Neues aus dem Ausland am Freitag

Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger
Blick bei Sonnenuntergang vom Zuckerhut über die Bucht von Rio de Janeiro mit Copacabana, Ipanema, der Christusstatue und unzähligen Booten im Wasser. Foto: Rüegsegger

«Kommersant»: UN-Abstimmung schwerer Schlag für Merz

MOSKAU: Zur Niederlage Deutschlands bei der Abstimmung über einen Sitz im UN-Sicherheitsrat schreibt die russische Tageszeitung «Kommersant» am Freitag:

«Dieses Ergebnis der Abstimmung vom 3. Juni war ein schwerer Schlag für den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Außenpolitik als eine seiner wenigen Stärken galt. Außenminister Johann Wadephul erklärte das Scheitern mit der Haltung Deutschlands zu Israel und zum Ukraine-Konflikt und beschuldigte zugleich Russland einer antideutschen Kampagne in den Vereinten Nationen.

In Deutschland selbst neigt man jedoch dazu, den Kanzler für das Scheitern verantwortlich zu machen - und keine äußeren Faktoren. (.) Seine scheinbare Gelassenheit spiegelt nicht die tatsächliche Lage wider: Mit diesem Misserfolg hat der Kanzler sich faktisch eine der letzten Stützen entzogen, auf denen seine Autorität ruht. Infolgedessen wird sich die Kritik an seinem Handeln im Inland nur noch verstärken, und auf der internationalen Bühne wird sich ein stillschweigender Konsens bilden: Wenn ein Schwergewicht wie Deutschland in den Vereinten Nationen ausgebootet werden kann, könnte ein ähnlicher Ansatz auch in anderen internationalen Fragen funktionieren.»


Wadephul setzt Besuch fort - Wirtschaft zentral

MEXIKO-STADT: Mexiko ist ein wichtiger Standort für deutsche Unternehmen. Der Außenminister will die Zusammenarbeit der beiden Länder weiter ankurbeln. Doch es geht auch um andere Themen.

Außenminister Johann Wadephul setzt an diesem Freitag seinen Besuch in Mexiko fort. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftsthemen. Nach seiner Ankunft am deutschen Donnerstagabend soll der CDU-Politiker zusammen mit dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco eine Sitzung der deutsch-mexikanischen binationalen Kommission leiten (Freitag 2.00 Uhr MESZ). Mexiko ist für die Bundesregierung ein zentraler Partner in Lateinamerika, unter anderem beim Einsatz für die internationale Ordnung.

Am Freitag (16.30 Uhr MESZ) war zunächst ein Treffen Wadephuls mit Vertretern deutscher Wirtschaftsunternehmen geplant. Die deutsche Wirtschaft ist mit mehr als 2.000 Unternehmen in Mexiko vertreten und wichtiger Investitionsstandort. Investitionsschwerpunkte sind unter anderem die Automobil- und Autoteileindustrie, Pharmazie, Chemie, Elektronik und Logistik. Zugleich ist die wirtschaftliche Abhängigkeit Mexikos von den USA sehr groß. Rund 83 Prozent der mexikanischen Exporte gehen dorthin.

Wadephul wollte sich auch mit Finanzminister Édgar Amador treffen. Geplant war zudem ein Besuch des Goethe-Instituts aus Anlass von dessen 60-jährigem Jubiläum in Mexiko.

Vor seinem Rückflug wollte der deutsche Außenminister ein Werk des deutschen Arzneimittelproduzenten Merck besichtigen. Merck hat in Mexiko knapp 1.200 Beschäftigte. In Naucalpan im Bundesstaat Mexiko stellen rund 800 von ihnen Arzneimittel her, die unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion dienen.


Chinas Staatschef reist erstmals seit 2019 nach Nordkorea

PEKING/PJÖNGJANG: Der chinesische Präsident begibt sich nach langer Pause wieder nach Pjöngjang. Nordkorea und China unterhalten enge politische Beziehungen. In einem Punkt gibt es sogar ein Alleinstellungsmerkmal.

Erstmals seit Jahren wird Chinas Staatschef Xi Jinping Anfang kommender Woche ins international weitgehend isolierte Nachbarland Nordkorea reisen. Wie die Staatsmedien beider Länder übereinstimmend bekanntgaben, ist der Besuch für Montag und Dienstag geplant. Es ist der erste Nordkorea-Besuch des chinesischen Präsidenten seit 2019. Über den Inhalt der geplanten Gespräche wurde vorab nichts bekannt.

Die Ankündigung erfolgt nur einen Tag, nachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beim Besuch einer neu in Betrieb genommenen Anlage zur Produktion von Nuklearmaterial einen drastischen Ausbau der Atomstreitkräfte des Landes angeordnet hatte.

Nordkorea und China sind enge politische Partner. Auf dem Papier gibt es sogar eine militärische Beistandserklärung - die einzige, die China mit einem anderen Land hat.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.