Neues aus der Presse am Freitag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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«El Mundo»: Tragödie in einem gescheiterten Staat

MADRID: Die spanische Zeitung «El Mundo» kommentiert das Erdbeben in Venezuela:

«Das doppelte Erdbeben, das Venezuela ins Verderben gestürzt hat, trifft ein Land, das durch den Chavismus geschwächt wurde, der es nach Jahrzehnten der Korruption und der Zerstörung der Institutionen in einen gescheiterten Staat verwandelt hat, der unfähig ist, eine Naturkatastrophe zu bewältigen. (...)

Venezuela sieht sich dieser Tragödie mit völlig überlasteten öffentlichen Diensten, einem maroden Gesundheitswesen, veralteter Infrastruktur und gravierenden logistischen Mängeln gegenüber. (...) Es handelt sich um Mängel, die bereits bestanden und die das Erdbeben lediglich offensichtlich gemacht hat. (...) Venezuela ist zu einem Staat geworden, der nicht mehr handlungsfähig und weitaus schwächer ist, als er sein sollte. (...)

Das endgültige Ausmaß der Katastrophe wird sich erst nach und nach zeigen. Doch eine klare Erkenntnis, die das Erdbeben deutlich gemacht hat, gibt es bereits: Der Chavismus hat ein Regime geschaffen, das seine Bürger nicht schützen kann, wenn sie es am dringendsten brauchen.»


«The Irish Times»: Trump dürfte Europäern weiter Vorwürfe machen

DUBLIN: Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara ist das Verhältnis zwischen den USA und einigen europäischen Mitgliedstaaten angespannt. Dazu heißt es am Freitag in der in Dublin erscheinenden «Irish Times»:

«Wie es aussieht, kommen inzwischen nur noch wenige europäische Staats- und Regierungschefs gut mit dem US-Präsidenten aus. So blieb es Nato-Generalsekretär Mark Rutte überlassen, nach Washington zu reisen, um den Weg für den Gipfel der Organisation in der Türkei im kommenden Monat zu ebnen. Die Nato-Staaten haben sich zwar verpflichtet, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen, doch sie sind immer noch auf Trumps Unterstützung für das Militärbündnis angewiesen. Derweil erwägt Washington, seine in Europa stationierten Truppen weiter zu reduzieren.

Rutte reagierte auf Trumps Kritik im Zusammenhang mit dem Irankrieg, indem er darauf hinwies, dass mehrere europäische Länder den USA Militärstützpunkte zur Verfügung gestellt hätten. Nachdem nun ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde und Verhandlungen in Gang gekommen sind, hoffen Europas Staats- und Regierungschefs, das Verhältnis zu Washington verbessern zu können, indem sie die USA in der Region unterstützen. Doch Trump wird wohl mit seiner Kritik weitermachen. Die Aussage des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in dieser Woche, wonach wir «einen Moment der Wiederannäherung zwischen den Europäern und den Amerikanern» erleben, dürfte kaum mehr als Wunschdenken sein.»


«Corriere della Sera»: Mehr Transparenz im britischen Königshaus

MAILAND: Zur Entscheidung von König Charles III., nicht mehr im Buckingham-Palast zu wohnen, und der Veröffentlichung seiner Steuern schreibt die italienische Zeitung «Corriere della Sera» am Freitag:

«Der Buckingham-Palast wird zum «Büro» der Monarchie, zum Schauplatz großer Staatsereignisse und zu einem Museum für Besucher. Er wird jedoch nicht mehr in einem physischen Sinne mit dem König identifiziert werden. (...) Dieser Schritt hatte sich bereits abgezeichnet. Seit Beginn der langwierigen und kostspieligen Restaurierungsarbeiten - deren Gesamtkosten sich auf rund eine halbe Milliarde Pfund belaufen, da der Palast stark sanierungsbedürftig war - war immer wieder gesagt worden, dass Charles dort nie wohnen werde. Nun, da es offiziell ist, handelt es sich dennoch um einen historischen Wendepunkt.

Die Entscheidung fügt sich in die Bemühungen um mehr Transparenz bei den Finanzen der Krone ein. Zeitgleich wurde nämlich erstmals die «Steuererklärung» des Königs veröffentlicht. (...) Vieles hat sich verändert, und Charles' Entscheidung erzählt auch von einer Monarchie, die bewusst ein bescheideneres Auftreten anstrebt - eines, das besser zur heutigen Zeit passt. Davon profitieren sowohl die Untertanen als auch die Touristen: Künftig wird der Buckingham-Palast wahrscheinlich das ganze Jahr über für Besucher geöffnet sein und nicht mehr nur während der bisherigen zwei Sommermonate.

Mit anderen Worten: Der Palast öffnet seine Türen für alle.»

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