Der beste Freund des Menschen ist nicht, wie man zu Kolonialzeiten den weißen Mann häufig zynisch sagen hörte, der Neger sondern der Hund. Seit ewigen Zeiten begleitet er den Zweibeiner, hilft ihm bei der Jagd, schützt ihn so gut er kann vor Feinden und verjagt lärmende Kinder, die seinem Herrchen den verdienten Mittagsschlaf rauben.
In vielen Ländern der Welt erhebt der Staat eine Hundesteuer. Ich halte das für gerecht, weil viele Hundehalter immer noch ohne Hygienetütchen und Spachtel ihren Mops Gassi führen. Was „Mopsi“ dann auf der Liegewiese hinterlässt, hinterlässt bei mir, wenn ich mich versehentlich in diese „Hinterlassenschaft“ gesetzt habe, die bösesten Verwünschungen. Ich schreibe eine Petition an den zuständigen Bürgermeister und bitte darum, die Hundesteuer zu erhöhen. Natürlich vergeblich, denn jeder Bürgermeister, der wiedergewählt werden will, wird von Hundehaltern gewählt. Ein einziges Wort gegen den Hund, schon ist er weg vom Fenster.
Reden wir mal über Hundefutter. Das ist ein wichtiger Industriezweig, hochprofitabel, obwohl dafür meistens hochwertige Lebensmittel verarbeitet werden. Ich habe es nicht recherchiert, vermute aber, dass für Hundefutter in Europa mehr Geld ausgegeben wird, als für die Entwicklungshilfe in der Dritten Welt. Und viele Bewohner dieser Dritten Welt wären wahrscheinlich glücklich, wenn sie dieses Hundefutter zu essen bekämen.
Ich mag Hunde, obwohl ich hier schon einmal von einem Terrier angefallen und gebissen worden bin. Der Hundehalter verschwand schneller als ein thailändischer Unfallverursacher, und ich blieb nicht nur auf den Kosten für eine neue Hose sitzen sondern auch auf der Rechnung des Arztes, der mir vorsorglich eine Spritze gegen Tollwut verpasste.
Hunde führen – zumindest in Europa – die Liste der Lieblings-Haustiere mit großem Vorsprung an. Sie sind meistens voll integriert in die Familie. Einsamen und alten Menschen sind sie Tröster, ersetzen fehlende Partner oder Kinder. Aber leider erleben wir alljährlich, wenn die Sommerferien beginnen, dass viele dieser Tiere irgendwo unterwegs oder an Autobahn-Raststätten ausgesetzt werden. Ich habe dafür absolut kein Verständnis.
Noch empörender finde ich, dass in Teilen Asiens Hunde verspeist werden. Zum Glück nicht in Thailand. Aber ich wurde hier, in meiner zweiten Heimat Zeuge, als auf einem Bauplatz gegenüber meiner Wohnung einige Gastarbeiter einen Hund gejagt und erschlagen haben, um ihn dann in einem Rucksack in ihre Behausung zu schleppen, wo er wohl als Nachtmahl vertilgt wurde. Wahrscheinlich stammten diese Bauarbeiter aus Vietnam, wo Hundefleisch als Delikatesse gilt. Immer wieder hört und liest man von professionellen Hundefängern in Thailand, die durchs Land fahren, um frei herumlaufende Tiere einzufangen. Rücksichtslos werden sie auf den Laster geworfen und zu Hunderten – vorbei an geschmierten Zöllnern – nach Vietnam transportiert. Ich ertrage schon den Gedanken an das Elend dieser armen Kreaturen nicht und plädiere dafür, diese Tierquäler einzusperren, genauso brutal, wie sie es mit den Hunden machen.
Dabei fällt mir das Sprichwort ein: „Je besser ich die Menschen kennen lerne desto lieber habe ich Hunde.“