CHIANG MAI: Tourismusunternehmen im Norden Thailands rechnen für die bevorstehenden Songkran-Feiertage mit einer schwachen Nachfrage. Hintergrund sind die anhaltende Luftverschmutzung durch Smog sowie die gedämpfte Konsumfreude infolge steigender Ölpreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten.
In dieser Woche wurde Chiang Mai zeitweise als weltweit am stärksten belastete Stadt eingestuft. Auch andere nördliche Provinzen wie Mae Hong Son sind weiterhin von dichter Rauchbelastung betroffen, die vor allem auf Waldbrände und grenzüberschreitende Feuer zurückgeführt wird.
Schwache Buchungen im Norden erwartet
Punlop Saejew, Vizepräsident der Handelskammer von Chiang Mai, erklärte, dass die Vorausbuchungen bislang schleppend verlaufen seien. Die Aussichten für das Songkran-Geschäft lägen damit unter dem Niveau des Vorjahres. Viele inländische und internationale Reisende sowie in Thailand lebende Ausländer könnten stattdessen Küstenregionen bevorzugen. Im Norden sei daher vor allem mit lokalen Gästen oder Geschäftsreisenden zu rechnen.
Reiseveranstalter hätten bereits Monate im Voraus reagiert und weniger Pauschalangebote für diesen Zeitraum eingeplant, da die saisonale Smogbelastung vorhersehbar gewesen sei. Die Auslastung in Chiang Mai liege seit dem Auftreten der Luftverschmutzung nur noch bei etwa 30 bis 40 Prozent. Gleichzeitig zeigten sich viele Betreiber zurückhaltend bei Preiserhöhungen, obwohl ihre Kosten gestiegen sind, und prüfen stattdessen Einsparmaßnahmen.
Clean Air Act soll rasch umgesetzt werden
Punlop forderte die Regierung auf, nach der Bildung des neuen Kabinetts die Verabschiedung des „Clean Air Act“ zu beschleunigen. Das Gesetz soll Verursacher stärker in die Verantwortung nehmen und Anreize zur Reduzierung von Emissionen schaffen. Zudem sei eine engere Zusammenarbeit der nördlichen Provinzen erforderlich, da Brände in einer Region die Luftqualität in benachbarten Gebieten erheblich beeinträchtigen können.
Auch in Mae Hong Son wirkt sich die Situation zunehmend auf den Tourismus aus. Nach Angaben von Chaivit Summachewawat, Vizepräsident des Tourismusverbands von Pai, stornieren sowohl thailändische als auch ausländische Besucher weiterhin ihre Buchungen. Insbesondere Gäste aus wichtigen Herkunftsmärkten wie dem Vereinigten Königreich und Israel könnten ihre Reisen kurzfristig auf Ziele wie Phuket oder Koh Samui verlagern.
Brände und Wetter verschärfen Smoglage
Zwar hätten lokale Behörden und Tourismusverbände in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Reduzierung von Brandherden und zur Steuerung von landwirtschaftlichen Verbrennungszeiten umgesetzt, dennoch führe die Kombination aus aktuellen Bränden und kühleren Wetterbedingungen derzeit erneut zu einer flächendeckenden Smogbelastung.
Chaivit forderte ein schnelleres Eingreifen der Behörden zur Eindämmung von Brandrodungen. Darüber hinaus seien gezielte staatliche Maßnahmen notwendig, um den Tourismussektor im weiteren Jahresverlauf zu stützen, da dieser weiterhin unter schwacher Kaufkraft und steigenden Betriebskosten leidet.