Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Sommerlicher Blick vom Opernhaus auf die Innenstadt von Oslo mit bunten Fassaden, der Sparebank und dem alten Børsen-Gebäude im Hintergrund. Foto: Unsplash/Darya Tryfanava
Sommerlicher Blick vom Opernhaus auf die Innenstadt von Oslo mit bunten Fassaden, der Sparebank und dem alten Børsen-Gebäude im Hintergrund. Foto: Unsplash/Darya Tryfanava

Wadephul - Besuch und Segen in Wallfahrtsort

MEXIKO-STADT: Die Basilika von Guadalupe zählt zu den größten Pilgerstätten der Welt. Außenminister Wadephul bekommt dort einen Segen. Anschließend beginnen die politischen Gespräche.

Außenminister Johann Wadephul hat zu Beginn seines Besuches in Mexiko die Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe besucht. Nachdem der CDU-Politiker das Gotteshaus besichtigt hatte, ließ er sich auf dem riesigen Vorplatz vom Priester Víctor Torres, dem geistlichen Leiter der Erzbruderschaft von Guadalupe, den Segen spenden. Der Geistliche hatte den Segen für den Minister und dessen Delegation angeboten und dann erteilt.

Die katholische Basilika im Norden von Mexiko-Stadt gilt als eine der größten Pilgerstätten weltweit. Die Legende um die Jungfrau geht auf das Jahr 1531 zurück. Maria soll einen indigenen Bauern nahe Mexiko-Stadt mit dem Bau einer Kapelle beauftragt haben. Heute gilt die Jungfrau von Guadalupe als Schutzpatronin Mexikos. Der indigene Bauer Juan Diego wurde 2002 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Nach dem Besuch wollte Wadephul zusammen mit dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco eine Sitzung der deutsch-mexikanischen binationalen Kommission leiten. Mexiko ist für die Bundesregierung ein zentraler Partner in Lateinamerika, unter anderem beim Einsatz für die internationale Ordnung.


US-Militär: 207 Tote seit Angriffen auf Schmuggler-Boote

WASHINGTON: Trump macht Drogenschmuggel aus dem Ausland für das Drogenproblem in den USA verantwortlich und wies das Militär an, Schmuggler auf See aufzuspüren. Die Zahl der Toten steigt weiter.

Bei den wiederholten US-amerikanischen Angriffen auf mutmaßliche Drogenschmuggler-Boote in der Karibik und im Pazifik sind nach US-Militärangaben seit Herbst insgesamt 207 Menschen gestorben. Das zuständige US-Regionalkommando Southcom teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es mit Stand Donnerstag 63 Attacken gegeben habe, bei denen 64 Boote zerstört worden seien.

Zu den 207 Toten hieß es: 190 mutmaßliche Drogenschmuggler seien während der Schläge gestorben. Zudem habe man bei anschließenden Suchaktionen zwei Leichen aus dem Wasser geborgen und die Suche nach 15 weiteren mutmaßlichen Schmugglern nach gewisser Zeit eingestellt.

Das Vorgehen der USA ist umstritten: Kritiker bezweifeln, dass die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.

Auf Anweisung der Regierung von US-Präsident Donald Trump greift das US-Militär seit Herbst 2025 immer wieder Boote in der Karibik und im Ostpazifik an, um internationalen Drogenschmuggel zu unterbinden. Die USA haben ein großes Drogenproblem. Trump führt das auch auf Drogenschmuggel aus dem Ausland zurück. Die US-Regierung spricht von Drogenterrorismus.


Protest gegen «Umsiedlung» von Migranten nach Libyen

TRIPOLIS: Demonstranten blockieren UN-Büros in Libyen aus Angst vor einer «Umsiedlung» von Migranten. Die Vereinten Nationen betonen: Es gibt keine Pläne für solche Programme.

In Libyen haben sich Hunderte Menschen zum Protest gegen eine «Umsiedlung» von Migranten und Flüchtlingen in das nordafrikanische Land versammelt. Die Demonstranten blockierten die Büros der UN-Mission UNSMIL und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, wie Augenzeugen und örtliche Medien berichteten. Einige überwanden dabei Mauern und Tore des UNSMIL-Hauptquartiers, andere blockierten den Haupteingang des UNHCR-Büros mit einem Sandberg. Berichte über Gewalt gab es nicht.

Hintergrund sind Sorgen über eine mögliche «Umsiedlung» von Migranten nach Libyen, das zu einem der wichtigsten Transitländer zählt für viele Migranten auf dem Weg nach Europa. Diese werden auch beeinflusst von der jüngsten Verschärfung der EU-Asylregeln. Mit diesen hat die EU den Weg freigemacht für Rückkehrzentren in Drittstaaten, um mehr Abschiebungen zu ermöglichen. Viele Menschen in Libyen vermuten, dass Libyen als ein Drittstaat gilt.

Die Vereinten Nationen stellten klar, dass keine ihrer Behörden und auch UNHCR keinerlei «Umsiedlungsprogramme» nach Libyen umsetzen würde. Die Verbreitung solcher Falschinformationen habe zu «anhaltenden Spannungen und Aufstachelung» gegen UN-Mitarbeiter geführt. «Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt oder Einschüchterung», teilte UNSMIL mit.

