Neues aus dem Ausland am Sonntag

Blick auf den Yachthafen und die markante Glas-Skyline von Vancouver an einem klaren Sommertag mit kanadischer Flagge im Vordergrund. Foto: Unsplash/Udayaditya Barua
Blick auf den Yachthafen und die markante Glas-Skyline von Vancouver an einem klaren Sommertag mit kanadischer Flagge im Vordergrund. Foto: Unsplash/Udayaditya Barua

Herzogin Meghan eröffnet Ausstellung für Opfer von Social Media

GENF: 50 Handys, 50 Schicksale: Was Eltern via «Lost Screen Memorial» berichten, erschüttert - und zeigt, wie tödlich die Nutzung von Social Media für Jugendliche werden kann.

Herzogin Meghan, die Frau von Prinz Harry, hat in Genf eine Installation zum Gedenken an Kinder und Jugendliche eröffnet, die ihr Leben wegen Aktivitäten auf sozialen Medien verloren haben. Die Ausstellung «Lost Screen Memorial» auf dem Place des Nations vor dem europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen ist bis zum 21. Mai zu sehen. Dort sind beleuchtete Boxen zu sehen, die die Fotos von 50 verstorbenen Kindern auf den Sperrbildschirmen der Handys ihrer Eltern zeigen.

Meghan rief Regierungen und Tech-Konzerne auf, Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von jungen Menschen zu verlangen und einzubauen, damit Kinder geschützt werden. «Lost Screen Memorial» ist eine Initiative der Stiftung Archewell von Prinz Harry und Meghan. Zur Eröffnung war auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, dabei.

Über einen QR-code können Besucher die tragischen Geschichten der Minderjährigen lesen. Da berichten betroffene Eltern etwa, dass ihre Kinder über Snapchat Pillen bestellt hätten, die ohne ihr Wissen hohe Dosen Fentanyl enthalten und sie vergiftet hätten.

Andere berichten, dass Cyberbullying beziehungsweise Cybermobbing ihre Kinder in den Suizid getrieben habe - oder dass ihre Kinder an gefährlichen Challenges auf Instagram teilgenommen hätten und dabei ums Leben gekommen seien.


Dobrindt plant Milliarden für Zivilschutz

BERLIN: Zehn Milliarden Euro plant Innenminister Dobrindt für den Ausbau des Zivilschutzes. Vorgesehen sind neue Fahrzeuge, mehr Feldbetten und mehr Technik für Einsatzkräfte.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Kapazitäten beim Zivilschutz für den Kriegs- und Anschlagsfall massiv ausbauen. «Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung», sagte er der «Bild». Dies geschehe «mit klarer Kante gegen hybride Bedrohungen und konsequenter Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte», so der CSU-Politiker. Militärische und zivile Verteidigung würden stärker vernetzt, um Sicherheit und Resilienz zu erhöhen.

Wie «Bild» unter Berufung auf einen Kabinettsentwurf berichtet, geht es um ein Sonderprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro. Die Mittel sollen in zusätzliche Ausrüstung, Gebäude sowie Personal und Technik fließen - etwa beim Technischen Hilfswerk. Laut dem Bericht sollen bis 2029 unter anderem 1.000 neue Spezialfahrzeuge und 110.000 Feldbetten angeschafft werden.


Gebete, «Patriotismus»: Tausende bei Event in Washington

WASHINGTON: US-Flaggen, Trump-Fans, Betende, die niederknien: Auf der National Mall kommen Tausende zu einer Gebetsveranstaltung zusammen. Die US-Regierung preist das Treffen. Doch es gibt auch Kritik.

Tausende sind im Herzen der US-Hauptstadt Washington für eine ganztägige Gebetsveranstaltung im Rahmen des 250. Geburtstags der USA zusammengekommen. Vielfach in den Farben der amerikanischen Flagge gekleidet versammelten sie sich auf der National Mall zu einem Event, dass das Weiße Haus auf der Plattform X als «beeindruckenden Tag des Gebets, des Lobpreises und des Patriotismus» promotete.

Bei den meisten Rednern handelt es sich US-Medien zufolge um politisch konservative, evangelikale Protestanten. Auch Vertreter der US-Regierung, darunter Präsident Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth, und andere prominente Republikaner wie der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, wandten sich persönlich oder mit virtuellen Botschaften an die Menschenmenge. Trump-Anhänger waren dort etwa durch Kappen seiner MAGA-Bewegung (Make America Great Again) zu erkennen.

