Mindestens 13 Tote bei Unfall auf Autobahn
NANYANG: In den frühen Morgenstunden kracht ein Kleinbus in einen Lkw. Wie es dazu kam, ist unklar. Doch im Polizeibericht findet sich ein auffälliges Detail, das erklärt, warum es so viele Tote gab.
Bei einem Auffahrunfall auf einer Autobahn in Zentralchina sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Verkehrspolizei in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) in der Provinz Henan im Umland von Nanyang, einer Stadt mit rund neun Millionen Einwohnern. Demnach krachte auf der Autobahn G40, die Chinas Ostküstenmetropole Shanghai mit der nördlichen Provinz Shaanxi verbindet, ein Kleinbus in einen Lastwagen. Wie die Polizei weiter mitteilte, saßen in dem für 9 Personen zugelassenen Bus 16 Menschen. Die drei überlebenden Insassen wurden verletzt.
Nähere Informationen zu dem Unfall und der Ursache gab es zunächst nicht. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit entsandte nach Polizeiangaben eine Arbeitsgruppe, um den Unfall zu untersuchen.
Jill Biden zu TV-Duell: Ich dachte, Joe hätte einen Schlaganfall
WASHINGTON: In dem denkwürdigen TV-Duell mit Donald Trump machte Joe Biden 2024 einen fahrigen Eindruck - und stieg wenig später aus dem Rennen aus. Jetzt meldet sich seine Frau zu Wort.
Die frühere First Lady der USA, Jill Biden, hat sich 2024 während des TV-Duells zwischen Joe Biden und dem damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump um die Gesundheit ihres Mannes gesorgt. «Ich dachte, oh mein Gott, er hat einen Schlaganfall, und das hat mir eine Heidenangst eingejagt», sagte sie in einem vorab veröffentlichten Ausschnitt der Sendung «Sunday Morning» von CBS News.
Sie wisse nicht, was an dem Tag los gewesen sei, sagte Biden über ihren damals 81-jährigen Mann. «Ich hatte Angst, denn ich hatte Joe noch nie zuvor und auch seitdem nie wieder so gesehen», sagte die frühere First Lady.
Der Demokrat Joe Biden war wegen seines misslungenen Auftritts bei einem TV-Duell mit Trump im Sommer 2024 heftig in die Kritik geraten. Auch Parteifreunde fingen plötzlich an, mehr oder weniger offen infrage zu stellen, ob Biden physisch und mental noch fit genug sei für eine weitere Amtszeit. Knapp einen Monat nach dem TV-Duell verkündete er schließlich seinen Rückzug. Daraufhin ging Vizepräsidentin Kamala Harris für die Demokraten in das Rennen gegen Trump - und verlor bei der Wahl im November.
Zweiter Todesfall bestätigt nach Chemie-Unfall in den USA
LONGVIEW: Im Bundesstaat Washington kommt es zu einem schweren Unfall mit einem mehrere Millionen Liter fassenden Chemie-Tank. Mindestens zwei Menschen sterben - viele werden noch vermisst.
Nach dem schweren Unglück auf dem Gelände einer Verpackungsfirma im Nordwesten der USA ist ein weiterer Todesfall bestätigt worden. Einer der am Dienstag geborgenen Mitarbeiter erlag seinen Verletzungen, wie die Feuerwehr mitteilte. Neun Menschen werden weiterhin vermisst.
Die Räumungsarbeiten gestalten sich schwierig, weil der mit Weißlauge gefüllte Tank einsturzgefährdet ist. Die Feuerwehr geht davon aus, dass sich weiterhin Flüssigkeit in dem Tank befindet - allerdings weniger als zunächst befürchtet. Es sei daher ein Plan entworfen worden, um die Flüssigkeit zu entfernen und so mit den Räumungsarbeiten voranzukommen.
