Peru bricht diplomatische Beziehungen zu Mexiko ab
LIMA: Eine frühere Kabinettschefin sucht Zuflucht in der mexikanischen Botschaft in Lima. Gegen sie wird wegen versuchten Staatsstreichs ermittelt. Das Asyl versteht Perus Regierung als unfreundlichen Akt.
Peru hat seine diplomatischen Beziehungen zu Mexiko infolge politischer Spannungen zwischen den Regierungen beider Länder abgebrochen. Die mexikanische Botschaft in Perus Hauptstadt Lima hatte der früheren peruanischen Ministerpräsidentin Betssy Chávez Asyl gewährt, gegen die wegen angeblicher Beihilfe zu einem versuchten Staatsstreich im Jahr 2022 ermittelt wird. Mexiko habe sich immer wieder in die internen Angelegenheiten von Peru eingemischt, hieß es in einer Stellungnahme des peruanischen Außenministeriums. Chávez diplomatisches Asyl zu gewähren, sei ein unfreundlicher Akt und zeuge vom mangelnden Interesse der mexikanischen Regierung, ein gutes Verhältnis zwischen beiden Ländern zu pflegen.
Chávez gehörte als Kabinettschefin zur Regierung des ehemaligen peruanischen Präsidenten Pedro Castillo, der Ende 2022 nach einem Machtkampf mit dem Kongress des Amtes enthoben wurde. Wegen des Vorwurfs eines versuchten Staatsstreichs sitzt er seitdem in Untersuchungshaft. Der ehemalige Dorfschullehrer wurde vor allem von Bauern und Indigenen unterstützt, die linke mexikanische Regierung gehört zu seinen Verbündeten. Derzeit leben auch Castillos Frau und seine Kinder in Mexiko.
Ende von E-Auto-Prämie in den USA torpediert Verkäufe
DEARBORN: Präsident Trump hat dafür gesorgt, dass in den USA die Steuergutschrift von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief. Die ersten E-Auto-Zahlen danach fallen desolat aus.
Ohne die von Donald Trump abgeschaffte E-Auto-Prämie sind die Verkäufe batteriebetriebener Fahrzeuge in den USA im Oktober eingebrochen. So fielen die Verkäufe von Elektroautos bei Ford im Jahresvergleich um ein Viertel auf gut 4.700 Fahrzeuge. Bei Verbrennern gab es dagegen ein Plus von 3,4 Prozent auf knapp 153.400 Wagen. Ford hatte in den vergangenen Jahren in einer Aufholjagd zum Vorreiter Tesla Milliarden in den Ausbau der E-Auto-Produktion investiert.
Der US-Präsident hatte dafür gesorgt, dass die Steuergutschrift von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos Ende September auslief. Tesla bescherte das im vergangenen Quartal einen Auslieferungsrekord - auch wenn der Marktführer im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern keine Angaben zum Absatz im US-Markt macht und generell nur alle drei Monate Zahlen nennt. Experten rechnen damit, dass auch Tesla nach Auslaufen der US-Subventionen Federn lassen muss.
Unter den anderen Herstellern legen auch nicht alle monatliche Zahlen zum US-Absatz vor. Der südkoreanische Anbieter Hyundai etwa aber gab bekannt, dass die Verkäufe des Elektro-Modells Ioniq 5 im Jahresvergleich um 63 Prozent auf gut 1.600 Fahrzeuge einbrachen. Bei der Schwestermarke Kia fiel der Absatz des Modells EV9 um fast zwei Drittel auf 666 Wagen.
Drohnenangriff auf Kinderklinik - sieben Tote im Sudan
KHARTUM: Tage nach einem Massaker in einer Geburtsklinik soll die Miliz wieder ein Krankenhaus in Darfur angegriffen haben. Auch Kinder sollen unter den Opfern sein.
Bei einem Drohnenangriff auf ein Kinderkrankenhaus im Sudan sind nach Angaben sudanesischer Ärzte sieben Menschen getötet worden. Das sudanesische Ärztenetzwerk macht die RSF-Miliz für den Angriff in Karnoi nahe der Grenze zum Tschad verantwortlich. Unter den Toten sollen Frauen und Kinder sein, daneben seien fünf Menschen verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Karnoi liegt rund 270 Kilometer von der Stadt al-Faschir entfernt im Norden von Darfur. Die Miliz Rapid Support Forces (RSF) soll dort nach Eroberung der Stadt vergangene Woche neben zahlreichen anderen Zivilisten auch mehr als 460 Patientinnen und Angehörige in einer Geburtsklinik getötet haben.