Kritiker werfen der US-Regierung vor, nicht nur mit der Unterstützung von Events wie diesem ein Bild der USA als christliche Nation zu forcieren und die Grenze zwischen Kirche und Staat zunehmend zu verwischen.

Anlässlich der Veranstaltung sagte der Historiker der Princeton University, Kevin Kruse, der «Washington Post»: «Es ist ein Unterschied, ob man sagt, Amerika ist eine Nation mit vielen Christen, oder ob man sagt, Amerika ist eine Nation, die dem Christentum gewidmet und durch dieses definiert ist». Der Zeitung zufolge wurde das Gebetsevent mit Millionen an öffentlichen Geldern finanziert.


Kurz vor Fußball-WM: Zehn Tote bei Angriff

PUEBLA: Ein bewaffneter Angriff in Mexiko fordert zehn Todesopfer - darunter Kinder. Was über die Hintergründe knapp einen Monat vor der Fußball-WM bekannt ist.

Wenige Wochen vor Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft sind im Co-Gastgeberland Mexiko zehn Menschen, darunter drei Kinder, bei einem bewaffneten Angriff getötet worden. Der Vorfall ereignete sich in der kleinen Gemeinde Tehuitzingo, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Puebla mitteilte. Hintergrund dürfte demnach ein Familienstreit sein.

Zu den Opfern in Tehuitzingo zählen Medienberichten zufolge ein 14- und ein 10-Jähriger sowie ein Baby. Alle seien in einem Haus mit Kopfschüssen und gefesselt entdeckt worden, berichtete der TV-Sender N+. Die meisten von ihnen sollen Angehörige einer Familie gewesen sein.

Der Ort liegt rund 200 Kilometer südlich des Aztekenstadions in Mexiko-Stadt entfernt, in dem am 11. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika stattfindet. Die Regierung hat eine Sicherheitsgarantie für die WM abgegeben. Zwar sind viele Regionen in Mexiko von der Drogenkriminalität geprägt, die Hauptstadt selbst zählt jedoch nicht zu den gefährlichsten Städten im Land.


Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet

ENERHODAR: Laut russischen Angaben wurde eine Fahrzeughalle beschädigt. Das Kraftwerk im ukrainischen Enerhodar steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle.

Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden. Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Von ukrainischer Seite gab es dazu keine Erklärung.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein Team der internationalen Atombehörde IAEA ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern.


Drogenkrieg in Marseille - Prozess gegen Clan-Chef startet

MARSEILLE: Ein Clan-Chef namens «die Katze», 19 Mitangeklagte und ein Drogenkrieg mit tödlichen Folgen - wie Marseille zum Schauplatz eines brutalen Bandenkriegs wurde, der ganz Frankreich schockiert.

Vor dem Hintergrund eines blutigen Drogenkriegs in Marseille startet am Montag (08.30 Uhr) in der Hafenstadt ein Prozess gegen 20 Mitglieder von einer der beiden konkurrierenden Banden. Angeklagt sind der mutmaßliche Chef des Yoda-Clans, Félix Bingui, alias «die Katze», sowie 19 weitere Männer und Frauen. Sie sollen in einen skrupellosen Kampf mit der DZ Mafia um die Vorherrschaft über den Drogenhandel in der Hafenstadt verwickelt gewesen sein. Den Angeklagten werden Drogenhandel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Bereits seit vielen Jahren liefern sich Drogenbanden in der Hafenstadt einen erbarmungslosen Kampf, wobei es regelmäßig zu skrupellosen Abrechnungen kommt. Alleine 2023 kamen dabei 49 Menschen ums Leben, außerdem gab es 118 Verletzte, darunter 18 Minderjährige. Regelmäßig erklärt die Politik dem Drogenhandel den Krieg und geht mit einem massiven Polizeiaufgebot gegen die Dealer vor, allerdings ohne dauerhaften Erfolg.

Zu einem frankreichweiten Sturm der Entrüstung kam es im November 2025, als Drogenbosse den Bruder eines bekannten Kritikers der Rauschgiftkriminalität in Marseille mutmaßlich zur Einschüchterung erschießen ließ. Hinter der Tötung könnte als Auftraggeber der Chef der mächtigen Drogenbande DZ Mafia stecken, berichtete die Zeitung «Le Parisien» unter Verweis auf die Ermittlungen.