Nach aktuellem Stand gibt es acht Verletzte, darunter auch ein Feuerwehrmann. Am Dienstag war auf dem Gelände der Firma, die Kartons für Flüssigkeiten herstellt, ein mehr als 3,4 Millionen Liter fassender Tank mit Weißlauge geborsten. Anwohner seien nicht direkt bedroht.
Pistorius über USA: nicht wie Kaninchen auf Schlange starren
OTTAWA: Der deutsche Verteidigungsminister ist in Kanada und wird auf der Bühne einer Fachmesse auf die USA angesprochen. Er rät dazu, den eigenen Weg zu gehen und Tempo zu machen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius rät den Verbündeten zur entschlossenen militärischen Stärkung als Reaktion auf Unsicherheit in den Beziehungen zu den USA. «Vor dem Weißen Haus oder einem anderen Gebäude in der Welt zu sitzen und wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, würde uns nicht stärker machen. Es macht uns schwächer», sagte der SPD-Politiker auf der kanadischen Rüstungs- und Sicherheitsmesse Cansec.
Die USA seien in den vergangenen Jahrzehnten ein verlässlicher Partner gewesen. Die derzeitige Regierung ändere einige Dinge in ihrem Sinne. Dies wolle er nicht kommentieren.
Pistorius sagte: «Wir müssen weniger Aufmerksamkeit dem widmen, was andere machen und uns mehr darauf fokussieren, was wir selbst unternehmen können.» Er forderte insbesondere, die gegenüber der Nato gemachten Zusagen zu erfüllen. Auch wenn es mit den USA von Tag zu Tag unvorhersehbare Entwicklungen gebe, sei die Zusammenarbeit militärisch und politisch «noch immer sehr stark».
Pistorius ist in Kanada, um eine strategische Partnerschaft mit dem Nato-Verbündeten voranzubringen und für Rüstungskooperationen zu werben, darunter auch ein mögliches großes U-Boot-Geschäft. Er traf in Ottawa den kanadischen Premierminister Mark Carney sowie seinen kanadischen Amtskollegen David McGuinty.
T-Rex-Skelett könnte bei Auktion um die 30 Millionen Dollar bringen
NEW YORK: Immer wieder werden Dinosaurier-Skelette oder Teile davon teuer versteigert, auch wenn Forscher das kritisch sehen. Jetzt wird in New York ein T-Rex-Skelett angeboten.
Ein rund 67 Millionen Jahre altes Skelett eines Tyrannosaurus rex könnte bei einer Auktion in New York für bis zu 30 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) versteigert werden. Bei dem im US-Bundesstaat South Dakota ausgegrabenen Skelett handele es sich um eines der größten und komplettesten Skelette dieser Art, die je gefunden worden seien, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Die Versteigerung ist für den 14. Juli geplant.
Millionenpreis erwartet
In den vergangenen Jahren waren immer wieder Dinosaurier-Skelette oder Teile davon für Millionensummen versteigert worden. 2024 war das Skelett eines Stegosaurus in New York für fast 45 Millionen Dollar versteigert worden. Laut Sotheby's handelte es sich dabei um das teuerste je bei einer Auktion versteigerte Fossil. Viele Experten sehen die Versteigerung von wissenschaftlich wertvollen Skeletten jedoch kritisch.
Mann erleidet Schwächeanfall auf Petersplatz - Papst eilt zu Hilfe
ROM: Ein Mann kippt auf dem Petersplatz um - und der Pontifex reagiert sofort. Nach einem kurzen Schreckmoment setzt Leo die Begegnungen mit Gläubigen nach der Generalaudienz aber wie geplant fort.
Nach der Generalaudienz von Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz in Rom hat Medienberichten zufolge ein Mann einen Schwächeanfall erlitten. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie das Oberhaupt der katholischen Kirche zu dem Mann eilt und sich seines Zustands vergewissert. Anschließend wird der Mann in einem Rollstuhl weggefahren.
