CHIANG MAI: Chiang Mai weitet den Kampf gegen sogenannte Nominee-Unternehmen aus, die von Ausländern über thailändische Strohmänner betrieben werden. Nach Maßnahmen auf den südthailändischen Touristeninseln haben die Behörden nun auch die beliebte Nordthailand-Destination verstärkt ins Visier genommen.
Wie der Polizeichef der Provinz Chiang Mai, Pol. Maj. Gen. Yutthana Kaenchan, mitteilte, starteten am Mittwoch (17. Juni 2026) insgesamt 188 Polizeibeamte und Verwaltungsmitarbeiter eine groß angelegte Kontroll- und Durchsuchungsaktion. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen der Regierungsstrategie gegen Ausländer, die nach Ansicht der Behörden illegal Geschäfte über thailändische Stellvertreter betreiben und dadurch den Wettbewerb sowie die lokale Wirtschaft beeinträchtigen.
Koh-Phangan-Modell erreicht den Norden
Chiang Mai sei als eine der nächsten Provinzen ausgewählt worden, in denen das sogenannte „Koh-Phangan-Modell“ umgesetzt werde. Dieses Konzept wurde ursprünglich entwickelt, um gegen mutmaßlich illegale ausländische Geschäftstätigkeiten auf der Touristeninsel Koh Phangan in der Provinz Surat Thani vorzugehen.
Mehrere Verstöße bereits festgestellt
Nach Angaben von Pol. Maj. Gen. Yutthana wurden in Chiang Mai bereits mehrere mutmaßliche Verstöße festgestellt. Dazu zählen zwei Hotels, die gegen das Hotelgesetz verstoßen haben sollen, drei Fälle möglicher Verstöße gegen das Einwanderungsgesetz sowie Unternehmensgruppen, bei denen thailändische Nominees Vermögenswerte im Auftrag ausländischer Eigentümer gehalten haben sollen. Darüber hinaus identifizierten die Ermittler elf Firmen, die laut ihren Registrierungsunterlagen über Geschäftsräume verfügen müssten, an den angegebenen Adressen jedoch keine tatsächlichen Büros unterhalten.
Ermittlungen werden ausgeweitet
Die zuständigen Behörden sammeln derzeit weitere Beweise und weiten ihre Ermittlungen aus, um mögliche strafrechtliche Schritte vorzubereiten. Ziel sei es, die Geschäftstätigkeit in der Provinz rechtskonform zu gestalten und zugleich die nationale Wirtschaft vor unlauterem Wettbewerb zu schützen.