Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

US-Einsatzkräfte finden drei Drogentote - und geraten selbst in Not

ALBUQUERQUE: In New Mexico ist die Polizei wegen eines Drogennotfalls im Einsatz. Mehrere Hausbewohner werden tot aufgefunden, etliche Helfer kommen nach Kontakt mit einer unbekannten Substanz ins Krankenhaus.

Bei einem mutmaßlich durch Drogenkonsum ausgelösten Notfall sind im US-Bundesstaat New Mexico drei Menschen gestorben und mehr als ein Dutzend Einsatzkräfte nach Kontakt mit einer unbekannten Substanz ins Krankenhaus gekommen. Ersthelfer, die die leblosen Menschen in einem Haus vorfanden, hätten kurz darauf über Beschwerden geklagt, teilte der Bürgermeister der Ortschaft Mountainair mit - die Rede war von Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Grund dafür sei ein gefährlicher Stoff, der seine Wirkung nach ersten Erkenntnissen nicht über die Luft, sondern durch direkten Kontakt entfaltet habe.

Neben den drei Toten sei eine vierte Person in dem Haus vorgefunden worden, die nun medizinisch behandelt werde. Gefahrengut-Experten würden den Vorfall untersuchen, hieß es.


Kuba weist Klage gegen Ex-Staatschef Raúl Castro zurück

HAVANNA: Die USA werfen Castro die Verwicklung in den Abschuss zweier Flugzeuge vor. Havanna wittert angesichts der Klage ein politisches Manöver, um eine Intervention auf der Karibikinsel zu rechtfertigen.

Die kommunistische Regierung in Havanna hat die US-Klage gegen den ehemaligen kubanischen Staatschef Raúl Castro zurückgewiesen. «Es handelt sich um eine politische Aktion ohne jegliche rechtliche Grundlage, die lediglich darauf abzielt, einen Vorwand zu schaffen, um den Irrsinn einer militärischen Aggression gegen Kuba zu rechtfertigen», schrieb der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel auf der Plattform X.

Zuvor hatte die US-Regierung eine Klage gegen Castro angekündigt. Dem 94-Jährigen wird vorgeworfen, als damaliger Verteidigungsminister in den Abschuss von Flugzeugen der exilkubanischen Organisation «Hermanos al Rescate» (Brüder zur Rettung) durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 verwickelt gewesen zu sein. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, darunter drei US-Bürger.


Schüsse, Partys, Sex: Deutscher aus Kolumbien ausgewiesen

MEDELLÍN/FRANKFURT: Mit wilden Feiern und Streitereien mit Prostituierten soll der Mann in Medellín immer wieder für Ärger gesorgt haben. Die für ihr Nachtleben berühmte Stadt hat schon länger Probleme mit Sextouristen.

Nach zahlreichen Beschwerden über wilde Partys, Drogenkonsum, Schüsse in die Luft und lautstarken Streitereien mit Prostituierten über die Bezahlung ist ein Deutscher aus Kolumbien abgeschoben worden. Der Mann habe in einem eleganten Viertel von Medellín immer wieder für Ärger gesorgt und bedrohliches Verhalten gegenüber den Nachbarn gezeigt, teilte die kolumbianische Einwanderungsbehörde mit. Zudem gebe es Hinweise auf die Erstellung pornografischer Inhalte und Kinderprostitution in der Wohnung im exklusiven Stadtteil El Poblado.

Der Mann sei über Madrid nach Frankfurt ausgewiesen worden, teilte die Behörde mit. Er dürfe nun für zehn Jahre nicht nach Kolumbien einreisen. «Wir üben unsere Aufgabe mit der gebotenen Strenge aus, um Kinder, Jugendliche und Frauen zu schützen. Wir werden weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, wenn Ausländer durch ihr Verhalten das Zusammenleben oder die Sicherheit beeinträchtigen oder eine Gefahr für die Gemeinschaft darstellen», sagte die Leiterin der Einwanderungsbehörde, Gloria Esperanza Arriero López.

In der für ihr Nachtleben berühmten Millionenmetropole Medellín gibt es schon seit längerem ein Problem mit Sextouristen und Ausländern, die durch ihr Verhalten für ein öffentliches Ärgernis sorgen. Zuletzt war bereits ein Mann mit russischer und US-Staatsbürgerschaft ausgewiesen worden, weil er über etwa zwei Jahre hinweg mit lauten Partys und bedrohlichem Verhalten gegenüber Nachbarn in seinem Wohnviertel für Ärger gesorgt hatte.