Die Generalaudienz des Papstes findet jeden Mittwochvormittag auf dem Vorplatz des Petersdoms statt. In Rom wurden zur Mittagszeit um die 30 Grad gemessen. Wie die Nachrichtenagentur Adnkronos meldete, erlitt der Mann vermutlich wegen der Hitze einen Schwächeanfall und ging zu Boden.
Offensichtlich stand der Mann in der Schlange, um Leo nach der Generalaudienz die Hand zu schütteln. Der Papst kniete sich nieder, anschließend ist die Sicht auf Leo hinter anderen Wartenden versperrt. Nachdem Helfer dem Mann eine Kopfbedeckung aufgesetzt und ihn mit einem Rollstuhl weggefahren hatten, setzte der Papst seine Begegnung mit den Gläubigen wie geplant fort.
Pistorius wirbt für Kauf deutscher U-Boote
OTTAWA: Der deutsche Verteidigungsminister ist in Kanada. Ein großes U-Boot-Geschäft soll zentraler Baustein für den Ausbau der militärischen Zusammenarbeit mit dem Nato-Partner werden.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat zum Auftakt einer Kanada-Reise für den Bau deutscher U-Boote als Teil einer strategischen Partnerschaft beider Länder geworben. «Wir wollen Seite an Seite für Sicherheit sorgen im Nordatlantik, dem hohen Norden und ja auch der Arktis», sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch der kanadischen Rüstungs- und Sicherheitskonferenz Cansec in Ottawa.
Deutschland will Kanada als Partner für eine gemeinsame U-Boot-Partnerschaft mit Norwegen gewinnen. Der Kieler U-Boot-Bauer TKMS wähnt sich bei einem Großauftrag aus Kanada über ein Dutzend Boote in aussichtsreicher Position. Konkurrenz kommt aus Südkorea.
Im Hintergrund laufen Gespräche über umfangreiche Gegengeschäfte als Teil eines Gesamtpakets. TKMS zählt zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Eine Entscheidung soll bis Ende Juni fallen.
Pistorius traf auch den kanadischen Premierminister Mark Carney sowie seinen kanadischen Amtskollegen David McGuinty. Auf der Tagesordnung standen die gemeinsame Sicherheit, Rüstungskooperationen, Hilfe für die Ukraine und die Vorbereitung des für Juli geplanten Nato-Gipfels.
Großbritannien und Polen unterzeichnen neues Abkommen
LONDON: Die britische und polnische Regierung vertiefen ihre Zusammenarbeit. In London wird ein wichtiger Vertrag geschlossen.
Großbritannien und Polen haben ein umfangreiches Verteidigungs- und Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Der Vertrag werde die Zusammenarbeit der beiden Länder in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Energie und Migration vertiefen, teilte die britische Regierung mit. Teil der Vereinbarung ist unter anderem die gemeinsame Entwicklung und Produktion komplexer Waffensysteme.
«Dies ist ein wirklich wichtiger Tag für beide Länder», sagte der britische Premierminister Keir Starmer, nachdem er Polens Regierungschef Donald Tusk empfangen hatte. «Wir sind seit langem Verbündete und Freunde, teilen eine gemeinsame Sicht auf die Welt und gemeinsame Werte.» Die Briten betonten die «Bemühungen des Premierministers, die Beziehungen zu Europa zu vertiefen und die Verbindungen zur EU zu stärken».
Tusk nannte das Abkommen ein «außergewöhnliches, historisches Dokument». Die Zusammenarbeit sei voller Vertrauen und Berechenbarkeit gewesen, dies habe den schnellen Abschluss ermöglicht. «Großbritannien und Polen brauchen diese Zusammenarbeit auf höchster Ebene bei Sicherheit und Verteidigung.» Man wolle die gemeinsamen Werte verteidigen: Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Menschenrechte, Solidarität und Wohlstand.
