CHIANG MAI: Premierminister Anutin Charnvirakul hat staatliche Behörden angewiesen, die Durchsetzung von Umweltgesetzen deutlich zu verschärfen, um die zunehmende Belastung durch Feinstaub der Kategorie PM2.5 einzudämmen. Er warnte, dass anhaltende Untätigkeit das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen untergraben könne.
Bei einem Besuch in Chiang Mai zur Lagebeurteilung von Waldbränden und Smog im Norden erklärte der Regierungschef, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten, da die Situation weiterhin ernst sei. Die Ursachen der Belastung sieht er in einer Kombination aus inländischen Brandrodungen, grenzüberschreitenden Feuern sowie ungünstigen Wetterbedingungen.
Strengere Kontrolle und Diplomatie nötig
Innerhalb Thailands müssten lokale Behörden die Kontrolle über Brandaktivitäten konsequent verschärfen. Grenzüberschreitende Emissionen sollten hingegen auf diplomatischem Weg adressiert werden, wobei den jeweiligen Nachbarländern die Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen deutlich gemacht werden müssten. Wetterbedingte Faktoren, so Anutin, sollten verstärkt mithilfe technologischer Lösungen gesteuert werden.
Der Premierminister betonte, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit oberste Priorität habe. Dazu seien eine engere Abstimmung zwischen den Behörden sowie ein verbesserter Datenaustausch notwendig, um sowohl Präventionsmaßnahmen als auch die medizinische Versorgung effektiver zu gestalten. Zudem forderte er eine bessere Verzahnung von politischer Planung und operativer Umsetzung, um schneller und zielgerichteter reagieren zu können.
Smogfolgen im Norden nehmen zu
Die anhaltende Smog- und Waldbrandsituation habe bereits spürbare Auswirkungen auf die nördlichen Provinzen, insbesondere auf den Tourismus und die lokalen Lebensgrundlagen. Man müsse sich auf beeinflussbare Faktoren konzentrieren und technologische Mittel einsetzen, um nicht steuerbare Einflüsse abzufedern, erklärte Anutin. Zugleich wies er die zuständigen Stellen an, sich auch auf mögliche Überschwemmungen und Dürren vorzubereiten und dabei Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahr zu berücksichtigen, um künftige wirtschaftliche und soziale Schäden zu begrenzen.
Parallel dazu übergab die zivilgesellschaftliche Initiative „Network of Northern Breath“ eine Petition, in der eine grundlegende Reform des Smog-Managements gefordert wird. Mit Blick auf ein mögliches starkes El Niño-Ereignis im kommenden Jahr erklärte Koordinator Witthaya Khrongsap, dass noch rund acht Monate Zeit blieben, um nachhaltige Maßnahmen zu entwickeln und eine erneute schwere Belastung zu verhindern.