Die RSF-Miliz hatte im April 2023 mit Angriffen gegen Militär und Zivilisten begonnen, weil sie sich dagegen sperrte, in die Armee eingegliedert zu werden. Seitdem hat sie die westliche Region Darfur fast vollständig erobert. Den Milizmitgliedern werden Massenmorde, Vergewaltigungen und ethnische motivierte Vertreibungen vorgeworfen. Auch die sudanesische Armee wird beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben, etwa zivile Ziele bombardiert zu haben.
Steinmeier informiert sich über Impfstoffforschung in Ghana
ACCRA: Am zweiten Tag seines Besuches in Ghana fliegt Bundespräsident Steinmeier von Accra nach Kumasi. Er informiert sich dort über Impfstoffforschung. Und er besucht einen König.
Am zweiten Tag seines Besuches in Ghana fliegt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in die zweitgrößte Stadt Kumasi. Er will sich dort über die deutsch-ghanaischen Zusammenarbeit in den Bereichen Ausbildung und Wissenschaft informieren. Ein Schwerpunkt wird die Impfstoffforschung sein.
Dafür besucht Steinmeier das Kumasi Zentrum für gemeinschaftliche Forschung. Der Bundespräsident wird auf seiner Afrika-Reise unter anderem von Christian Drosten begleitet, dem Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. Der Virologe war durch seine Analysen während der Corona-Pandemie bundesweit bekanntgeworden.
Steinmeier will auch ein Berufsbildungszentrum besuchen, das praxisnahe Ausbildungsgänge in Bereichen wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Informationstechnologie anbietet. Am Vortag hatte Ghanas Präsident John Mahama angeboten, Deutschland bei der Lösung seines Fachkräfteproblems zu helfen.
Der Bundespräsident will zum Abschluss dem König der Aschanti, Otumfuo Osei Tutu II., seine Aufwartung machen. Obwohl Ghana eine Demokratie ist, ist er noch immer ein einflussreicher regionaler Herrscher.
EU-Umweltminister ringen um Klimaziele
BRÜSSEL: Seit Monaten verhandeln die EU-Staaten zu den noch festzulegenden EU-Klimazielen für 2040 und 2035. Mit der Weltklimakonferenz vor der Tür ist der Druck nun hoch.
Knapp eine Woche vor dem Start der Weltklimakonferenz COP30 ringen die EU-Umweltminister weiter darum, um wie viel Europas Treibhausgasemission bis 2040 reduziert werden sollen. Bei einem Treffen an diesem Dienstag in Brüssel (10.00 Uhr) versuchen sie, ein entsprechendes Klimaziel festzuzurren.
Darüber hinaus gilt es, sich auf einen Klimaplan bis 2035 zu einigen, der für die COP30 bei den Vereinten Nationen eingereicht werden muss. Zwei Fristen dafür verstrichen bereits, weil die Mitgliedsstaaten keine Einigung finden konnten. Bislang steht nur eine Absichtserklärung.
Wie hoch das Klimaziel für 2040 wird und wie es erreicht werden soll, wird derzeit noch hart verhandelt. Die EU-Kommission schlägt vor, die Emissionen in den nächsten 15 Jahren um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Grundlage dafür sind wissenschaftliche Erkenntnisse. In mehreren Staaten regt sich jedoch Widerstand - etwa wegen wirtschaftlicher Belastungen und Problemen der Industrie.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen legt an diesem Dienstag (15 Uhr) zudem seine aktuelle Berechnung dazu vor, wie stark die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik ausfallen könnte.
Jeder zweite Zug im Oktober unpünktlich
BERLIN: Die Deutsche Bahn hat bei der Pünktlichkeit im Oktober wohl einen neuen Tiefstand erreicht. Jeder zweite Zug war verspätet unterwegs. Ein schlechterer Monatswert ist nicht bekannt.
Die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn sind im vergangenen Monat besonders unpünktlich unterwegs gewesen. Lediglich 51,5 Prozent von ihnen kamen ohne größere Verzögerungen ans Ziel, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete. Die Bahn bestätigte die Zahlen auf Anfrage. Wann die Bahn in einem Monat zuletzt so unpünktlich war, ist nicht bekannt. Den bisherigen mutmaßlichen Negativrekord der vergangenen Jahre vom November 2023 (52,0 Prozent) hat sie nun unterboten.
Als Hauptgrund für die vielen Verspätungen im Oktober gelten erneut die zahlreichen Baustellen infolge der maroden Infrastruktur. Hinzu kamen dem Bericht zufolge technische Störungen an Oberleitungen und Weichen sowie Unwetterereignisse.
Als verspätet gilt ein Zug bei der Bahn erst ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Zugausfälle werden dabei nicht berücksichtigt. Diese fließen aber in die sogenannte Reisendenpünktlichkeit ein. Sie bemisst, wie groß der Anteil der Fahrgäste war, die innerhalb eines Monats mit maximal 14 Minuten und 59 Sekunden Verzögerung am Ziel ankamen. Die Quote lag im September bei 61,9 Prozent. Für den Oktober wurden zunächst keine aktuellen Zahlen bekannt.