Polen hatte vor einem Jahr bereits ein ähnliches Abkommen mit Frankreich unterzeichnet. Das EU- und Nato-Land ist einer der engsten politischen und militärischen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Polen sieht sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet derzeit massiv auf. Für 2026 sind 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung vorgesehen. Von den umgerechnet 46,6 Milliarden Euro soll mehr als die Hälfte in die Anschaffung neuen Geräts fließen.
Warnstufe Rot in vier Städten Italiens am Donnerstag
ROM: In vier italienischen Städten gilt am Donnerstag die höchste Hitze-Warnstufe. In der Hauptstadt Rom unterzeichnet der Bürgermeister schon eine Verordnung zu Maßnahmen während Hitzewellen.
Sonne pur, kaum eine Wolke am Himmel und Temperaturen um oder über 30 Grad: In Italien ist es seit einigen Tagen heiß. Für Donnerstag hat das Gesundheitsministerium für vier größere Städte - Rom, Florenz, Bologna und Turin - die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass auch gesunden Menschen negative körperliche Auswirkungen drohen können.
Am Freitag sollen die Temperaturen jedoch heruntergehen. In keiner italienischen Stadt gilt zum Wochenende die höchste Hitze-Warnstufe mehr.
In der Hauptstadt Rom unterzeichnete Bürgermeister Roberto Gualtieri am Mittwoch eine Verordnung mit Maßnahmen zur Brandverhütung und zur Bewältigung der Risiken im Zusammenhang mit Hitzewellen. Unter anderem müssen an Tagen mit der höchsten Warnstufe (Rot) größere öffentliche Einrichtungen mit Kühlsystemen den Bürgern zugänglich gemacht werden.
Zur Mittagszeit ist von nun an auch vorgeschrieben, auf Baustellen und bei Arbeiten im Landwirtschaftssektor Pausen in schattigen oder gekühlten Bereichen vorzusehen sowie bei Bedarf Belüftung oder Kühlung einzusetzen. Auch in Italien gab es in den vergangenen Sommern Todesfälle bei Beschäftigten auf Baustellen, die während der sehr heißen Mittagsstunden arbeiteten.
E-Scooter für Jugendliche auf griechischen Straßen vor dem Aus
ATHEN: Rollerfahren wie im Videospiel? Griechenlands Regierung will Minderjährigen E-Scooter auf Straßen verbieten - nach immer mehr Unfällen und vollen Notaufnahmen.
Die griechische Regierung will Minderjährigen künftig die Nutzung von E-Scootern auf Straßen verbieten. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde in Kürze ins Parlament eingebracht, kündigte der stellvertretende Verkehrsminister Konstantinos Kyranakis am Mittwoch im Parlament in Athen an.
«Wie ein Videospiel»
Viele Minderjährige betrachteten das Fahren mit E-Scootern «wie ein Videospiel», sagte der Minister. Da es Gesellschaft, Familien und Staat bislang nicht gelungen sei, Jugendliche ausreichend zu sensibilisieren, müsse nun gehandelt werden, fügte er hinzu. Zugleich kündigte der Minister schärfere Kontrollen gegen den Verkauf von Elektrorollern an, die schneller als die gesetzlich erlaubten 25 Kilometer pro Stunde fahren können. Der Verkauf solcher Fahrzeuge sei illegal und werde künftig strenger verfolgt, sagte er. Die Debatte wurde im Parlamentsfernsehen übertragen.
Die Zahl der verletzten E-Scooter-Fahrer, vor allem unter Jugendlichen, sei zuletzt rasant gestiegen, hieß es aus den Notaufnahmen griechischer Krankenhäuser. «Diese Roller sind eine Plage», sagte ein Arzt im griechischen Rundfunk. Die Zahl der Einlieferungen - auch von Touristen - nehme rapide zu, fügte er hinzu.
