Chinas Automarkt schwächelt - VW sieht keine schnelle Wende
PEKING: Für Deutschlands Autobauer gehört China zu den wichtigsten Absatzmärkten. Jüngste Marktdaten geben jedoch Anlass zur Sorge. Volkswagen sieht sich gewappnet, aber deutet auch Änderungen an.
Volkswagen blickt für den Rest des Jahres gedämpft auf die Entwicklung des chinesischen Fahrzeugmarktes. «Der chinesische Automobilmarkt steht unter zunehmendem Druck», teilte der Volkswagen-Konzern in Peking mit. Zudem sei nicht zu erwarten, dass sich der Markt im Jahresverlauf erhole und Verluste wieder aufgeholt werden könnten.
Die Wolfsburger rechnen damit, dass der Gesamtmarkt für Neufahrzeuge auf unter 21 Millionen Fahrzeuge zurückgehen wird. «Die Volkswagen Group China kann sich diesem Trend nicht entziehen. Wir passen unsere Pläne entsprechend an», erklärte Deutschlands größter Autobauer. Weitere Details zu den Anpassungen wurden nicht genannt.
Zuvor hatte Chinas Verband für Personenkraftwagen (CPCA) für die ersten fünf Monate dieses Jahres einen Absatzrückgang von 19,5 Prozent verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum vermeldet. Als Gründe für die Marktentwicklung führte Volkswagen Änderungen in der Förder- und Steuerpolitik, steigende Kraftstoffpreise und den anhaltenden Preiswettbewerb an, die das Verbrauchervertrauen beeinflusst und die Gesamtnachfrage belastet hätten.
Parallel gibt sich der Konzern optimistisch. «Unsere Verkäufe von vollelektrischen Fahrzeugen wachsen weiterhin stetig», teilte das Unternehmen mit, das an diesem Donnerstag zur Hauptversammlung lädt. Mit strategischen Neuausrichtungen und einer Modelloffensive für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge sei man für das «herausfordernde Marktumfeld gut aufgestellt», hieß es weiter.
Top-Snowboarderin Hofmeister ist schwanger
MÜNCHEN: Ramona Hofmeister ist die erfolgreichste deutsche Snowboarderin der vergangenen Jahre. Nun aber wird die 30-Jährige zumindest einmal pausieren. Der Grund ist ein «kleines Winterwunder».
Snowboard-Ass Ramona Hofmeister ist schwanger. Das teilte die 30-Jährige in einem Instagram-Beitrag mit. Auf einem Foto ist Hofmeister mit einem Babybauch zu sehen, auf dem Schäferhündin Chili liegt. Auf einem anderen Foto mit der Hündin hält Hofmeister mit ihrem Partner zwei Ultraschallbilder in die Kamera. Dazu schrieb sie «Our little winter wonder is on the way», was übersetzt «Unser kleines Winterwunder ist auf dem Weg» heißt.
Bronze bei Olympia 2018
Hofmeister ist die erfolgreichste deutsche Snowboarderin der vergangenen Jahre. 2018 in Pyeongchang gewann sie Olympia-Bronze im Parallel-Riesenslalom. Welche Auswirkungen die Schwangerschaft auf ihre Karriere haben wird, bleibt offen. In dem Instagram-Beitrag äußerte sich die Ausnahme-Snowboarderin dazu nicht.
Im vergangenen Winter musste Hofmeister nach einer erlittenen Sprunggelenkfraktur um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Italien bangen. Die Bayerin kämpfte sich zurück, schied allerdings im Viertelfinale aus und verpasste somit die erhoffte Medaille.
Russischer Künstler in Polen erschossen
LUBLIN: Schüsse treffen einen Exilrussen in einer polnischen Kleinstadt tödlich. Zum Motiv der Tat ist nichts bekannt. Als Karikaturist hat der Mann über Kremlchef Putin und andere Mächtige gespottet.
Ein russischer Künstler und Putin-Kritiker ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Tatort war demnach die Stadt Biala Podlaska, die etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus liegt.
Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte der Polizeisprecher. «Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht», sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze nicht.
