH: Zum AfD-Parteitag in Erfurt heißt es am Freitag im Schweizer «Tages-Anzeiger»:
«Die Empörung über den Parteitag ist auch wegen des gewählten Datums besonders groß. Am 3. und 4. Juli 1926 - auf den Tag genau 100 Jahre zuvor - hielt die NSDAP in Weimar ihren Reichsparteitag ab, damals wurde die Hitlerjugend gegründet. Die AfD spricht von Zufall.
Die Sicherheitsorgane beobachten eine massive Mobilisierung gegen die Veranstaltung, die vor allem vom Bündnis Widersetzen ausgeht. Dieses wirbt für «zivilen Ungehorsam» und Blockaden. Hinter der Plattform stehen erfahrene Aktivistinnen und Aktivisten, die dezentral und anonym agieren. (...)
Die Gemengelage wird die Polizei vor eine Herausforderung stellen. Erfahrungsgemäß mischen sich gewaltbereite Kleingruppen unter die friedliche Masse. Diese Taktik erschwert es der Polizei, gezielte Zugriffe gegen Linksextremisten durchzuführen, und erhöht das Risiko, dass auch friedlich Demonstrierende verletzt werden.
Von gewalttätigen Demonstrationen könnte politisch die AfD profitieren. Wie auch jede andere zugelassene Partei hat sie das Recht, einen Parteitag abzuhalten. Wer sie daran hindert, verstößt gegen die im deutschen Grundgesetz verbriefte Versammlungsfreiheit - und das nutzt die Partei als politische Steilvorlage.»