Blanche erwartet Castro in den USA - freiwillig oder nicht

WASHINGTON: Die US-Regierung geht juristisch gegen Kubas früheren Staatschef Castro vor - und erwartet ihn zum Prozess in den USA.

Der frühere Staatschef Kubas, Raúl Castro, soll nach den Worten von Justizminister Todd Blanche für seinen Prozess in die USA kommen - egal wie. «Wir erwarten, dass er sich entweder freiwillig oder auf andere Weise hier einfinden wird», sagte Blanche in Miami bei der Bekanntmachung der Anklage. Nähere Angaben dazu, wie Castro ins Land kommen solle, machte er nicht.

Die Anklage diene nicht lediglich zur Schau, sondern solle Konsequenzen haben, führte Blanche aus. Castro wird eine Verwicklung in den Abschuss von Flugzeugen durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem US-Amerikaner starben. Dem damaligen Verteidigungsminister Castro und weiteren Personen werden unter anderem die Zerstörung eines oder mehrerer Flugzeuge sowie vier Morde zur Last gelegt.

Das Vorgehen gegen Castro weckt Erinnerungen an das Vorgehen gegen Venezuelas früheren Staatschef Nicolás Maduro. Die US-Regierung hatte Maduro gefangengenommen und das auch mit einer Anklage gerechtfertigt.


Bundesregierung will bei Panzerbauer KNDS einsteigen

BERLIN: Lange wurde um den Einsteig der Bundesregierung beim Panzerbauer KNDS gerungen. Jetzt gibt es eine Entscheidung.

Die Bundesregierung hat nach langem Ringen eine Entscheidung über den Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS getroffen. Sie will sich zunächst zu 40 Prozent an dem Panzerbauer beteiligen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Gleichzeitig will sie aber die feste Absicht erklären, die Beteiligung «in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren» auf 30 Prozent zu reduzieren.

KNDS ist Hersteller von Waffensystemen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Regierung.


Samsung und Gewerkschaft wenden historischen Streik ab

SEOUL: Wegen eines Konflikts um Jahresboni wollten 48.000 Samsung-Beschäftigte in Südkorea ihre Arbeit niederlegen. Kurz vor dem angedrohten Streik konnte eine vorläufige Einigung erzielt werden.

In Südkorea konnte Samsung Electronics einen für Donnerstag angedrohten Generalstreik abwenden. So soll sich das Management von Samsung gemeinsam mit der Gewerkschaft darauf geeinigt haben, die Pläne für einen Streik bis auf weiteres auszusetzen und eine vorläufige Lohnvereinbarung zur Abstimmung zu stellen. Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, soll die Vereinbarung eine Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Einführung eines leistungsabhängigen Bonus für den Halbleiterbereich in nicht näher genannter Höhe umfassen.

Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der südkoreanische Elektronikriese im Zuge eines anhaltenden Booms rund um künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hat.

Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass der angedrohte Generalstreik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Demnach hätten sich die potenziellen Verluste auf rund 20 Milliarden US-Dollar belaufen, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Separat äußerte auch die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea eine Warnung, in der es hieß, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen.


Frau fällt in offenen Gully in New York und stirbt

NEW YORK: Tragischer Todesfall mitten in Manhattan: Eine 56 Jahre alte Frau fällt in einen offenen Gully und stirbt. Der Energieversorger hat erste Erkenntnisse, warum der Gully offen war.

Eine Frau ist in New York in einen offenen Gully gefallen und gestorben. Die 56 Jahre alte Frau, die nördlich der Millionenmetropole New York lebte, habe ihr Auto mitten in Manhattan geparkt, sei ausgestiegen und dann in einen rund drei Meter tiefen offenen Gullyschacht gefallen, teilte die New Yorker Polizei mit.

Rettungskräfte hätten die Frau aus dem Schacht gerettet und in ein Krankenhaus gebracht, wo sie für tot erklärt wurde. Woran genau sie gestorben sei, werde derzeit noch untersucht.

Auch der Energieversorger Con Edison teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Ersten Erkenntnissen zufolge sei wenige Minuten vor dem tragischen Vorfall ein schwerer Lastwagen über die Straße gefahren, dabei habe sich der Gullydeckel gelöst und verschoben.


Mutter stürzt mit drei Kindern aus 13. Stock in den Tod

TOULON: Nach dem tödlichen Sturz aus dem Hochhaus in Toulon gehen die Ermittler von psychischen Problemen der Mutter aus. Die vier älteren Kinder werden nun von Behörden betreut.