Nach Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) lebten zuletzt etwa 900.000 Migranten und Flüchtlinge in Libyen. Die meisten davon stammen demnach aus dem Sudan und dem Niger.


Wadephul setzt Besuch fort - Wirtschaft zentral

MEXIKO-STADT: Mexiko ist ein wichtiger Standort für deutsche Unternehmen. Der Außenminister will die Zusammenarbeit der beiden Länder weiter ankurbeln. Doch es geht auch um andere Themen.

Außenminister Johann Wadephul setzt an diesem Freitag seinen Besuch in Mexiko fort. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftsthemen. Nach seiner Ankunft am deutschen Donnerstagabend soll der CDU-Politiker zusammen mit dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco eine Sitzung der deutsch-mexikanischen binationalen Kommission leiten (Freitag 2.00 Uhr MESZ). Mexiko ist für die Bundesregierung ein zentraler Partner in Lateinamerika, unter anderem beim Einsatz für die internationale Ordnung.

Am Freitag (16.30 Uhr MESZ) war zunächst ein Treffen Wadephuls mit Vertretern deutscher Wirtschaftsunternehmen geplant. Die deutsche Wirtschaft ist mit mehr als 2.000 Unternehmen in Mexiko vertreten und wichtiger Investitionsstandort. Investitionsschwerpunkte sind unter anderem die Automobil- und Autoteileindustrie, Pharmazie, Chemie, Elektronik und Logistik. Zugleich ist die wirtschaftliche Abhängigkeit Mexikos von den USA sehr groß. Rund 83 Prozent der mexikanischen Exporte gehen dorthin.

Wadephul wollte sich auch mit Finanzminister Édgar Amador treffen. Geplant war zudem ein Besuch des Goethe-Instituts aus Anlass von dessen 30-jährigem Jubiläum in Mexiko.

Vor seinem Rückflug wollte der deutsche Außenminister ein Werk des deutschen Arzneimittelproduzenten Merck besichtigen. Merck hat in Mexiko knapp 1.200 Beschäftigte. In Naucalpan im Bundesstaat Mexiko stellen rund 800 von ihnen Arzneimittel her, die unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion dienen.


Nach Schäden: Reparaturen an Pont-Neuf-Kunstinstallation

PARIS: Nach Windschäden an der Rieseninstallation auf dem Pariser Pont Neuf haben die Reparaturen begonnen. Sie sollen mehrere Tage dauern - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Nach der Beschädigung der Kunstinstallation auf dem Pariser Pont Neuf infolge von Unwettern haben inzwischen die Reparaturarbeiten begonnen. Nach Angaben der Organisatoren werden sich diese noch über die kommenden Tage und die nächste Woche hinziehen. Ob und in welchem Tempo die Arbeiten durchgeführt werden können, hänge jedoch von den jeweiligen Wetterverhältnissen ab, hieß es in der Pressemitteilung weiter.

Das begehbare Werk «La Caverne du Pont Neuf» (Die Höhle des Pont Neuf) des Künstlers JR wurde am Dienstag durch starke Windböen beschädigt. Dabei wurde die äußere Stoffhülle teilweise zerrissen. Die monumentale Kunstinstallation hätte ursprünglich am 6. Juni eröffnet werden sollen.

Die 120 Meter lange und bis zu 18 Meter hohe Installation stellt mittels optischer Täuschungen (Trompe-l'?il) in Weiß-, Schwarz- und Grautönen eine felsige Höhlenlandschaft dar. Das begehbare, immersive Werk soll rund um die Uhr kostenlos zugänglich sein und wird von einer Soundkulisse des ehemaligen Daft-Punk-Mitglieds Thomas Bangalter begleitet.

Mit dem Projekt erinnert der 43-jährige JR an das verstorbene Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude, die den Pont Neuf im Jahr 1985 spektakulär verhüllt hatten.


«Stuttgarter Zeitung» zu Deutschland/UN-Sicherheitsrat

Das ist ein schwerer Schlag.

Deutschland wird nicht, wie erhofft, 2027 für zwei Jahre in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einziehen. Die Zweifel, ob man gegen die Konkurrenten Portugal und Österreich einen der beiden westeuropäischen Sitze gewinnen kann, haben sich bestätigt. Nicht nur das Renommee Deutschlands an sich ist nun angekratzt, sondern auch das erklärte Ziel von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der Bundesrepublik mehr außenpolitischen Einfluss zu verleihen. Mit der Wahl hätte Deutschland nach acht Jahren Pause wieder eine Rolle erhalten, die seine Bedeutung als zweitgrößter Einzahler ins System der Vereinten Nationen widerspiegelt. Statt als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat muss es nun außerhalb dabei mitwirken, in internationalen Krisen Lösungen zu finden. Unmöglich ist das nicht.