Fünf Lawinentote in Südtirol stammen alle aus Bayern
BOZEN: Nach dem Unglück in Südtirol hat die Polizei weitere Details mitgeteilt.
Die fünf Todesopfer des Lawinenunglücks an Allerheiligen in Südtirol kommen alle aus Bayern. Dies bestätigte ein Sprecher der italienischen Finanzpolizei in Bozen der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handelt es sich um einen 58 Jahre alten Mann mit seinem 21 Jahre alten Sohn und dessen gleichaltriger Freundin sowie einen 46-jährigen Vater mit seiner 17 Jahre alten Tochter.
Messerattacke in England: Tatverdächtiger angeklagt
HUNTINGDON: Der Messerangriff in einem Zug in England beschäftigt die Ermittler und Behörden intensiv. Am Morgen gibt die Polizei ein Update - der Tatverdächtige soll noch am Montag vor Gericht erscheinen.
Nach dem Messerangriff auf mehrere Menschen in einem Zug nahe der englischen Stadt Huntingdon ist der Tatverdächtige angeklagt worden. Dem 32-Jährigen wird versuchter Mord in insgesamt elf Fällen, Körperverletzung sowie der Besitz einer Stichwaffe vorgeworfen, wie die British Transport Police am Morgen mitteilte. Er soll noch im Laufe des Tages vor dem Peterborough Magistrates' Court erscheinen.
Zehn der Fälle des versuchten Mordes stehen in direkter Verbindung zu dem Messerangriff im Zug. Eine weitere Attacke soll den Angaben zufolge früher am Tag an einer Station in London erfolgt sein. Der Nachrichtenagentur PA zufolge erlitt dort ein Opfer Gesichtsverletzungen.
Die Polizei hatte nach dem Angriff in dem Zug vorerst einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen. Der Mann kommt aus der englischen Stadt Peterborough, Angaben vom Wochenende zufolge wurde er in Großbritannien geboren und hat einen Migrationshintergrund. «Unsere Ermittlungen befassen sich auch mit weiteren möglicherweise zusammenhängenden Straftaten», sagte Deputy Chief Constable Stuart Cundy.
Nach dem Angriff am Samstagabend waren insgesamt elf Menschen im Krankenhaus behandelt worden, fünf konnten mittlerweile wieder entlassen werden. Ein Mann befindet sich in einem lebensbedrohlichen Zustand. Er ist ein Mitarbeiter der Bahn, der sich dem Angreifer entgegenstellte. Sein Verhalten sei «geradezu heldenhaft» gewesen und habe zweifellos Menschenleben gerettet, hatte Cundy am Sonntagabend gesagt.
Spionage für Russland: Verdächtiger festgenommen
RIGA: Lettlands Behörden fassen einen Verdächtigen, der Informationen über den Verteidigungssektor gesammelt haben soll - im Auftrag des russischen Geheimdiensts.
Die Sicherheitsbehörden in Lettland haben einen Staatsbürger des baltischen EU- und Nato-Landes wegen des Verdachts der Spionage für Russland festgenommen. Gegen die Person werde wegen der Sammlung von Informationen über den lettischen Verteidigungssektor für den russischen Militärgeheimdienst GRU ermittelt, teilte die Sicherheitspolizei in Riga mit. Darunter seien etwa Angaben zur privaten Luftfahrtinfrastruktur und der Präsenz von Nato-Truppen in Lettland gewesen. Nähere Angaben zum Geschlecht oder zur Identität der Person, die sich derzeit in Untersuchungshaft befinde, machten die Behörden nicht. Die Ermittlungen dauerten an.
Zahl der Toten bei Erdbeben in Afghanistan steigt
KABUL: Nach dem Erdbeben im Norden Afghanistans steigt die Zahl der Opfer. Berichten zufolge wurden zahlreiche Häuser zerstört oder beschädigt.
In Afghanistan ist nach dem Erdbeben im Norden des Landes die Zahl der Todesopfer auf mindestens 20 gestiegen. Das meldete der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums in einer Nachricht an Journalisten. Zudem seien 534 Menschen verletzt worden. Demnach gab es in den Provinzen Balch und Samangan Opfer. Die Zahl könne noch steigen.
Wie der afghanische Nachrichtensender Tolonews unter Berufung eines Behördensprechers berichtete, wurden in der Provinz Badachschan zudem rund 800 Häuser zerstört oder beschädigt. Auch der afghanische Rote Halbmond berichtete von schweren Schäden.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das Erdbeben eine Stärke von 6,3. Demnach ereignete es sich in einer Tiefe von 28 Kilometern. Wie Bewohner der Deutschen Presse-Agentur berichteten, sind in Kabul ebenfalls Erschütterungen zu spüren gewesen.