Eine Mutter hat sich mit drei ihrer Kinder im südfranzösischen Toulon aus dem 13. Stockwerk eines Hochhauses in den Tod gestürzt. Die Präfektur sprach von einer schrecklichen Tragödie, bei der die Frau und die drei Kinder ums Leben kamen. Der Polizeipräfekt, der Staatsanwalt und die Bürgermeisterin der Stadt begaben sich zum Ort des dramatischen Geschehens. Als Hintergrund vermuten die Behörden psychische Probleme der Frau.

Die Leiche der 38-jährigen Mutter von sieben minderjährigen Kindern sei am frühen Morgen am Fuße ihres Wohnhauses gefunden worden, sagte Staatsanwalt Raphaël Balland, wie die Zeitung «Var-Matin» berichtete. «Um sie herum lagen die Leichen ihrer drei jüngsten Kinder im Alter von drei, vier und sechs Jahren. Zwei Jungen und ein Mädchen, alle drei tot.» Die Frau solle kürzlich psychiatrische und depressive Symptome gezeigt haben. «Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine dritte Person an diesem tragischen Vorfall beteiligt war.» Die Toten sollten obduziert werden.

«Die Mutter lebte allein mit ihren Kindern. Der Staatsanwaltschaft war die Familie nicht bekannt, da keine Hinweise auf mögliche soziale oder familiäre Schwierigkeiten vorlagen», sagte Balland. Die vier ältesten Kinder würden von den Behörden betreut und erhielten psychologische Unterstützung.


Erdbeben der Stärke 5,6 erschüttert osttürkisches Malatya

MALATYA: Ein Erdbeben hat die Provinz Malatya im Osten der Türkei erschüttert. Bisher gibt es keine Berichte über Schäden, jedoch wird die Lage derzeit noch geprüft.

Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat die osttürkische Provinz Malatya erschüttert. Das Beben ereignete sich um 9.00 Uhr Ortszeit im Bezirk Battalgazi in einer Tiefe von rund sieben Kilometern, wie die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD mitteilte. Die Erschütterungen waren auch in mehreren umliegenden Provinzen zu spüren. Der Gouverneur von Malatya erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, dass es bislang keine Meldungen über Schäden oder Verletzte gebe. Die Untersuchungen und Geländeerkundungen vor Ort dauerten jedoch weiter an.

Hohe Erdbebengefahr in der Türkei

Die Türkei liegt auf seismologisch stark aktivem Gebiet. An den Verwerfungslinien zwischen den tektonischen Platten entstehen Spannungen, die in Form von Erdbeben abgebaut werden. Vorhersehbar ist der genaue Zeitpunkt oder die konkrete Stärke der Beben jedoch kaum. 2023 war die Region im Südosten der Türkei und im Norden Syriens von zwei verheerenden Erdbeben erschüttert worden. Allein in der Türkei kamen mehr als 50.000 Menschen ums Leben, das Beben sorgte in beiden Ländern für schwere Zerstörungen.

Wissenschaftler warnen seit längerem vor erheblicher Erdbebengefahr in der Türkei. Vor allem die Millionenmetropole Istanbul gilt als stark gefährdet.


«La Croix»: Schulterschluss in Afrika im Kampf gegen Ebola nötig

PARIS: Das Vorgehen gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda kommentiert die französische Zeitung «La Croix» am Mittwoch:

«Das Ebola-Virus sorgt in Afrika erneut für Besorgnis. (...) Die Lage ist umso schwieriger, als die Epidemie eine ohnehin geschwächte Region trifft - eine weitere Krise inmitten zahlreicher anderer Krisen.

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo (...) ist von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen paramilitärischen Gruppen und der kongolesischen Armee, aber auch von Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen erschüttert. Die Gewalttaten finden vor dem Hintergrund einer zügellosen Ausbeutung von Bodenschätzen und Goldvorkommen statt, die durch internationales Kapital finanziert wird. (...) Der Flughafen von Goma, der normalerweise als humanitäre Drehscheibe dient, ist seit Januar 2025 durch die vom Nachbarland Ruanda unterstützte M23-Rebellion geschlossen.

Man muss die indirekte Verantwortung der Staaten der Region für das Ausbrechen und die Ausbreitung der Epidemie berücksichtigen. Indem sie Strategien zur Machtausübung und Ressourcenabschöpfung in den Vordergrund stellen, begünstigen sie eine Instabilität, die die lokalen Regierungsstrukturen zerstört. Da Viren keine Grenzen kennen, wird die Bedrohung durch Ebola zu einer Koordinierung im Kampf gegen die Krankheit führen? Das ist zu hoffen. Es könnte der Beginn eines Prozesses der Zusammenarbeit und Befriedung sein.»

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.