Tiger bei Leipzig ausgebrochen - 73-Jähriger schwer verletzt

SCHKEUDITZ: Ein Tiger entkommt aus einem privaten Gehege bei Leipzig. Dabei wird ein Mann schwer verletzt.

Beim Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Haltung in Schkeuditz bei Leipzig ist ein 73 Jahre alter Mann schwer verletzt worden. Er habe sich in dem Gehege aufgehalten, als das Tier entkommen sei, berichtete eine Polizeisprecherin. Es handelte sich um eine Art Helfer, der sich «berechtigt» in der Anlage aufgehalten habe. Der Mann wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Der Tiger war laut Polizei am Mittag gegen 13.00 Uhr entkommen. Die Polizei rückte mit zahlreichen Kräften an und traf das Tier schließlich im Bereich einer nahegelegenen Gartenanlage an. Dort sei der Tiger von Einsatzkräften erschossen worden.


Finanzierung von Trump-Ballsaal hakt im Senat

WASHINGTON: Der geplante Ballsaal im Weißen Haus gehört zu den Lieblingsprojekten von US-Präsident Trump. Denkmalschützer sind entsetzt. Die Finanzierung ist noch nicht ganz gesichert - und stockt jetzt im Senat.

Eine staatliche finanzielle Unterstützung des von US-Präsident Donald Trump geplanten neuen Ballsaals am Weißen Haus ist im Senat auf Widerstand gestoßen. Ein entsprechender Entwurf für ein Haushaltsgesetz sei aus Zuständigkeitsgründen nicht regelgerecht, sagte die für Verfahrensregeln des Senats zuständige Beamtin Elizabeth MacDonough. Er müsse überarbeitet werden. Die Republikaner kündigten an, das machen zu wollen.

Für den Ballsaal, der nach Angaben von Trump im September 2028 eröffnen soll, hatte der US-Präsident den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen. Denkmalschützer laufen gegen das Vorhaben Sturm. Die Kosten für den Bau von bis zu 400 Millionen Dollar sollten aus privaten Spenden finanziert werden, hatte Trump zunächst gesagt. Mit dem Haushaltsgesetz sollten jetzt zusätzliche Gelder aus Steuermitteln dafür besorgt werden.


Polizei erschießt entlaufenen Tiger bei Leipzig

LEIPZIG: Ein entlaufener Tiger ist bei Leipzig erschossen worden, nachdem er aus einer privaten Anlage entkommen ist. Ein Mann wurde leicht verletzt. Die Polizei gibt Entwarnung für die Bevölkerung.

Die Polizei hat am Nachmittag bei Leipzig einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage entkommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein Mann sei leicht verletzt worden.

«Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr mehr», sagte die Polizeisprecherin. Der Tiger sei in einer Gartenanlage erlegt worden. Wie dem Tier der Ausbruch gelungen sei, sei noch unklar. Das Tier sei in einer privaten Anlage in Schkeuditz bei Leipzig gehalten worden. In dem Gehege sei ein verletzter Mann gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden.

Weitere Details waren noch nicht zu erfahren. In Schkeuditz hält eine Tiger-Dompteurin in einem Gewerbegebiet Großkatzen. Weitere Tiere seien nicht frei. Die Polizei wolle das Gelände mit einer Drohne überfliegen. Damit solle geklärt werden, dass auch wirklich keine weiteren Tiere frei herumlaufen.

Nach Medienberichten hatte es gegen die Dompteurin aus Leipzig in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe wegen der Tiger-Haltung gegeben.


Bahnpanne: Zug mit 200 Passagieren evakuiert

TRAUNSTEIN: Pannen bei der Bahn: Beim jüngsten Zwischenfall droht ein Brand in einem Zug auf der vielbefahrenen Strecke München - Salzburg.

Wegen Brandgefahr haben Rettungskräfte einen Zug im oberbayerischen Traunstein evakuiert. Der Großalarm ging laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) um 5.11 Uhr morgens ein. Trotz der frühen Stunde befanden sich demnach 200 Fahrgäste in dem Zug, der von Salzburg nach München unterwegs war. Laut BRK waren die Bremsen eines Waggons so heiß geworden, dass ein Brand befürchtet wurde.

Die Passagiere wurden in einer Turnhalle untergebracht und auch von Notärzten in Augenschein genommen. Sie sollten ihre Weiterfahrt dann im Laufe des Morgens mit anderen Zügen fortsetzen.

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