Starkes Erdbeben vor Süditalien in großer Tiefe
NEAPEL: Vor Süditalien bebt die Erde. Es ist eine starke Erschütterung - allerdings sehr tief unter der Meeresoberfläche. Die Folgen für die Menschen in Kalabrien dürften damit eher gering sein.
Vor der Küste Süditaliens hat die Erde gebebt. Das Beben der Stärke 6,2 ereignete sich in einer großen Tiefe von rund 250 Kilometern, weshalb die Auswirkungen begrenzt sein dürften, wie die US-Erdbebenwarte (USGS) berichtete. Das Epizentrum lag demnach im Meer, einige Kilometer vor der Küste Kalabriens - fast an der Spitze des italienischen Stiefels. Das Beben ereignete sich etwa auf der Höhe des Ortes Paola, gut drei Autostunden südlich von Neapel.
Die italienische Feuerwehr erklärte auf der Plattform X etwa eine halbe Stunde nach dem nächtlichen Beben, dass bislang keine damit zusammenhängenden Notrufe eingegangen seien.
Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam (GFZ) gab die Stärke des Bebens mit 6,1 an. Leichte Abweichungen sind nach den ersten Messungen nicht unüblich. Die Tiefe des Bebens wurde ebenfalls mit 250 Kilometern angegeben.
Die Region Kalabrien und die nahe Insel Sizilien sind seismisch aktive Regionen.
US-Gericht: Entlassung von Transmenschen aus Militär illegal
WASHINGTON: Wer seine Transidentität offen leben will, soll das Militär verlassen. Zumindest will das Präsident Trump. Gerichte schoben dem einen Riegel vor - und auch ein Berufungsgericht sieht das ähnlich.
US-Präsident Donald Trump hat bei seinen Bemühungen zum Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär eine Teilniederlage kassiert. Die US-Regierung dürfe jene Kläger, die vor Gericht gezogen waren, nicht aus dem aktiven Militärdienst entfernen, hieß es in einer Begründung eines Berufungsgerichtes in Washington. Das Verbot bleibt allerdings zunächst in Kraft, um der Regierung die Möglichkeit zu geben, Rechtsmittel einzulegen.
Die Mehrheit der Richter des Berufungsgerichtes folgte damit teils einer Entscheidung einer unteren Instanz: Diese war überzeugt, dass der Ausschluss von Transmenschen gegen das Verfassungsgebot - dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden müssen - verstoße. Die Richtlinie, die nach Verteidigungsminister Pete Hegseth benannt ist, beruhe «zumindest teilweise auf einem unzulässigen staatlichen Interesse, der politisch unpopulären Gruppe der Transgender-Personen zu schaden», hieß es in der jetzigen Begründung.
Transmenschen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft trans- und geschlechtsdiverse Identitäten seit 2019 nicht mehr als psychische Erkrankung ein, um ein modernes Verständnis von Geschlechteridentität widerzuspiegeln. Eine frühere Richtlinie des Pentagon untersagte die Diskriminierung aufgrund von Geschlechteridentität.
Das US-Verteidigungsministerium hatte 2025 auf Trumps Geheiß angeordnet, dass Transmenschen weitgehend vom Militärdienst ausgeschlossen werden sollen - auch aktive Soldaten. Trump setzte sich bereits in seiner ersten Amtszeit für den Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär ein und hat im Wahlkampf angekündigt, den «Transgender-Irrsinn» stoppen zu wollen. Der Republikaner hat nach seinem Amtsantritt diskriminierende Maßnahmen gegen Transmenschen erlassen.
Merz empfängt Ungarns neuen Regierungschef
BERLIN: Erst Polen und Österreich, dann Brüssel und jetzt Berlin. Deutschland ist das vierte Land, dass der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar seit seinem Amtsantritt besucht.
Gut drei Wochen nach seinem Amtsantritt kommt Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt ihn mit militärischen Ehren vor dem Kanzleramt (12.00 Uhr), anschließend sind ein Gespräch und eine Pressekonferenz (13.00 Uhr) geplant. Hauptthemen dürften die Europapolitik und die Unterstützung der Ukraine sein.
