Widerstand gegen Alkohol in Parks

Aktivisten warnen vor Folgen für Sicherheit und Gesundheit

Öffentliche Parks gelten als frei zugängliche Erholungsräume für alle Altersgruppen und stehen im Zentrum der aktuellen Debatte um mögliche Alkoholfreigaben. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Öffentliche Parks gelten als frei zugängliche Erholungsräume für alle Altersgruppen und stehen im Zentrum der aktuellen Debatte um mögliche Alkoholfreigaben. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

CHIANG MAI: Zivilgesellschaftliche Gruppen und lokale Aktivisten im Norden Thailands haben deutliche Bedenken gegen Pläne geäußert, den Verkauf und Konsum von Alkohol in öffentlichen Parks zuzulassen.

Hintergrund sind Berichte, wonach Provinzbehörden unter dem Vorwand der Tourismusförderung und wirtschaftlichen Belebung unter Druck geraten, entsprechende Regelungen zu lockern. Kritiker betonen, öffentliche Parks müssten sichere, alkoholfreie Räume für Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter bleiben.

Kontroverse um Parks in zwei Provinzen

Im Zentrum der Kontroverse stehen die Provinzen Chiang Mai und Ranong. Dort sehen Kampagnenvertreter Versuche, öffentliche Erholungsflächen über Sonderveranstaltungen oder regulatorische Ausnahmeregelungen faktisch in Veranstaltungsorte mit Alkoholausschank umzuwandeln. Teerapat Kahawong, ehemaliges Mitglied eines Sonderausschusses zur Überarbeitung des Alkoholkontrollgesetzes, erklärte im Namen einer Koalition zur Prävention alkoholbedingter Schäden, dass man zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung erhalten habe. Die geplanten Maßnahmen würden zwar als wirtschaftlicher Impuls dargestellt, tatsächlich profitiere jedoch nur eine kleine Gruppe, während die Allgemeinheit soziale und gesundheitliche Folgekosten trage.

Als Beispiele nannte er Chiang Mai, wo während des Songkran-Festes ein öffentlicher Bereich Berichten zufolge zeitweise zu einer clubähnlichen Unterhaltungszone umgestaltet worden sei. Im Rahmen der traditionellen „Sra Klao Dam Hua“-Zeremonie, die zum Lanna-Neujahr gehört, seien Alkoholverkauf und Konsum vor Ort zugelassen worden. Kritiker sehen darin eine Aushöhlung sowohl der kulturellen Bedeutung der Veranstaltung als auch der ursprünglichen Zweckbestimmung des Ortes.

Pläne für Grass Hill sorgen für Kritik

Ein zweiter Fall betrifft den als „Grass Hill“ bekannten Hügel Phu Khao Ya in der Provinz Ranong, eine der bekanntesten touristischen Attraktionen der Region. Aktivisten zufolge gibt es Überlegungen, das Gebiet zu einem ganzjährig genutzten Veranstaltungsort mit Alkoholausschank zu entwickeln. Derzeit handelt es sich um eine staatlich verwaltete öffentliche Parkanlage.

Nach geltendem Recht ist der Verkauf und Konsum von Alkohol in staatlichen Parks, die als Erholungsflächen ausgewiesen sind, grundsätzlich untersagt. Versuche, solche Flächen etwa als private Veranstaltungsorte umzudeklarieren oder über Provinzausschüsse Ausnahmen zu erwirken, könnten daher rechtlich problematisch sein. In Ranong verweisen Kritiker zudem auf eine Regierungsanordnung aus dem Jahr 2015, die alkoholbezogene Aktivitäten an entsprechenden Orten ebenfalls untersagt.

Widerstand gegen Lockerungen wächst 

Der Widerstand vor Ort hat sich zuletzt verstärkt. Sucheep Patthong, Vorsitzender eines lokalen Netzwerks für Alkoholabstinenz, betonte, dass über Jahrzehnte hinweg gemeinsam mit Gesundheitsorganisationen alkoholfreie, rauchfreie und drogenfreie Zonen aufgebaut worden seien. Viele Orte, darunter auch das Gelände von Phu Khao Ya, seien bei Festivals oder dauerhaft alkoholfrei. Eine Abkehr von diesem Ansatz zugunsten wirtschaftlicher Interessen würde diese Entwicklung gefährden.

Auch aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheitsarbeit kommt Kritik. Vertreter entsprechender Netzwerke weisen darauf hin, dass öffentliche Parks zu den wenigen frei zugänglichen Gemeinschaftsräumen gehören, die Menschen aller Altersgruppen offenstehen. Eine Öffnung für Alkoholverkauf könne Familien verdrängen, die Durchsetzung bestehender Regeln erschweren und den Alkoholkonsum in eigentlich gesundheitsorientierten Räumen normalisieren.

Die Kritiker fordern daher, öffentliche Sicherheit und Gemeinwohl nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen.

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Michael Meier 28.04.26 14:10
@ Ingo
Man soll zumThema nicht posten und du tust es als Einziger. Einfach genial !
Ingo Kerp 28.04.26 13:50
Das Thema Alkohol in Thailand ist, was Bestimmungen, Verkauf, Orte, Veranstaltungen etc. anbelangt so absurd, das man es nicht mehr kommentieren muß. Somit ist jetzt Schluß damit.

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