CHIANG MAI: In der nordthailändischen Provinz Chiang Mai haben Polizei und lokale Behörden eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Nominee-Firmen durchgeführt. Dabei wurden 31 Unternehmen durchsucht und fünf Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Behörden stehen die Firmen im Verdacht, ausländischen Investoren unter Umgehung thailändischer Eigentumsvorschriften zu dienen.
Der stellvertretende nationale Polizeichef Pol Gen Samran Nuanma erklärte, dass rund 250 Polizeibeamte und Mitarbeiter lokaler Behörden an dem Einsatz beteiligt waren. Von den überprüften Unternehmen sollen 16 thailändische Strohmänner (Nominees) als Anteilseigner eingesetzt haben. Weitere 15 Firmen stehen im Verdacht, gegen die gesetzlichen Beschränkungen für ausländische Beteiligungen verstoßen zu haben. Die betroffenen Unternehmen verfügen nach Angaben der Ermittler über Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 20 Rai und einem geschätzten Wert von etwa 633 Millionen Baht.
Haftbefehle gegen 22 Beschuldigte
Nach Angaben der Polizei richtet sich das Verfahren gegen insgesamt 74 Beschuldigte. Gegen 22 von ihnen lagen Haftbefehle vor. Dabei handelt es sich um zwei thailändische Staatsangehörige, sieben Myanmarer, drei Inder, einen Briten sowie neun chinesische Staatsangehörige.

Im Verlauf der Razzien wurden fünf Verdächtige festgenommen, darunter zwei indische und drei myanmarische Staatsangehörige.
Häftling als Nominee eingetragen
Einige thailändische Beschuldigte waren bereits vor den Durchsuchungen in Gewahrsam genommen worden. Einer von ihnen verbüßt seit 2021 eine Haftstrafe im Zentralgefängnis von Chiang Mai. Nach Angaben der Ermittler wurde sein Name als Anteilseigner in zwei Unternehmen geführt.

Der Mann erklärte bei seiner Vernehmung, dass ihn ein ehemaliger Mithäftling zur Beteiligung an einem angeblichen Investitionsprojekt überredet und ihn gebeten habe, seinen Personalausweis sowie den Hausregisterauszug für die Gründung von Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Er habe nach eigenen Angaben jedoch niemals Erträge aus den angeblichen Investitionen erhalten.
Nominee-Razzien werden ausgeweitet
Pol Gen Samran kündigte an, dass vergleichbare Einsätze bereits in weiteren Provinzen vorbereitet würden. Betroffen seien Phuket, Krabi, Phang Nga, Chonburi und Surat Thani. Dort wollen die Behörden ebenfalls gegen mutmaßliche Nominee-Strukturen und Verstöße gegen das thailändische Gesellschaftsrecht vorgehen.
Selbst die Google KI schlägt solche Konstrukte zum Erwerb von Grundstücken vor,so das man davon ausgehen muss das bisher nur die Spitze dieser kriminellen Machenschaften offen gelegt wurde.