Der 45 Jahre alte Senkrechtstarter Magyar hatte mit seiner bürgerlichen Tisza-Partei bei der ungarischen Parlamentswahl im April die Zweidrittelmehrheit erreicht und den Rechtspopulisten Viktor Orban nach 16 Jahren an der Macht abgelöst. Orban hatte den Rechtsstaat in Ungarn abgebaut und die Demokratie ausgehöhlt. Magyar hat eine Systemwende angekündigt.
Seine ersten Auslandsreisen hatte Magyar bereits kurz nach seinem Amtsantritt nach Polen und Österreich unternommen. In der vergangenen Woche war er in Brüssel, um Gespräche mit den Spitzen von EU und Nato sowie der belgischen Regierung zu führen. Deutschland ist nun also das vierte Land, das er als Regierungschef besucht.
«Frankfurter Rundschau» zu Besuch/Kanzler Merz/CDU im Sauerland
Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Montag von seiner Partei im Sauerland freundlich empfangen worden.
In Zeiten wie diesen ist das eine Nachricht. Allerdings keine gute. Das freundliche Händeschütteln, das die Fernsehkameras beim Beginn des länger geplanten Termins eingefangen haben, ist nach den Querelen der vergangenen Tage das absolute Minimum, um dem angeschlagenen Parteivorsitzenden etwas Luft zu verschaffen. Denn angeschlagen ist Merz, auch wenn das offiziell selbstverständlich geleugnet wird. Den seit Tagen diskutierten Kanzlertausch wird es nicht geben. Das war von Anfang an klar. Die Diskussion darüber, die er durch seine unbedachte Reaktion darauf auch noch anfachte, hat dem Regierungschef aber auch so schon genügend geschadet. Nach der vergangenen Woche ist endgültig klar, dass Merz in der eigenen Partei zunehmend isoliert ist.
Vier Tote in ausgebranntem Auto entdeckt
ROM: An einer Tankstelle im Süden des Landes macht die Feuerwehr eine grausige Entdeckung. Vermutet wird, dass es sich bei den Toten um Erntehelfer aus Pakistan handelt.
An einer italienischen Tankstelle sind in einem ausgebrannten Auto die verkohlten Leichen von vier Männern entdeckt worden. Die Toten wurden in einem Minivan gefunden, der in der kleinen Gemeinde Amendolara im Süden des Landes an einer Tankstelle in Brand geraten war. Nach ersten Angaben der Polizei handelt es sich vermutlich um Migranten aus Pakistan. Vermutet wird, dass sie in der Nähe als Erntehelfer gearbeitet hatten.
In der Region werden viele Menschen aus dem asiatischen Raum zu Billigstlöhnen in der Landwirtschaft beschäftigt. An den Arbeitsbedingungen und auch an der Behandlung von ausländischen Erntehelfern außerhalb der Felder gibt es in Italien immer wieder viel Kritik. Die Hintergründe des grausigen Fundes sind noch völlig unklar. Ermittelt werde in alle Richtungen, hieß es.
Die Toten wurden von der Feuerwehr gefunden, die gegen 13.00 Uhr zu dem Brand gerufen worden war. Nach ersten Erkenntnissen war es zuvor zu einer Explosion gekommen. Unklar war, ob die Männer an der Tankstelle tanken oder nur eine Pause machen wollten. Aufschluss erhofft sich die Polizei von Überwachungskameras, die das Geschehen dort aufzeichnen. Die Aufnahmen wurden bereits beschlagnahmt.
Die Tankstelle, die an einer Staatsstraße in der Nähe des Meeres liegt, wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Gemeinde Amendolara gehört zur Region Kalabrien. Sie zählt etwa 3.000 Einwohner.
Wal stirbt vor französischer Küste - Abtransport im Laster
LA ROCHELLE: Ein Finnwal strandet an einer kleinen westfranzösischen Insel und stirbt. Wenig später hieven die Behörden den Kadaver in einer spektakulären Aktion aus dem Wasser.
