Rauchen

Zahnarztkolumne 14. Teil

Rauchen

Es vergeht kaum ein Tag in meiner Praxis, an dem nicht einem oder mehreren Patienten begegne, deren Behandlung wesentlich weniger umfangreich ausgefallen oder überhaupt gar nicht erst nötig gewesen wäre, wenn sie nicht geraucht hätten. Rauchen schwächt das körpereigene Immunsystem auch in der Mundhöhle, so dass Raucher vermehrt Karies, aber vor allen Dingen Parodontose bekommen und so ihre Zähne schneller verlieren als Nichtraucher; ebenso heilen Wunden oder Operationswunden bei Rauchern oft schlecht.

Die vielen Hinweise über die Gefahren des Rauchens auf den Zigarettenschachteln oder, wie hier in Thailand, die vielen Bilder mit abgefaulten Zähnen oder furchtbaren Tumoren schrecken kaum noch jemanden ab.

5 Millionen Tote jährlich weltweit

Ebenso ist ein klarer Trend zu beobachten, dass immer mehr Gaststätten oder Unterhaltungsbetriebe bestehende Gesetze einfach ignorieren und ihren Gästen das Rauchen gestatten.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums sind oder waren 80 bis 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten Raucher, was besonders deswegen problematisch ist, weil Lungenkrebs im Allgemeinen eine sehr schlechte Prognose besitzt.

Auch 50 Prozent der Krebserkrankungen von Kehlkopf, Mundhöhle und Speiseröhre gehen auf das Konto von Tabak. Ebenso zeichnen sich Zusammenhänge beim Bauchspeicheldrüsen-, Harnblasen-, Nieren- und Gebärmutterhalskrebs ab.

Schätzungsweise ein Drittel aller Krebserkrankungen in den Industrienationen gehen auf den Tabakkonsum zurück.

Besonders Raucher, die bereits in jungen Jahren damit angefangen haben, verfügen über eine 20 bis 25 Jahre kürzere Lebenserwartung.

Niedriger ist das Lungenkrebsrisiko beim Rauchen von Pfeife oder Zigarren; allerdings wird dies durch ein höheres Risiko für Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs erkauft.

Auch Passivraucher sind gefährdet, denn die Konzentration der krebserregenden Nitrosamine ist im Nebenstromrauch, der von der glimmenden Zigarette ausgeht, sogar 100-fach höher als im Hauptstromrauch, der vom Raucher inhaliert wird.

Aufhören lohnt sich

Zu beachten ist auch, dass die Schadstoffe noch über Stunden in der Zimmerluft verweilen und auch auf Möbeln und Gardinen haften, wo sie noch wochenlang wieder an die Raumluft abgegeben werden.

Vielen Rauchern sind diese Fakten bekannt, sie hören aber trotzdem nicht mit dem Rauchen auf, was an dem hohen Suchtpotential von Tabakprodukten liegt, aber auch daran, weil sie annehmen, dass ein Aufhören an ihrem Gesundheitszustand auch nichts mehr ändern würde, da sie bereits schon jahrelang rauchen.

Nun, es gibt gute Neuigkeiten, die ich in Form von 10 Gründen, um mit dem Rauchen aufzuhören, zusammengefasst habe:

1. Krebserkrankungen: Bereits innerhalb einiger Jahre nach dem Rauchstopp sinkt das Erkrankungsrisiko für die meisten Krebsarten deutlich.

2. Herz-Kreislauferkrankungen: Schon eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck. Zwei Jahre später hat ein Exraucher das gleiche Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie ein Nichtraucher. Letzteres halte ich für besonders wichtig, zumal Herz-Kreislauferkrankungen die Haupttodesursache in den Industrienationen darstellen.

3. Atemwege: Bereits drei Tage nach der letzten Zigarette bessert sich die Funktion der Atemwege.

4. Schwangerschaft: Ein Rauchstopp verringert das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Schädigungen des Kindes.

5. Impotenz: Rauchende Männer leiden häufiger unter Impotenz als Nichtraucher.

6. Persönliches Erscheinungsbild: Nach einem Rauchstopp verschwinden die Verfärbungen der Finger und Zähne, die Haut glättet sich und bekommt ein frischeres Aussehen, und der schlechte Geruch von Atem, Haaren und Kleidung verschwindet.

7. Fitness: Exraucher sind körperlich wieder fit, leben gesünder und sind belastbarer.

8. Gefährdung anderer: Wer nicht mehr raucht, schont nicht nur die eigene Gesundheit sondern auch die der anderen.

9. Kontrolle über das eigene Leben: Ein Ex-Raucher ist nicht mehr Opfer seiner Sucht; er verfügt wieder frei über seine Zeit und muss nicht ständig jede Tätigkeit immer wieder für eine Zigarette unterbrechen.

10. Geldersparnis: Bei einem Preis von 78 Baht pro Schachtel gibt ein Raucher, der ein Päckchen am Tag raucht, über 28.000 Baht im Jahr aus.

Bitte vergessen Sie nicht, liebe Leser: Um mit etwas Gutem anzufangen (bzw. mit etwas Schlechtem aufzuhören) ist es nie zu spät, denn heute ist der erste Tag vom Rest Ihres Lebens.

Der deutsche Zahnarzt und Implantologe Dr. Ramin Yachkaschi hat im Jahr 1990 sein Studium in Göttingen abgeschlossen und gründete nach seinem Dienst als Stabsarzt bei der Bundeswehr 1992 eine Praxis in München Bogenhausen. Anfang 2010 bestand er das thailändische „Dental Board Exam“ und praktiziert seither in seiner eigenen Praxis in Pattaya. Dr. Ramin schreibt diese Kolumne zwecks Aufklärung und Information; die beschriebenen Behandlungsmethoden stellen den aktuellen zahnmedizinischen Standard dar, der von Zahnarztpraxen weltweit angewendet wird.

Der deutsche Zahnarzt und Implantologe Dr. Ramin Yachkaschi hat im Jahr 1990 sein Studium in Göttingen abgeschlossen und gründete nach seinem Dienst als Stabsarzt bei der Bundeswehr 1992 eine Praxis in München Bogenhausen. Anfang 2010 bestand er das thailändische „Dental Board Exam“ und praktiziert seither in seiner eigenen Praxis in Pattaya. Dr. Ramin schreibt diese Kolumne zwecks Aufklärung und Information; die beschriebenen Behandlungsmethoden stellen den aktuellen zahnmedizinischen Standard dar, der von Zahnarztpraxen weltweit angewendet wird.

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