UN: Hilfsorganisationen fehlt Geld für Frauen und Mädchen in Not
NEW YORK: Weltweit kämpfen Hilfsorganisation mit den Folgen massiver Kürzungen. Die Vereinten Nationen warnen: Viele Frauen und Mädchen drohen auf der Strecke zu bleiben.
Infolge der massiven Kürzungen internationaler Hilfsgelder haben den Vereinten Nationen zufolge mindestens eine Million Frauen und Mädchen den Zugang zu dringend benötigten Unterstützungsangeboten verloren. Das geht aus einem von der UN-Frauenorganisation «UN Women» veröffentlichten Bericht hervor. «Während bewaffnete Konflikte den höchsten Stand seit 80 Jahren erreichen, geht Organisationen, die lebensrettende Hilfe für Frauen und Mädchen leisten, das Geld aus», heißt es darin.
Die Entwicklungshilfe ist laut Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2025 um 23 Prozent gesunken - der stärkste je verzeichnete Rückgang binnen eines Jahres. Haupttreiber ist demnach der weitestgehende Rückzug der USA aus der internationalen Entwicklungshilfe. Aber auch Deutschland, Großbritannien, Japan und Frankreich hätten mit Kürzungen in dem Bereich merklich dazu beigetragen, erklärt die OECD.
«Jeder Dollar, der Frauenorganisationen entzogen wird, fehlt den Überlebenden konfliktbedingter sexueller Gewalt, vertriebenen Müttern, Mädchen, die zum Schulabbruch gezwungen wurden, und Gemeinschaften, die ums Überleben kämpfen», wurde Sofia Calltorp, Leiterin der humanitären Hilfe bei UN Women, in dem Bericht zitiert.
Die Bestandsaufnahme stützt sich auf Auskünfte von mehr als 800 Organisationen in 52 Ländern. Fast neun von zehn Organisationen berichteten demnach, den Hilfsbedarf nicht mehr decken zu können. 84 Prozent hätten erklärt, dass die Nachfrage nach ihren Angeboten gestiegen sei. Doch besonders in abgelegenen und schwer erreichbaren Regionen seien Hilfsangebote eingestellt worden. Geschlechtsspezifische Gewalt habe unterdessen zugenommen, 86 Prozent hätten von einem Anstieg solcher Gewalt berichtet.
«Tages-Anzeiger»: Bis zur Nato 3.0 werden noch Jahre vergehen
ZÜRICH: Zur Transformation der Nato heißt es am Freitag im Schweizer «Tages-Anzeiger»:
«Die Nato 3.0, wie das Ziel der Transformation genannt wird, soll in der Lage sein, jeden Zentimeter Europas gegen eine russische Aggression konventionell zu verteidigen, von Spitzbergen in der Arktis bis ans Schwarze Meer. Bis die neue Nato dazu aber tatsächlich fähig ist, werden Jahre vergehen.
Auch eine Nato 3.0 wird nicht ohne Sicherheitsgarantien und Hilfe der USA auskommen: Da ist zum einen die nukleare Abschreckung, die in dieser Breite und Tiefe nur Amerika bietet, zum anderen die über Jahrzehnte gewachsenen Kommando- und Aufklärungsfähigkeiten, die von den Europäern in kurzer Zeit nicht zu ersetzen sind.
Aber wäre Trump im Ernstfall wirklich bereit, Mar-a-Lago zu riskieren, um Warschau zu retten, wie die «Financial Times» jüngst fragte? Eine Garantie ist per Definition keine, wenn auf sie kein Verlass ist. Deswegen ist Trumps Bruch mit Europa für die Nato fatal. Sein Amerika teilt weder die historischen liberalen Werte der Allianz, deren Streiten für Demokratie, Freiheit und Freihandel, noch deren strategische Interessen: Weder sieht Trump Russland als Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten, noch erachtet er die Sicherheit Europas als ureigenes Interesse der USA.
Für die Europäer bedeutet dies: Die Nato kann überleben, wenn sie zu einem im Kern europäischen Bündnis wird. Wieweit die Allianz dabei noch transatlantisch bleibt, hängt dann von den jeweiligen Bewohnern des Weißen Hauses ab - derzeit also von den wechselnden Zuständen Donald Trumps.»