An der westfranzösischen Insel Île de Ré ist ein Finnwal gestrandet, gestorben und kurz darauf abtransportiert worden. Warum das Walweibchen starb, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der örtlichen Präfektur. Das 15-Tonnen-Tier war am Freitagabend nah an einen Strand der Insel gelangt und in der Nacht auf Samstag gestorben.
Die Behörden ließen den Kadaver abtransportieren - Berichten zufolge noch am Samstagabend. Genutzt wurden ein Kran und ein Laster. Auf Bildern war zu sehen, dass der Walkadaver deutlich über den LKW-Anhänger hinaus ragte.
Französische Medien berichteten, dass es nach 1920 und 2017 das dritte Mal war, dass ein Finnwal an der Île de Ré strandete.
Elfjährige verschwunden - Entführungsverdacht
FLEURANCE: Ein elfjähriges Mädchen kommt in Südfrankreich nicht von der Schule nach Hause. Tagelang wird nach ihm gesucht. Die Ermittler fürchten eine Entführung.
In Südfrankreich ist ein elfjähriges Mädchen seit Tagen verschwunden - nun ermittelt die Justiz wegen des Verdachts auf Entführung. Das Kind hatte sich nach dem Ende der Schule am Freitagnachmittag in der kleinen Gemeinde Fleurance bei Toulouse nicht mehr gemeldet, die Eltern verständigten daraufhin am frühen Abend die Polizei. Wie die Staatsanwaltschaft von Auch mitteilte, zeigen Aufnahmen von Überwachungskameras das Mädchen am Freitagnachmittag im Auto eines Mannes. Der 41-Jährige kam in Polizeigewahrsam.
Der Mann hatte zunächst angegeben, das Kind auf dessen Bitte hin am Schwimmbad abgesetzt zu haben. Staatsanwältin Clémence Meyer sagte am Wochenende, diese Aussagen schienen jedoch recht unpräzise und widersprüchlich. Zu weiteren Aussagen des Verdächtigen äußerte sich die Staatsanwaltschaft mit Aufnahme der förmlichen Ermittlungen nicht. Staatsanwältin Meyer zufolge ist das Kind nie davongelaufen. Am Wochenende habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Elfjährige freiwillig verschwunden sei.
Wie schon am Freitag und am Wochenende ging die Suche nach dem Kind in der Gemeinde weiter. Auch Taucher, Hunde und Helikopter kamen dabei zum Einsatz.
Metallplatten am Wal - Vorbereitung der Obduktion am Strand
ANHOLT: Der Bereich rund um den als «Timmy» bekannten toten Buckelwal wird für die Freiluft-Obduktion vorbereitet. Experten hoffen auf Antworten zur Todesursache.
Auf der dänischen Insel Anholt laufen die Vorbereitungen für die Untersuchung des als «Timmy» bekannten Buckelwals. Ein Bergungsteam hatte den Kadaver des Tieres am Wochenende mit einem Stahlseil aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Mit Hilfe eines Radladers wurde nun der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend wurden einige Metallplatten ausgelegt.
Donnerstagnachmittag wollen Tierärzte und Wal-Experten den Kadaver untersuchen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Ziel ist, herauszufinden, woran das Tier gestorben ist. Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Weil das missglückte, soll der Wal nun direkt am Strand obduziert werden. Absperrband rund um den Kadaver soll bis dahin Schaulustige fernhalten. Die Behörden hatten immer wieder vor Ansteckungsgefahr gewarnt.
Wahl in Äthiopien - Sieg von Abiy gilt als wahrscheinlich
ADDIS-ABEBA: Überraschungen erwartet niemand von Wahl in Äthiopien. Regierungschef Abiy muss keine Konkurrenz fürchten, die Opposition klagt über Hindernisse im Wahlkampf. In Tigray kann nicht gewählt werden.