WHO fordert Waffenstillstand zur Eindämmung von Ebola
GENF: Bomben und Ebola: Die WHO sieht in der Konfliktregion kaum Chancen, Infizierte wirksam zu isolieren. Was die Organisation jetzt von den Kriegsparteien fordert.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer «katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt» in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. «Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen», schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf dem Nachrichtenportal X. Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann.
Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und ihre Kontakte sich für drei Wochen isolieren. Wegen der anhaltenden Kämpfe würden Menschen aber immer wieder vertrieben, und Kontaktpersonen von Infizierten könnten sich in überfüllten Flüchtlingslagern nicht von anderen fernhalten. «Wir bitten dringend, das Überleben der Menschen über alles andere zu stellen», schrieb Tedros.
Ex-RAF-Terroristin Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt
VERDEN: Die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist in Deutschland zu 13 Jahren Haft verurteilt worden - wegen schweren Raubes, Verstößen gegen Waffengesetze und anderer Straftaten.
Das Landgericht Verden sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub Geldtransporter und Supermärkte überfallen hatte.
Ex-Premier Blair: Britische Regierung «spielt mit dem Feuer»
LONDON: Mit Tony Blair gewann die britische Regierungspartei Labour einst drei Wahlen. Jetzt äußert sich der 73-Jährige sehr kritisch - und hat auch eine Meinung zum aktuellen Regierungschef.
Der frühere Premierminister Tony Blair hat scharfe Kritik an der aktuellen britischen Regierung geübt. Die Labour-Partei, die er einst zu drei Wahlsiegen geführt hatte, spiele «mit dem Feuer - oder genauer gesagt mit ihrer Zukunft und der des Landes», schrieb der 73-Jährige in einem Essay mit 5.700 Wörtern. Zugleich warnte er aber davor, Regierungschef Keir Starmer vorschnell zum Rücktritt zu drängen.
Das Hauptproblem der Regierung sei nicht Starmers Persönlichkeit, schrieb Blair, der von 1997 bis 2007 im Amt war. Es liege daran, dass «wir keinen ausgearbeiteten, kohärenten Plan für das Land in einer sich schnell verändernden Welt haben und uns politisch in der falschen Position befinden, um einen solchen Plan zu entwickeln und eine zweite Amtszeit zu gewinnen». Blair legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, mit dem es seiner Meinung nach besser gehen würde.
Starmer steht seit Monaten stark in der Kritik, immer wieder war - auch aus den eigenen Reihen - ein Rücktritt gefordert worden. Zuletzt musste Labour bei den Kommunal- und Regionalparlamentswahlen herbe Verluste zugunsten der rechtspopulistischen Partei Reform UK hinnehmen. Als beschlossen gilt, dass Starmer parteiintern in eine Wahl um den Parteivorsitz gezwungen werden wird.
Blair warnte davor, dass ein Führungswechsel «irrelevant» sei, wenn er nicht mit einer politischen Grundsatzdebatte einherginge. Als Herausforderer von Starmer gelten Andy Burnham, der dafür aber zunächst die Nachwahl in Makerfield gewinnen muss, und der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting.
«Rzeczpospolita»: Papst hat die Gefahren von KI erkannt
WARSCHAU: Die polnische Tageszeitung «Rzeczpospolita» kommentiert am Mittwoch die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz (KI):
«Der neue Papst greift das derzeit heiß diskutierte Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) auf und betrachtet es im Kontext der Soziallehre der Kirche sowie der aktuellen Ereignisse, die uns große Sorge um die Zukunft der Menschheit und des gesamten Planeten bereiten. Er hat sich mit dem Thema KI gründlich auseinandergesetzt.
Leo XIV., Amerikaner, Ordensmann und langjähriger Bischof in Peru, erkennt, dass Künstliche Intelligenz das Gesicht unserer Welt ebenso verändert wie die industrielle Revolution an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Und genau wie jene zivilisatorische Revolution konfrontiert sie uns mit drei für die Zukunft grundlegenden Herausforderungen: im Bereich der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der menschlichen Arbeit.
