CHIANG MAI: Die Ermittlungsbehörden in Thailand haben den mutmaßlichen Betreiber eines großen Online-Glücksspielnetzwerks sowie dessen Lebensgefährtin festgenommen. Nach Angaben des Central Investigation Bureau (CIB) führten umfangreiche Finanzermittlungen zu der Organisation, deren monatliches Transaktionsvolumen auf mehr als 500 Millionen Baht geschätzt wird.
CIB-Kommissar Pol. Lt. Gen. Natthasak Chaowanasai erklärte, dass die Ermittler zunächst die Glücksspielplattform „Boonmee“ sowie weitere Internetseiten des sogenannten Tiger-Netzwerks untersucht hätten. Das Netzwerk bot unter anderem Online-Casinos, Spielautomaten, virtuelles Boxen und Wetten auf internationale Fußballspiele an.
500 Millionen Baht im Monat

Die Auswertung der Finanzströme ergab, dass die Organisation ein weit verzweigtes System aus Firmenkonten und sogenannten „Maultierkonten“ nutzte, um die Herkunft der Einnahmen aus dem illegalen Glücksspiel zu verschleiern und behördliche Kontrollen zu umgehen. Mit einem geschätzten monatlichen Geldumsatz von über 500 Millionen Baht zählte das Netzwerk nach Angaben der Ermittler zu den größten seiner Art in Thailand.
IP-Verschleierung entdeckt

Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Beamten zudem in der Provinz Loei auf eine Frau, die einräumte, für monatlich 1.500 Baht ihren Internetanschluss zur Verfügung gestellt zu haben. Dieser soll als Relaispunkt genutzt worden sein, um IP-Adressen bei Finanztransaktionen zu verschleiern.
Ermittler fassen Köpfe der Bande

Anschließend durchsuchten die Ermittler zwei Objekte in der Provinz Chiang Mai und nahmen den mutmaßlichen Kopf des Netzwerks, Tatchai, sowie dessen Lebensgefährtin Kritthaya fest. Die Frau soll für die Finanzverwaltung verantwortlich gewesen sein und die Geldbewegungen von 40 bis 50 angeschlossenen Glücksspiel-Webseiten überwacht haben.
46 Millionen Baht beschlagnahmt

Insgesamt wurden drei Verdächtige wegen der Organisation illegalen Online-Glücksspiels, Verschwörung zur Geldwäsche sowie Geldwäsche angeklagt. Die Ermittler beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von mehr als 46 Millionen Baht, darunter einen McLaren, einen Mercedes-Benz, Luxusuhren, Designerhandtaschen sowie Bargeld. Darüber hinaus froren die Behörden Bankguthaben in Höhe von weiteren vier Millionen Baht ein.