In Äthiopien haben die Parlamentswahlen begonnen, bei denen mit einem erneuten Erfolg der Partei des umstrittenen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed Ali gerechnet wird. Rund 50 Millionen Wahlberechtigte können seit sechs Uhr morgens ihre Stimme abgeben. Überraschungen erwartet niemand beim Ausgang der Wahl im zweitbevölkerungsreichsten Land Afrikas. Regierungschef Abiy, seit 2018 im Amt, dürfte mit seiner Wohlstandspartei (PP) auch diesmal siegreich aus der Wahl hervorgehen. Das Ergebnis muss bis zum 11. Juni bekanntgegeben werden.
Der allgemein erwartete Wahlsieg des Friedensnobelpreisträgers, der sein Land am Horn von Afrika in einen blutigen Bürgerkrieg mit etwa 600.000 Toten in der nördlichen Region Tigray führte, ist auch auf den Mangel an aussichtsreichen Gegenkandidaten zurückzuführen, die an der Wahl teilnehmen dürfen. Bewaffnete Gruppen in den Regionen Oromia und Amhara blockieren Straßen, um die Teilnahme an der Wahl zu verhindern, weil sie dagegen protestieren, dass ihre politischen Anführer im Gefängnis sitzen.
Die einstige Bürgerkriegsregion Tigray nimmt zum zweiten Mal nicht an der Wahl teil, nachdem sie bereits 2021 ausgeschlossen war. Bei der Wahl bewerben sich mehr als 2.000 Kandidaten um 502 Abgeordnetenmandate. Bei der Wahl 2021 waren 410 von 436 Mandaten an Abiys Partei gefallen. Menschenrechtsgruppen hatten die Wahl als nicht frei und fair kritisiert.
Präsident soll Amt per Verfassungsänderung verlieren
BUDAPEST: Nach dem Wahlsieg der Tisza-Partei wackeln in Ungarn mehrere Spitzenposten. Staatsoberhaupt Sulyok will aber nicht freiwillig weichen. Regierungschef Magyar kündigt nun härtere Bandagen an.
Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar will den amtierenden Staatspräsidenten Tamas Sulyok durch eine Verfassungsänderung aus dem Amt entfernen. «Die nötigen Entscheidungen werden wir zeitnah treffen», sagte Magyar vor Journalisten, nachdem er in Begleitung von Justizministerin Marta Görög das Staatsoberhaupt an seinem Amtssitz in Budapest aufgesucht hatte.
Am Tag zuvor war eine Frist abgelaufen, die Magyar für einen freiwilligen Rücktritt Sulyoks gesetzt hatte. Der Regierungschef ist seit dem 9. Mai im Amt. Er löste den Rechtspopulisten Viktor Orban ab, nachdem Magyars bürgerliche Tisza-Partei die Parlamentswahl am 12. April klar gewonnen hatte.
In Ungarn wählt das Parlament den Staatspräsidenten für eine jeweils fünfjährige Amtszeit. Sulyok hatte die damals von Orbans Fidesz-Partei dominierte Volksvertretung im Jahr 2024 zum Präsidenten gewählt. Beobachtern zufolge erwies sich Sulyok als treuer Erfüllungsgehilfe Orbans. Magyar fordert seit seinem Wahlsieg den Rücktritt des Staatsoberhaupts, weil es nicht, wie von der Verfassung verlangt, die «Einheit der Nation» verkörpern würde. Sulyok wiederum steht auf dem Standpunkt, dass es keinen Rücktrittsgrund für ihn gebe.
Magyars Tisza-Partei hat im neuen Parlament die nötige Zweidrittelmehrheit, um Verfassungsänderungen zu beschließen. Der Regierungschef äußerte sich am Montag nicht zu den Einzelheiten. Nach dem Wahlsieg hatte er auch die Rücktritte anderer hoher Funktionsträger gefordert, die Orban eingesetzt hatte. Unter ihnen sind die Präsidenten des Verfassungsgerichts und des Obersten Gerichts sowie der Leiter der Medienaufsichtsbehörde.