Während die polnische Polizei keine Namen nannte, identifizierten russische und belarussische Oppositionsmedien den Toten als einen Aktionskünstler und Karikaturisten. Er habe sich mit Spottzeichnungen über Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Er lebte seit 2021 in Polen im Exil.
Newsom: Trump-Regierung ermittelt gegen meine Familie
SACRAMENTO/WASHINGTON: Der Top-Demokrat Gavin Newsom gilt als aussichtsreicher Kandidat für das nächste Rennen um die Präsidentschaft. Jetzt ist er nach eigenen Angaben ins Visier der Justiz geraten.
Das US-Justizministerium hat nach Angaben des demokratischen Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, Ermittlungen gegen ihn und seine Familie aufgenommen. «In den letzten Tagen haben Bundesbeamte bei Familienangehörigen, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern geklopft - nicht, weil sie ein Verbrechen aufgedeckt hätten, sondern einfach, weil sie versuchen, eines zu finden», teilte Newsom auf der Plattform X mit.
Um welche Vorwürfe es geht, sagte Newsom nicht. Eine Anfrage beim US-Justizministerium blieb zunächst unbeantwortet.
Newsom zufolge wühlen sich die Ermittler willkürlich durch Berge von Akten. Seiner Ansicht nach ist klar, dass US-Präsident Donald Trump die Ermittlungen in Auftrag gab, weil Newsom sich gegen ihn stellt und erwägt, ins Rennen um die Präsidentschaft einzusteigen. Auch Newsoms Frau Jennifer sei ins Visier der Regierung geraten. Newsom sagte, Trump könne ihn schikanieren, gegen ihn ermitteln und ihn auf seine Feindesliste setzen. «Aber halte meine Frau und meine Familie aus deinem persönlichen Rachefeldzug heraus.»
Europaparlament stimmt über Umsetzung des US-Handelsabkommens ab
STRAßBURG: Mit dem Deal wollte die EU einen Handelskrieg mit den USA abwehren. Dafür machte sie einige Zugeständnisse. EU-intern wurde ein Sicherheitsnetz eingezogen. Jetzt stimmen die Abgeordneten darüber ab.
Das Europaparlament stimmt am Dienstag (ab 12.30 Uhr) über die vollständige Umsetzung des umstrittenen Zollabkommens mit den USA ab. Die EU-Kommission hatte sich im vergangenen Sommer auf den Zolldeal eingelassen, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Gleichzeitig musste die Europäische Union aber Zugeständnisse machen - unter anderem US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und sich verpflichten, EU-Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen.
Die vollständige Umsetzung der EU-Zusagen verzögerte sich. Vertreter des Parlaments und der Mitgliedstaaten einigten sich nun im Mai darauf, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und US-Meeresfrüchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewähren. Ein Sicherheitsnetz soll aber dafür sorgen, dass die Vorteile nur dann gelten, wenn auch die USA ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen vollständig umsetzen.
US-Präsident Donald Trump setzte der EU vor ein paar Wochen eine Frist bis zum 4. Juli. Auf EU-Seite ist neben der Zustimmung des Parlaments auch die Bestätigung durch den Ministerrat nötig.
Drei Bären illegal getötet
ATHEN: Binnen weniger Stunden wird ein Bär vergiftet, zwei weitere werden erschossen. Die griechische Tierschutzorganisation Kallisto warnt vor Selbstjustiz - und fordert die Aufklärung der Vorfälle.
Nach dem Tod dreier Braunbären innerhalb weniger Stunden hat die griechische Umweltschutzorganisation Kallisto eine konsequente Aufklärung der Fälle gefordert. Zwei Tiere seien durch Schüsse getötet worden, ein weiteres durch einen vergifteten Köder, teilte die Organisation mit.
Die Vorfälle vom Wochenende verdeutlichten die anhaltenden Bedrohungen für die geschützte Art in Griechenland, kritisierte Kallisto. Die Tötung oder Verletzung eines Bären sei strafbar und verstoße gegen griechische sowie internationale Schutzbestimmungen.