Deutscher Präsident gratuliert Österreich und Portugal zu UN-Sitz

BERLIN: Mit ihrer Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat ist Deutschland krachend gescheitert. Der Bundespräsident sieht das als Arbeitsauftrag.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Deutschlands europäischen Mitbewerbern Österreich und Portugal zu ihrer Wahl in den UN-Sicherheitsrat gratuliert. «Aber gleichzeitig sichern wir zu, weiterhin und noch intensiver für Frieden, Völkerrecht und Zusammenarbeit zu arbeiten», sagte Steinmeier bei einem Termin im Berliner Schloss Bellevue.

Zum Ansehen Deutschlands in der Welt sagte das Staatsoberhaupt: «Seit der gestrigen Abstimmung bei den Vereinten Nationen in New York wissen wir, dass wir noch stärker gefordert sind, dieses Ansehen zu pflegen.»


OECD warnt vor Überkapazitäten im Stahlsektor

PARIS: Die OECD sieht wachsende Überkapazitäten im Stahlsektor und warnt vor Folgen für die Weltmärkte. Im Blick hat sie dabei auch Subventionen, die nicht überall gleich ausfallen.

Die Industriestaatenorganisation OECD warnt vor einer Belastung der Weltmärkte durch Überkapazitäten im Stahlsektor. Wie es in einem Bericht der in Paris ansässigen Organisation heißt, steigen diese Überkapazitäten global weiter an. Zurückzuführen sei das auf stärkere Subventionen in einigen Volkswirtschaften außerhalb der OECD, etwa in China.

Im vergangenen Jahr exportierten chinesische Hersteller demnach 131 Millionen Tonnen Stahl und damit mehr als im gleichen Jahr insgesamt in der Europäischen Union produziert wurden. Chinesische Hersteller erhielten deutlich höhere Subventionen als Produzenten in anderen Ländern, so der Bericht. Die OECD vermutet, dass die Überkapazitäten weltweit bis 2028 bei 745 Millionen Tonnen liegen werden. Das wären gut 300 Millionen Tonnen mehr, als derzeit überhaupt im OECD-Raum an Stahl produziert werde.

OECD-Chef Mathias Cormann forderte eine stärkere internationale Zusammenarbeit und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Stahlhersteller. «Stahlüberkapazitäten werfen für alle Probleme auf. Sie verzerren globale Märkte, belasten die wirtschaftliche Sicherheit und Widerstandsfähigkeit und schaffen Negativanreize für Innovation und Nachhaltigkeit.»


Deutscher lag wochenlang tot in seiner Wohnung auf Mallorca

PALMA: Wochenlang bleibt der Tod eines 79 Jahre alten Deutschen auf Mallorca unbemerkt. Erst sein Vermieter schöpft Verdacht.

Auf Mallorca hat die Polizei Medienberichten zufolge in einer Wohnung im Hafenort Port d'Andratx einen traurigen Fund gemacht: In der Wohnung einer Apartmentanlage am Meer fanden Beamte die Leiche eines 79-jährigen Deutschen, wie Inselmedien übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei berichteten. Der Mann war demnach offensichtlich schon vor etwa einem Monat einsam gestorben. Alles soll auf einen natürlichen Tod hingedeutet haben.

Der Vermieter habe Alarm geschlagen, nachdem er länger nichts von seinem Mieter gehört und einen üblen Geruch wahrgenommen habe, der aus der Wohnung kam, hieß es. Feuerwehrleute verschafften sich daraufhin am Mittwoch mit Hilfe einer Leiter über den Balkon Zugang zu der Wohnung im zweiten Stockwerk. Woher der Mann in Deutschland stammte, der schon seit Jahren auf der Insel gelebt haben soll, wurde nicht mitgeteilt.


Deutschland verliert zu viele Patente ans Ausland

KÖLN/GÜTERSLOH: Fast jedes dritte deutsche Patent landet in ausländischen Händen - vor allem die USA sichern sich nach einer Analyse das Know-how, zunehmend auch China. Die Autoren warnen.

Deutschland verliert nach einer Studie durch Firmenübernahmen zu viele Patente an Unternehmen in anderen Ländern. Ausländische Konzerne haben inzwischen die Kontrolle über rund 29 Prozent der 189.000 transnationalen Patente, die deutsche Unternehmen in den Jahren von 2000 bis 2022 hervorgebracht haben. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor.

«Die meisten in Deutschland hervorgebrachten Patente werden aus den USA kontrolliert, aber auch China hat sich bereits in der entsprechenden Spitzengruppe etabliert», heißt es in der Untersuchung. «Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen müssen beide Umstände kritisch hinterfragt werden.» Deutschland sei gut beraten, mehr Unabhängigkeit in relevanten Technologiebereichen zu erzielen.

«Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb», betonte der Co-Autor der Studie, Oliver Koppel. China lenkt demnach aber Übernahmen im Westen geostrategisch und schottet gleichzeitig den eigenen Markt für ausländische Investoren ab.

Das arbeitgebernahe Institut empfiehlt, dass Deutschland mehr in Forschung investiert, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Der Anteil der deutschen Wirtschaft an den weltweiten Forschungs- und Entwicklungsausgaben sei deutlich gesunken.

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