Baby stirbt nach israelischem Armeeeinsatz im Westjordanland
TEL AVIV/RAMALLAH: Im Westjordanland nimmt die Gewalt seit dem Hamas-Angriff vom Oktober 2023 zu. Auch unschuldige Zivilisten kommen bei Zwischenfällen ums Leben.
Ein sieben Monate altes palästinensisches Baby ist nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug im Westjordanland gestorben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, Soldaten hätten südlich von Hebron das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet. Das Baby sei später in einem Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Die Eltern wurden demnach mittelschwer verletzt.
Der Vater des getöteten Babys sagte der israelischen Tageszeitung «Haaretz», er habe sein Auto vollständig gestoppt, bevor ein etwa 10 Meter entfernt stehender Soldat geschossen habe. Der Zwischenfall habe sich bei Tageslicht ereignet, und der Soldat habe gesehen, dass im Auto eine Familie gesessen habe. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin hatten Soldaten während ihres Einsatzes den Eindruck, ein Fahrzeug rase mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu. Ein Soldat habe daraufhin mehrere Schüsse abgegeben. Drei Palästinenser seien verletzt und medizinisch versorgt worden. Ersten Ermittlungen zufolge seien die Palästinenser unbeteiligte Zivilisten gewesen. Die Umstände des Vorfalls würden untersucht. Die Armee erklärte, sie bedauere zutiefst jeglichen Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt werde.