Es geht darum, dass wir nicht einen «neuen Turm zu Babel» und eine «Großmachtkultur» errichten, die Macht, Gewalt und Krieg als Instrumente der Politik legitimiert. Sondern dass wir uns darum zu bemühen, eine Welt aufzubauen, die nicht von einem angeblich gerechten Krieg, einem neuen Kolonialismus und Tech-Giganten beherrscht wird. Jene Giganten, die das Ausmaß von Armut und sozialer Ungerechtigkeit ignorieren und auf Profit und Dominanz ausgerichtet sind. In religiöser Sprache ausgedrückt: Es geht um eine Welt, in der der Mensch gemeinsam mit Gott leben kann, in dem Gefühl, dass er sicher ist.»
«El País»: Reiche Länder müssen bei Ebola dringend handeln
MADRID: In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Situation sich weiter zuspitzen werde. Dazu schreibt die spanische Zeitung «El País» am Mittwoch:
«Die Kürzungen bei der internationalen Hilfe, insbesondere durch die USA, führen zu einer gravierenden Verschlechterung der Systeme zur Eindämmung des Virus und zur Versorgung der Kranken. Die Lage erfordert ein koordiniertes und dringendes internationales Handeln. (.)
Wenn die Welt aus der Covid-Pandemie eine Lehre gezogen hat, dann die, dass im Kampf gegen ein Virus die Entwicklung eines Impfstoffs oberste Priorität haben muss. Es gibt bereits zwei Impfstoffkandidaten, die gegen die Bundibugyo-Variante vielversprechend erscheinen, doch sie liegen mangels der notwendigen klinischen Studien auf Eis. Ob Pharmaunternehmen diese Tests finanzieren, hängt davon ab, ob westliche Regierungen zusagen, den Impfstoff nach einer Zulassung durch die Arzneimittelbehörden zu kaufen und in der betroffenen afrikanischen Region zu verteilen. Die reichen Länder haben daher den entscheidenden Schlüssel in der Hand, um eine Epidemie größeren Ausmaßes zu verhindern. (.)
Oft heißt es, Sommerbrände würden im Winter gelöscht. Nach derselben Logik verhindert man Ebola-Ausbrüche, bevor das Virus zuschlägt. Es ist an der Zeit, dass die Industrieländer aufhören, über die Kürzungen von (US-Präsident Donald) Trump zu klagen, und selbst Geld beisteuern, um die internationale Gesundheitszusammenarbeit wiederherzustellen. Ebola ist keine pandemische Bedrohung - aber früher oder später wird ein Virus kommen, das eine solche ist. Und so, wie jetzt gehandelt wird, werden wir es nicht aufhalten.»
US-Gesundheitsminister greift Schlangen mit bloßen Händen
WASHINGTON: Robert F. Kennedy Jr. sorgt für Aufsehen: Bei einem Besuch in Florida hebt er zwei Schlangen mit der Hand auf. Seine Ehefrau ist dabei hörbar besorgt.
Ein Video des US-Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. sorgt in den sozialen Medien für Aufsehen. In dem am Dienstag (Ortszeit) auf der Plattform X veröffentlichten Clip ist zu sehen, wie Kennedy zwei Schlangen mit bloßen Händen aufhebt und festhält. Laut Kennedy handelt es sich um ungefährliche Schwarznattern.
Die Aufnahmen entstanden demnach auf dem Anwesen des Mediziners Mehmet Oz im US-Bundesstaat Florida. Während Kennedy die Tiere hochhält, ist im Hintergrund die besorgte Stimme seiner Ehefrau Cheryl Hines zu hören. Eine der Schlangen soll den Minister dabei gebissen haben.
Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy ist für ungewöhnliche Auftritte mit Wildtieren bekannt. In der Vergangenheit hatte Kennedy wiederholt mit Berichten über teils skurrile Tierbegegnungen Schlagzeilen gemacht.