Kallisto forderte die Behörden auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Begegnungen von Bären mit Menschen dürften kein Vorwand für Selbstjustiz sein. Stattdessen müssten die zuständigen Stellen informiert werden, damit die vorgesehenen Einsatz- und Schutzmaßnahmen greifen könnten.
Doch manche Bewohner im Nordwesten Griechenlands haben Angst, denn mittlerweile wandern die Bären auf Futtersuche in besiedelte Gegenden bis zur Stadt Kastoria. Angezogen werden sie dabei von Abfall der Menschen, aber auch von Obstgärten. Immer wieder kommt es deshalb zur Tötung der Tiere durch Privatpersonen.
Indiens Premier Narendra Modi besucht EU-Land Slowakei
BRATISLAVA: Der indische Premier Modi kommt in die Slowakei. In Bratislava sieht man das als Bestätigung für die eigene Außenpolitik.
Vor seiner Teilnahme am G7-Gipfel im französischen Évian hat der indische Regierungschef Narendra Modi am Montag das EU-Land Slowakei besucht. In den Gesprächen mit seinem slowakischen Amtskollegen Robert Fico ging es vor allem um wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Sie hätten dazu mehrere Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet, sagten Fico und Modi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz auf der Burg von Bratislava. Dabei sei es um Rüstungsindustrie sowie Digitalisierung, Atomenergie und auch Raumfahrt gegangen.
Die Slowakei bietet sich Indien schon länger als Brücke nach Europa an. Dass Modi zwischen seinem Treffen mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem G7-Gipfel auch nach Bratislava kam, wertet man dort als besondere Anerkennung. Fico hat seit seiner neuerlichen Amtsübernahme im Herbst 2023 eine Reihe von Reisen in Länder Asiens und Lateinamerikas unternommen und betont stets, eine Außenpolitik «in alle vier Himmelsrichtungen» zu betreiben.
Auch Modis Büro deutete in einer zuvor veröffentlichten Ankündigung an, dass man die Slowakei als einen Türöffner in die Europäische Union betrachte, «deren wichtiges und geschätztes Mitglied die Slowakei» sei.
Britisches Gericht bestätigt Palestine-Action-Verbot
LONDON: Palestine Action war 2025 als terroristisch eingestuft worden, ein Gericht nannte das Verbot Monate später rechtswidrig. Nun bekommt das Innenministerium in seiner ursprünglichen Entscheidung recht.
Das Verbot der propalästinensischen Protestgruppe Palestine Action in Großbritannien ist einem Berufungsgericht zufolge rechtens. Das Gericht in London gab dem Innenministerium nach einer zunächst anderslautenden Entscheidung des High Court im Februar damit recht. Das Verbot sei ein «gerechtfertigter und verhältnismäßiger» Eingriff in die Meinungsfreiheit, urteilten die Richter der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Palestine Action war Anfang Juli 2025 als terroristisch eingestuft worden, nachdem Aktivisten auf einen Luftwaffenstützpunkt eingedrungen waren und Flugzeuge der Royal Air Force mit Farbe besprüht hatten. Die Richter am High Court urteilten im Februar dieses Jahres jedoch, dass das Verbot der Gruppe gemäß den Terrorismusgesetzen rechtswidrig sei. Das Verbot blieb vorerst weiter in Kraft, um für einen möglichen Einspruch Zeit zu lassen. Seit Februar wurden Hunderte Menschen bei Protesten gegen das Verbot festgenommen.
«Wir erkennen an, dass das Verbot einer Organisation wie Palestine Action höchst umstritten ist», sagte die Vorsitzende Richterin Sue Carr laut PA. Dennoch dürfe man nicht die Tatsache übersehen, dass die Gruppe offen zu Gewalt aufrufe, die Terrorismus gleichkomme. Palestine Action habe wiederholt Gewalt und Sachbeschädigungen als Teil ihrer Strategie eingesetzt.
Die Mitbegründerin der Gruppe, Huda Ammori, kündigte bereits an, Berufung beim Supreme Court einlegen zu wollen «und, falls nötig, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen».